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22.05.2019

Gewerkschaft warnt vor Tarifflucht

Welche Vorzüge die Sozialpartnerschaft hat

Schlechtere Bezahlung, längere Arbeitszeiten, weniger Urlaub: Beschäftigte, die im Landkreis Günzburg in einem Unternehmen arbeiten, in dem kein Tarifvertrag gilt, sind im Job klar benachteiligt. Darauf hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten hingewiesen.

Nach Einschätzung der NGG halten sich mittlerweile viele der rund 3400 Betriebe im Kreis nicht mehr an Tarifverträge. Das hat auch Folgen für die Unternehmen selbst, warnt Gewerkschafter Tim Lubecki: „Tariflose Firmen haben in puncto Motivation und Produktivität der Mitarbeiter meist schlechtere Karten. Auch die Suche nach Fachkräften fällt ihnen schwerer“, so der Geschäftsführer der NGG Schwaben mit Blick auf aktuelle Studien der Hans-Böckler-Stiftung.

Lubecki ruft die Firmen in der Region dazu auf, sich zur Sozialpartnerschaft und zur Mitbestimmung zu bekennen. „Gerade beim digitalen Wandel der Arbeitsplätze muss man die Belegschaften mitnehmen. Gewerkschaften und Betriebsräte sichern nicht nur Jobs. Sie helfen auch dabei, die Zukunft zu gestalten – von neuen Arbeitszeitmodellen bis hin zur Weiterbildung der Mitarbeiter.“

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Nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) arbeiteten zuletzt 56 Prozent der Beschäftigten in Bayern in einem Betrieb mit Tarifvertrag. In ganz Westdeutschland liegt die Quote bei 57 Prozent – im Jahr 2000 waren es noch 70 Prozent.

Nach Beobachtung von Gewerkschafter Lubecki greift die „Tarifflucht“ auch im Landkreis Günzburg um sich: „Immer mehr Betriebe versuchen, sich um Tarifverträge zu drücken. Damit setzen sie bewährte Standards aufs Spiel und bieten ein Einfallstor für Dumping-Konkurrenz.“

Besonders niedrig ist die Tarifbindung dem IAB zufolge dabei in kleinen Firmen: Lediglich 17 Prozent der bayerischen Betriebe mit weniger als zehn Mitarbeitern halten sich aktuell an einen Tarifvertrag.

In Unternehmen mit mehr als 200 Beschäftigten liegt die Quote hingegen bei 77 Prozent. (zg)

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