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Waldstetten

12.08.2020

Günter Gans erkundet den Landkreis Günzburg

Seit April zu sechst: Die dreizehnjährige Lea, Mutter Tanja, die achtjährige Anna, Vater Michael und der zehnjährige Jakob (von links) mit dem neuen Familienmitglied, dem Wildgänserich Günter.
Bild: Lara Schmidler

Ein Wildgänserich wächst in Waldstetten bei der Familie Fahrenschon auf und wird durch seine Ausflüge im ganzen Umkreis bekannt.

Majestätisch schwimmt er hin und her und behält seine Beobachter dabei genau im Auge. Beinahe gewinnt man den Eindruck, dass er es genießt, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen. Mit seinen viereinhalb Monaten ist er das jüngste Mitglied der Familie Fahrenschon aus Waldstetten und schon jetzt überall im Umkreis bekannt. Doch die Rede ist nicht von einem Menschen. Denn „er“ ist eine Gans.

Das kleine Küken hat seine Familie verloren

Die Geschichte beginnt am 2. April dieses Jahres. Für viele ein ganz normaler Tag. Für die Familie Fahrenschon dagegen ist es ein ganz besonderes Datum, das die drei Kinder Lea, Jakob und Anna auch heute noch wie aus der Pistole geschossen nennen können. Denn an diesem Tag kam Vater Michael mit einem ungewöhnlichen Mitbringsel nach Hause: einem kleinen Wildgans-Küken. „Ein Bekannter hat das Küken gefunden, es hatte wohl seine Familie verloren“, erzählt er. Kurzerhand entscheidet er, das verwaiste Tier aufzuziehen – die Kinder sind begeistert. Schon wenig später gehört die kleine Gans zur Familie und erhält, nach dem Kinder-Hörspiel „Monika Häuschen“, den Namen Günter.

Die Familie zieht das Küken zunächst im Haus auf, wo Günter schon bald jede Nacht im Kinderzimmer verbringt. „Er hat immer angefangen zu rufen, sobald niemand mehr in Sicht war“, erzählt Mutter Tanja. Und ebenso, wie die Familie Günter ins Herz schließt, entwickelt auch der Gänserich eine große Zuneigung zu seiner neuen Schar, folgt besonders den Kindern auf Schritt und Tritt. Die Kinder begleiten im Gegenzug seine ersten Schwimm- und Flugversuche und beim Besuch der Oma in Ebersbach wird natürlich auch das neue Familienmitglied direkt vorgestellt. Und das nicht ohne Folgen.

Günter macht jetzt öfter Ausflüge auf eigene Faust

Denn nur wenig später war der Gänserich auf einmal verschwunden. Die Familie war in heller Aufregung, bis ein Anruf aus Ebersbach den Fall klärte: Günter scheint der Ausflug so gut gefallen zu haben, dass er beschloss, die Oma gleich noch einmal zu besuchen. Dass er dabei um sieben Uhr morgens durch seine Landung mitten auf der Ortsstraße in Ebersbach ein kleines Verkehrschaos auslöste, brachte den zutraulichen Gänserich nicht aus der Fassung. Mittlerweile ist es die Familie Fahrenschon gewohnt, dass Günter ab und an seine eigenen kleinen Ausflüge unternimmt. Dreimal mussten sie ihn schon aus Ebersbach abholen, doch auch aus Groß- und Kleinkötz kamen bereits Anrufe, dass der Gänserich gesichtet worden sei. Und in Waldstetten ist Günter natürlich auch schon bekannt wie sonst nur ein bunter Hund.

Inzwischen ist er längst kein Küken mehr und wohnt auch nicht mehr im Haus, sondern in einem Entenstall. Lea, Jakob und Anna haben einen eigenen kleinen Teich für den Gänserich ausgehoben, den er bei dem warmen Wetter nur zu gerne nutzt. Und wer weiß, vielleicht überlegt er schon, wann er mal wieder die Oma in Ebersbach besuchen könnte.

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