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Großes Kino für die Organspende in Günzburg

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Kommentar Von Till Hofmann
05.04.2019

Die Krankenkassen sind verpflichtet dazu, regelmäßig über die Organspende zu informieren. Die AOK Günzburg hat das jetzt in eindrucksvoller Weise getan.

Das ist eine dramatische Zahl: 9400. So viele Menschen in Deutschland warten nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation auf ein Spenderherz, eine Lunge, Leber oder Niere. Hinter dieser blanken Zahl stehen 9400 Schicksale, Leidensgeschichten, Traurigkeit, Hoffnung, Tod. Denn viele der Schwerkranken erhalten kein passendes Spenderorgan. Dass es in Deutschland eine große Diskrepanz zwischen denen gibt, die ein Organ benötigen und denen, die bereit sind, eines im Falle des Falles zu spenden (im vergangenen Jahr unter 1100 Organspender), ist bekannt. Die Spendebereitschaft wird von einer großen Mehrheit als sinnvoll erachtet. Wenn es dann darum geht, den Willen auf einem Organspendeausweis konkret zu bekunden, sieht es schon anders aus.

Das hat vielerlei Gründe – etwa das Unbehagen, überhaupt ein solches Thema anzusprechen. Denn für die Chance, dass jemand weiterleben kann, muss ja eine andere Person zuvor gestorben sein. Oder aber der Skandal um fingierte Empfängerlisten vor einigen Jahren. Da ist viel Vertrauen verloren gegangen.

Unabhängig von der aktuellen politischen Diskussion, an deren Ende sinnvollerweise die Widerspruchslösung stehen dürfte: Stete Information ist in diesem hochgradig emotional besetzten Thema überaus wichtig. Die Krankenkassen sind verpflichtet dazu. Wie sie das machen, bleibt ihnen überlassen. Die AOK hat das Gefühl dazugenommen. Das Schreiben mit beigelegtem Organspendeausweis ist das Standardprogramm. Die Krankenkasse hat Esprit bewiesen und ist abgewichen vom üblichen Schema. Sie hat einen Kinoabend mit anschließender Diskussion organisiert. Der französische Spielfilm „Die Lebenden reparieren“ zielte aufs Herz und bewegt Zuschauer mehr als viele Erklärungsversuche über Sinn und Unsinn einer Organspende. Der Verstand des Publikums wurde ebenfalls bedient – mit einer Gesprächsrunde und gut ausgewählten Teilnehmern, die alle etwas zu sagen hatten. Großes Kino in Günzburg für ein lebenswichtiges Thema.

Lesen Sie hierzu auch den Bericht Organspende: Ein Film, der zu Herzen geht

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