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25.11.2017

Führungswechsel bei den Freien Wählern

Die Günzburger Stadträtin Ruth Abmayr wurde bei der Kreisversammlung der Freien Wähler einstimmig zur Nachfolgerin des langjährigen Vorsitzenden Wolfgang Mayer aus Gundremmingen (Mitte) gewählt, ebenso wie Stellvertreter Peter Schoblocher, Zweiter Bürgermeister von Thannhausen.
Bild: Wolfgang Kahler

Die Günzburger Stadt- und Kreisrätin Ruth Abmayr löst als Kreisvorsitzende Wolfgang Mayer ab. Bei einem Thema wollen sich die Politiker besonders einsetzen

20 Jahre sind genug: Der frühere Gundremminger Bürgermeister Wolfgang Mayer trat als Kreisvorsitzender der Freien Wähler nicht mehr an. Er gehe nicht aus Groll oder Enttäuschung, sagte Mayer, sondern vor allem aus privaten Gründen. Zur Nachfolgerin wurde als alleinige Kandidatin Ruth Abmayr gewählt.

Die 49-jährige Günzburger Kreis- und Stadträtin, von Beruf Assistentin in der Tierarztpraxis ihres Mannes, war bisher Kreisgeschäftsführerin der Freien Wähler und damit zuständig für 19 Ortsvereine mit etwa 100 Mitgliedern. Die 20 Stimmberechtigten bei der Jahresversammlung der Gruppierung im Deffinger Gasthof Linde sprachen der einzigen Kandidatin das volle Vertrauen aus. „Ich freue mich über die Wahl“, sagte Ruth Abmayr und ergänzte schmunzelnd: „Manchmal habe ich Haare auf den Zähnen, aber das braucht man auch als Freie Wähler.“

Als „reiflich überlegt“ bezeichnete Wolfgang Mayer den Entschluss, nach 20-jährigem Vorsitz nicht mehr zu kandidieren: „Wenn’s am schönsten ist, soll man aufhören“, sagte der frühere Gundremminger Rathauschef. Er zitierte einen Kalenderspruch des deutschen Dichters Friedrich Rückert: „Füge dich der Zeit, erfülle deinen Platz und räum’ ihn auch getrost, es fehlt nicht an Ersatz.“ Daher setze er mit seiner Nachfolgerin auf einen Aufschwung für die Freien Wähler im Kreis angesichts wichtiger Entscheidungen wie die bayerischen Landtagswahlen 2018 und die Kommunalwahl 2020, die in die dreijährige Amtszeit des neuen Vorstands fallen. Mayer erwähnte das respektable Ergebnis von Ruth Abmayr als Kandidatin für den Wahlkreis Augsburg/Königsbrunn bei der vergangenen Bundestagswahl.

Ebenfalls wieder im Kreisvorstand sind Peter Schoblocher, Zweiter Bürgermeister in Thannhausen, der die Leistungen des scheidenden Vorsitzenden Mayer hervorhob und Iris Zimmermann, Chefin des Ortsvereins Ichenhausen. Zum erweiterten Vorstand gehören wie bisher Kassenwart Manfred Kammerer, Gemeinderat in Bibertal und Schriftführer Josef Brandner, Stadt- und Kreisrat aus Thannhausen.

Brandner berichtete über die sehr gute Haushaltslage des Landkreises, der mit einer Verschuldung von lediglich 61 Euro pro Einwohner unter 71 bayerischen Landkreisen einen hervorragenden zweiten Platz belege. Aus Sorge um die politische Landschaft, die sich immer mehr zersplittere in Deutschland, hoffe Brandner auf eine schlagkräftige Liste für die nächsten Wahlen.

Punkten wollen die Freien Wähler unter anderem mit ihrem Antrag, die Bürger von den Straßenausbaubeiträgen zu entlasten. Diese Ausgaben von circa 150 Millionen Euro pro Jahr sollte der Freistaat übernehmen, unterstrich der bisherige Vorsitzende Mayer: „Dieses leidige Thema gehört erledigt.“ Seine Nachfolgerin Abmayr schloss sich dieser Auffassung an und sprach sich ebenfalls für eine Abschaffung der Beiträge aus.

Bei einer Aussprache der Kreisversammlung wurde ein gewisses Wahrnehmungsdefizit der Freien Wähler in der Öffentlichkeit beklagt. So kam die Gruppierung bei der Bundestagswahl lediglich auf ein Prozent der Wählerstimmen. Kritisiert wurde, dass beispielsweise die AfD bei Wahlveranstaltungen mehr Bedeutung als die Freien Wähler bekommen hätten. Auf die Frage, ob es sinnvoll und vom Aufwand her vertretbar sei, bei Bundestagswahlen anzutreten, sagte Abmayr, es sei sinnvoll, weiter zu machen. Immerhin seien die Freien Wähler in Günzburg zweit- und in Bayern drittstärkste Kraft. Als positive Nachricht verkündete Anton Gollmitzer, Günzburgs Zweiter Bürgermeister und Kreisrat, dass der Landesvorstand der Freien Wähler auf seinen Antrag die Landesdelegiertenversammlung im Jahr 2020 nach Günzburg vergeben habe.

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