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Jettingen-Scheppach

10.08.2020

Großbrand auf Pferdehof Weishaupt in Jettingen: Feuerwehrmann schwer verletzt

Auf einem Pferdehof in Jettingen-Scheppach ist es am Montagnachmittag (10. August 2020) zu einem Großbrand gekommen. Die Feuerwehr war mit vielen Einheiten im Einsatz.
Video: Mario Obeser

Mit vielen Fahrzeugen ist die Feuerwehr zu einem Pferdehof in Jettingen ausgerückt. Auch ein Rettungshubschrauber musste angefordert werden. Warum es für den Hof Glück im Unglück gab.

Ein Feuer auf dem Hof von Sportpferde Weishaupt in Jettingen hat am Montag zu einem Großeinsatz geführt. Zunächst hatte es in einem Strohlager gebrannt, doch auch angrenzende Gebäude und Fahrzeuge wurden in Mitleidenschaft gezogen.

Die Managerin des landesweit renommierten Stalls und Lebensgefährtin von Besitzer Josef Weishaupt, Linda Carmagnani, sagte im Gespräch mit unserer Zeitung, dass ein Mädchen, das bei den Pferden hilft, Qualm gesehen habe. Einen Strohballen habe sie als Quelle ausmachen können. Sie habe einen Lehrling gerufen, doch nachdem der Löschversuch scheiterte, habe man sofort die Feuerwehr gerufen. Der Brand habe sich in Sekundenschnelle ausgebreitet. Weite Teile des Hofes seien betroffen, neben dem alten Stalltrakt unter anderem eine Lagerhalle, die Stroh- und Heuernte, Zubehör, Futter und Maschinen. Auch die Autos der Lehrlinge wurden demnach zerstört, insgesamt brannten vier Wagen aus.

Kein Pferd auf Pferdehof Weishaupt in Jettingen zu Schaden gekommen

Zumindest konnten die 21 Pferde aus den Stallungen in Sicherheit gebracht werden, weitere auf der Koppel seien nicht in Gefahr gewesen. Bei den Tieren handele es sich zumeist um eigene, aber einige seien auch zur Ausbildung auf dem Hof gewesen. Am späten Montagnachmittag sagte Linda Carmagnani, dass gut die Hälfte schon bei Bekannten untergebracht werden konnte, für die weiteren suchte man noch Plätze.

Auf einem Pferdehof in Jettingen-Scheppach ist es am Montagnachmittag (10. August 2020) zu einem Großbrand gekommen. Die Feuerwehr war mit vielen Einheiten im Einsatz.
Video: Mario Obeser

Neben der Tatsache, dass keines der Pferde – aber vermutlich zwei Hühner – und keine Angestellten zu Schaden kamen, könne man von Glück im Unglück sprechen, dass der Brand eine Minute vor 13 Uhr entdeckt wurde. „Wir essen immer zusammen um eins. Daher hätten wir das Feuer dann wohl nicht mehr rechtzeitig bemerkt, um die Tiere zu retten.“

Polizei schätzt Schaden auf eine Million Euro

Wie es nun konkret weitergeht, weiß Carmagnani noch nicht. Aber fest stehe: „Abreißen und wieder aufbauen. Wir machen auf jeden Fall weiter.“ Es gebe genug Fotos, etwa der Polizei, damit sich die Versicherung umgehend ein Bild machen könne. Die Beamten schätzen den entstandenen Schaden derweil auf gut eine Million Euro.

Die ersten Ermittlungen übernahmen zwei Streifen der Polizeiinspektion Burgau und eine des Kriminaldauerdienstes aus Memmingen. Die weiteren Brandermittlungen werden jetzt vom zuständigen Fachkommissariat der Kriminalpolizeiinspektion Neu-Ulm übernommen. Die Ermittlungen gehen in alle Richtungen. Zur Brandursache konnte die Polizei zunächst noch nichts sagen. Carmagnani erklärte, es werde wohl von einer Selbstentzündung des Strohballens ausgegangen.

Beim Brand eines Pferdehofs in Jettingen ist ein Schaden in Millionenhöhe entstanden.
Bild: Mario Obeser

Im Einsatz waren nach Angaben der Polizei die Feuerwehren Jettingen und Scheppach, Günzburg, Freihalden, Burgau, Wettenhausen, Ried, Hagenried, Röfingen, Oberwaldbach, Kemnat und Ettenbeuren mit insgesamt etwa 255 Kräften. Der Rettungsdienst war zudem mit zwei Rettungswagen, einem Notarzt und einer örtlichen Einsatzleitung eingebunden.

Feuerwehrmann wird mit Hubschrauber in Unfallklinik geflogen

Bei den Löscharbeiten kam es gegen 16.30 Uhr plötzlich zu einer Verpuffung. Kreisbrandrat Stefan Müller sagte unserer Zeitung, dass der eigentliche Brand bereits gegen 15 Uhr unter Kontrolle gewesen sei. Beim Betanken einer Tragkraftspritze habe sich dann aber die Verpuffung ereignet. Ein Feuerwehrmann aus Ried sei mit schweren Verbrennungen mit einem Rettungshubschrauber in die Unfallklinik nach Murnau geflogen worden. Die Feuerwehr Ried sei dann aus dem Einsatz genommen worden, die Kameraden würden betreut.

Nachdem der Brand unter Kontrolle war, brachte die Feuerwehr die Strohballen mit Baggern ins Freie und löschte sie weiter ab. Ein weiteres Problem: Öl floss in den Riedbach, der zur Mindel führt, und in einen Löschwasserteich. Also mussten Ölsperren gesetzt werden und das Wasserwirtschaftsamt wurde eingebunden. Der Kreisbrandrat geht davon aus, dass der Einsatz noch bis in die Nacht andauern wird. (mit ica und obes)

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