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Haldenwang

14.02.2019

Georg Holzinger tritt 2020 nicht mehr an

Georg Holzinger im Sitzungssaal des Haldenwanger Rathauses: Seit 1996 ist er Erster Bürgermeister der Gemeinde. Nach vier Amtsperioden wird er bei den Kommunalwahlen 2020 nicht mehr antreten.
Bild: Peter Wieser

Haldenwangs Bürgermeister ist der älteste im nördlichen Landkreis. Was er bewegt hat und warum er im nächsten Jahr nicht mehr kandidieren wird.

„Nicht viel schwätzen, sondern handeln und sich den Tatsachen stellen“: Das sei der Leitspruch gewesen, der ihn fast ein Vierteljahrhundert als Bürgermeister der Gemeinde Haldenwang begleitet habe. Georg Holzinger, der dienstälteste und zugleich auch der älteste Rathauschef im nördlichen Landkreis, wird bei den Kommunalwahlen 2020 nicht mehr kandidieren. In gut einer Woche wird er das auch offiziell bei der Gemeinderatssitzung am Mittwoch, 20. Februar, 19 Uhr, bekannt geben.

Mit Walter Sauter (Bubesheim), Ernst Walter (Kötz) und Oliver Preußner (Bibertal) haben bereits drei weitere seiner Amtskollegen angekündigt, nicht mehr als Bürgermeisterkandidat anzutreten (wir berichteten). „Nach so langer Zeit und mit fast 70 Jahren soll man Platz für die jüngere Generation machen“, betont Holzinger, der im Herbst nächsten Jahres seinen runden Geburtstag feiert. Auch gesundheitliche Gründe spielten mit, dass er aufhöre. Rein theoretisch könnte sich der gebürtige Konzenberger durchaus ein weiteres Mal zur Wahl stellen. Bei einem ehrenamtlichen Bürgermeister gibt es keine Altersgrenze, ein berufsmäßiger Erster Bürgermeister dagegen darf am Tag des Beginns seiner Amtszeit das 67. Lebensjahr nicht vollendet haben.

Nur wenige können den Beruf das Amt miteinander vereinbaren

Im Hinblick auf die jüngere Generation allerdings sieht es Georg Holzinger dennoch nicht ganz einfach. Es gebe nur wenige Personen, die den eigenen Beruf und das Amt des ehrenamtlichen Bürgermeisters miteinander vereinbaren könnten. Hinzu kommt: Wie geht es weiter, wenn man nach sechs Jahren nicht mehr wiedergewählt wird? Als selbstständiger Landwirt und dass er dadurch zu jeder Zeit für sein Amt zur Verfügung habe stehen können, sei das bei ihm möglich gewesen – jedoch nur mit Unterstützung seiner Frau und der vier Söhne. Freizeit oder Hobbys, wie Fußballspielen und Skifahren, habe es höchstens dann gegeben, wenn keine Termine anstanden, so Holzinger. Das „Bürgermeister sein“ liegt im Hause Holzinger in der Familie: Sowohl sein Großvater als auch sein Urgroßvater waren zu früheren Zeiten Bürgermeister von Konzenberg.

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Georg Holzinger wurde 1984 mit 33 Jahren als jüngstes Mitglied in den Haldenwanger Gemeinderat gewählt, er war von 1990 bis 1996 Zweiter und seither Erster Bürgermeister. Die Stichwahl mit zwei weiteren Kandidaten konnte er damals mit deutlicher Mehrheit für sich entscheiden. Dadurch, dass er schon sehr früh dem Gemeinderat angehörte, sei er schon immer mit der Politik verbunden gewesen, weil er etwas habe bewegen wollen. Seit 2002 ist er als CSU-Mann gleichzeitig Mitglied im Kreistag.

Es wurde so lange diskutiert, bis man einer Meinung war

Im Gemeinderat dagegen solle weder Partei- noch Ortsteildenken herrschen – das sei immer schon sein Ziel gewesen. War man sich nicht einig, dann habe man, immer miteinander und nie gegeneinander, so lange diskutiert, bis man letztlich doch einer Meinung gewesen sei. Aufgrund mancher zu erfüllenden Vorgaben habe man allerdings gewisse Vorstellungen nicht immer verwirklichen können.

Dennoch hat sich in der Gemeinde unter Bürgermeister Georg Holzinger vieles verändert: Neben dem Ausbau der Dorfplätze wurden rund zwölf Kilometer Ortsstraßen gebaut, Radwege in einer Gesamtlänge von zwölf Kilometern verbinden alle Ortsteile und Nachbargemeinden und insgesamt sieben Baugebiete sind während dieser Zeit entstanden. „Meine Gemeinde war wie mein eigener landwirtschaftlicher Betrieb“, erklärt Holzinger und nennt die stattliche Zahl von 60 Millionen Euro, die während seiner Zeit als Bürgermeister im Haushalt umgesetzt wurden.

Den Nachfolger - oder die Nachfolgerin - würde er gerne ins Amt einführen

Zwei Vorhaben wird Georg Holzinger in seiner noch verbleibenden Amtszeit wohl nicht vollendet sehen: die Fertigstellung des geplanten gemeinsamen zentralen Feuerwehrgerätehauses für die Wehren aus Konzenberg, Hafenhofen und Eichenhofen sowie den An- beziehungsweise Neubau des Kindergartens mit Kinderkrippe – vor acht Jahren eine der ersten Krippen im Landkreis überhaupt. Erfolge, die dann sein Nachfolger oder seine Nachfolgerin haben solle, wie Holzinger schmunzelnd sagt. Wichtig sei zunächst, dass die Bürger wüssten, dass er 2020 nicht mehr kandidiert. Er hoffe, dass es sich so ergebe, dass es einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin gebe, der oder die das Amt entsprechend weiterführe. „Wenn er oder sie mich braucht, bin ich da und werde mit Rat und Tat zur Seite stehen.“

Termine am Abend werde es dann nicht mehr geben, er werde mit seiner Frau, den Familien seiner Kinder und vor allem mit seinen fünf Enkelkindern mehr unternehmen. „Die übrige Zeit werde ich dann in der Bio-Landwirtschaft und in der Gastwirtschaft mithelfen“, verrät der Noch-Bürgermeister.

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