Newsticker
Bundesverfassungsgericht: Corona-Demo in Stuttgart bleibt verboten
  1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Fünf Kollegen und Freunde eröffnen bald einen Laden in Burgau

Burgau

12.11.2020

Fünf Kollegen und Freunde eröffnen bald einen Laden in Burgau

Die Freunde und Kollegen (von links) Patrick Hartmann, Roland Pokern, Michel Seelau, Holger Wilbert und Mimmo Politano eröffnen im Dezember ihren Laden.
Foto: Bernhard Weizenegger

Plus In der Innenstadt wollen die drei Burgauer und zwei Königsbrunner ab Dezember selbst im Geschäft stehen und gleich mehrere Produkte anbieten – die vor allem eines eint.

Sie waren seit mehr als 30 Jahren im Vertrieb für Singer-Nähmaschinen tätig. Doch Corona hat die meisten Messen in diesem Jahr unmöglich gemacht. Deshalb mussten sich Patrick Hartmann, Roland Pokern, Michel Seelau, Holger Wilbert und Mimmo Politano etwas einfallen lassen – telefonische Verkaufsgespräche und Haustürbesuche seien ja auch verboten. Und weil drei von ihnen in Burgau und zwei nicht weit weg in Königsbrunn leben, kam die Idee, künftig in einem leer stehenden Ladenlokal in Burgau zu verkaufen. Und nicht irgendetwas, wie sie im Gespräch mit unserer Zeitung betonen.

Zum einen sollen dort Singer-Nähmaschinen angeboten werden. Zum anderen das von Michel Seelau entwickelte Bio-Reinigungsmittel „Druff und weg“. Aber vor allem auch Osmose-Wasserfilteranlagen und die „Weltneuheit“ (Seelau): Bio-Kaffee der Firma Martello, der in eine spezielle Kapselmaschine passt und in anderen Varianten auch für einen guten Schlaf sorgen sowie als „Immun-Booster“ dienen soll. Produkte, die nachhaltig seien.

Sie wollen auch etwas für die Burgauer Innenstadt tun

Da sie alle nicht nur Kollegen, sondern auch Kumpels und auch ihre Familien miteinander befreundet seien, hätten sie schließlich beschlossen, das Risiko einzugehen und ihr Restkapital in dieses Verkaufslokal an der Stadtstraße zu stecken, um nicht zur Arbeitsagentur gehen zu müssen. Außerdem wollten sie etwas für Burgau tun, indem sie hier einen Leerstand füllen. Wenn irgendwann wieder Normalität einkehrt, sind beispielsweise auch Nähmaschinen-Kurse geplant und, wenn Kunden das wünschen, Vorführtermine zu Hause für die einzelnen Produkte.

Im rechten Teil dieses Hauses an der Stadtstraße in Burgau entsteht das Geschäft.

Da Michel Seelaus Firma Selwie ihren Sitz in der Schweiz hat, stellt sich trotzdem die Frage, warum die Wahl gerade auf Burgau fiel. Zum einen, erklärt er, eben wegen des persönlichen Bezugs. Und zum anderen werde der Sitz ohnehin hierher verlegt. Produzieren lasse er das Reinigungsmittel übrigens in Stuttgart, das Qualitätsmerkmal „Made in Germany“ sei ihm wichtig. Das Produkt gebe es seit 2018, nach und nach habe er investiert, sagt der 50-Jährige, der eigentlich aus Hamburg stammt. Die Schweiz sei damals naheliegend gewesen, da die Firma Singer dort sei und er sowie seine Kollegen beziehungsweise Freunde beruflich viel Zeit in dem Land verbrachten.

Der "Selwie-Shop" entsteht an der Stadtstraße in Burgau

Einen klassischen Außendienst werde es ohnehin so nicht mehr geben, da schlicht kein Nachwuchs zu bekommen sei, „das will keiner mehr machen“. Sie aber liebten das Verkaufen, und das wollen sie künftig eben für sich selbst machen. „Wir müssen ja alle überleben.“ Und deshalb sei die Entscheidung gefallen, nicht bloß ein Produkt im Geschäft anzubieten, sondern sich breiter aufzustellen.

Sie wollen künftig selbst im "Selwie-Shop" stehen und sich mit den Öffnungszeiten den umliegenden Händlern anpassen, aber wohl donnerstags länger öffnen. Am 12. Dezember ist die Eröffnung geplant, wenngleich wegen Corona keine Feier möglich sei. Hier soll das Verkaufsgespräch mit der Möglichkeit gekoppelt werden, die Produkte zu erleben und moderne Ware den Menschen näher zu bringen.

Lesen Sie auch:

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren