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Günzburg

20.02.2020

Goldene Hochzeit: Sein Pfiff bleibt Anna-Maria Rütten im Gedächtnis

Anna-Maria und Albert Rütten heirateten vor 50 Jahren. Heute feiert das Ehepaar, das seit 1973 in Günzburg wohnt, goldene Hochzeit.
Bild: Claudia Jahn

Das Ehepaar Rütten ist seit 50 Jahren verheiratet. Was die Wohnungssuche mit ihrer Hochzeit zu tun hat.

Es war eine Arbeitskollegin im Krankenhaus in Lindenberg, die die junge Schwesternhelferin im Herbst 1969 überredete, doch mit ihr auf einen Tanzabend in die Stadt zu gehen. Dass dieser Abend entscheidend für ihr ganzes Leben sein sollte, hätte sich Anna-Maria damals nicht träumen lassen. Albert, ein ebenfalls noch junger Mann aus Westfalen, der beruflich als Aufzugbauer gerade mal für zwei Wochen auf Montage im Allgäu war, besuchte zufällig die gleiche Veranstaltung und fand rasch Gefallen an der hübschen Frau. Der Abend verging viel zu schnell und das Paar suchte in den folgenden 14 Tagen immer wieder nach Möglichkeiten, sich zu treffen.

Gerne erinnert sich die Jubilarin an den ganz speziellen Pfiff, mit dem sich Albert vor den Fenstern des Wohnheimes bemerkbar machte, wenn er sie nach Feierabend zu einem Spaziergang abholte. Am Ende der beiden Wochen bejahte Anna-Maria Alberts Frage „Meinst Du es ernst mit mir?“ von ganzem Herzen und fortan kam der Westfale jedes Wochenende mit dem Zug aus München ins Allgäu.

Die erste Reise ging nach Westfalen zu den Eltern beziehungsweise Schwiegereltern

Ein freudiges Ja war auch die Antwort auf Alberts Heiratsantrag wenige Wochen später und so feierte das Paar bereits an Weihnachten Verlobung in Simmerberg, dem Heimatort von Anna-Maria. Die erste gemeinsame Reise führte die beiden nach Oelde in Westfalen, um dort Alberts Eltern zu besuchen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht den weiten Weg in den Süden Deutschlands zur Verlobungsfeier auf sich nehmen konnten.

Goldene Hochzeit: Sein Pfiff bleibt Anna-Maria Rütten im Gedächtnis

Der Wohnungsmarkt war damals ähnlich angespannt wie heute. Das Paar hatte jedoch Glück, eine kleine Wohnung in einem Neubau in Aussicht gestellt zu bekommen. Bedingung für die Vermieterin war jedoch, dass „geregelte Verhältnisse“ geschaffen werden und deshalb wurde umgehend das Aufgebot bestellt und am 20. Februar 1970 standesamtlich geheiratet. Seit dem ersten gemeinsamen Tanzabend war da noch nicht einmal ein halbes Jahr vergangen.

Kirchliche Trauung: zuerst Schneetreiben, dann blauer Himmel

Weil der Gesundheitszustand von Alberts Mutter noch nicht ganz stabil war, wurde beschlossen, die kirchliche Trauung erst im Mai zu feiern. Und das sollte ein Tag werden, an den das Jubelpaar auch sehr gerne zurückdenkt. Fand der große Hochzeitszug mit Blaskapelle am Vormittag durchs Dorf zur Kirche noch bei heftigem Schneetreiben statt, klarte mittags der Himmel auf und zur Kaffeestunde saß die Festgesellschaft bei strahlendem Sonnenschein auf der Terrasse eines Ausflugslokals in den Bergen, bevor abends die zünftige Feier im Dorf begann.

Das Ehepaar Anna-Maria und Albert Rütten aus Günzburg feiert goldene Hochzeit.
Bild: Sammlung Rütten

Genau ein Jahr nach der standesamtlichen Trauung am 20. Februar 1971 kam Tochter Cornelia zur Welt und drei Jahre später vervollständigte Tochter Andrea das Glück. Aus beruflichen Gründen verschlug es die junge Familie 1973 nach Günzburg. Nach einigen Jahren konnte das Ehepaar ein Haus in der Ulmer Straße kaufen, welches die zwei mit tatkräftiger Unterstützung der beiden Töchter selbst mit viel handwerklichem Geschick umgebaut und liebevoll eingerichtet haben. Trotz all der Arbeit fanden sie immer Zeit für gemeinsame Tanzabende und sind da auch heute noch häufig unterwegs – manches Mal sogar bis in die frühen Morgenstunden.

Ein Schrebergarten sorgt für genug Beschäftigung

Auch sonst kann sich das Paar, das nun im Ruhestand lebt und sehr viel Freude am achtjährigen Enkel Simon hat, nicht über Langeweile beschweren. Ein Schrebergarten sorgt für Beschäftigung den ganzen Sommer über und Albert Rütten kümmert sich als Obmann des Kleingartenvereins auch noch um die verwaltungstechnischen Angelegenheiten.

Ab Herbst wenden die beiden ihre Aufmerksamkeit einem weiteren Hobby zu, dem Krippenbau. Im Laufe der Jahre entstand so eine Vielzahl von Krippenbauten – seien es alpenländische, orientalische oder auch Felskrippen. Die Ehrenurkunde des Krippenbauvereins Sulzberg in Vorarlberg zeugt von langjährigem Einsatz für den Verein. Und in Günzburg sind sie aktive Mitglieder bei Kolping und der Seniorengemeinschaft des Landkreises.

Die künstlerische Ader von Anna-Maria zeigt sich in vielen kleinen Kunstwerken, die, gefertigt mit Serviettentechnik auf Leinwand oder auch auf speziell ausgesuchten Steinen, das ganze Haus schmücken. Und für die heutige Feier des goldenen Hochzeitsjubiläums hat die leidenschaftliche Hobbybäckerin mit Buttercreme, Mandeln und selbst gemachter Marmelade ein süßes Kunstwerk als Hochzeitstorte geschaffen.

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