Newsticker
Bundes-Notbremse: Ausgangsbeschränkungen fallen weniger streng aus
  1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Günter Prasser ist tot: Sein Herz schlug für Günzburgs Volksfest

Nachruf

05.11.2019

Günter Prasser ist tot: Sein Herz schlug für Günzburgs Volksfest

Günter Prasser, langjähriger Günzburger Stadtrat und Ehren-Kreishandwerksmeister, ist im Alter von 78 Jahren gestorben.
Foto: Bernhard Weizenegger

Das ehemalige Günzburger Stadtratsmitglied, Ehren-Kreishandwerksmeister Günter Prasser, ist gestorben. Er bleibt wegen vieler Dinge in Erinnerung.

Die Nachricht erschütterte viele Mitglieder des Günzburger Stadtrats sichtlich: Günter Prasser, jahrzehntelanges Mitglied des Gremiums und Ehren-Kreishandwerksmeister, ist tot. Der Günzburger starb bereits am vergangenen Mittwoch im Alter von 78 Jahren. Der Anfang der Stadtratssitzung am Montagabend war deshalb dem Gedenken an den Malermeister gewidmet, Oberbürgermeister Gerhard Jauernig würdigte den Verstorbenen mit einer Ansprache.

Die Erinnerung an Günter Prasser zauberte dabei trotz aller Trauer so manchem Stadtratskollegen ein Lächeln aufs Gesicht. Denn neben seinen vielfältigen Ämtern bleibt Prasser vor allem wegen seines Humors und seinen bisweilen kabarettistischen Einlagen in Erinnerung.

Von 1992 bis 2014 gehörte er dem Günzburger Stadtrat an

Günter Prasser gehörte dem Günzburger Stadtrat für die CSU von Oktober 1992 bis April 2014 an. Er war damals als Nachrücker für Harry Bendl in den Stadtrat gekommen. „Als Kulturreferent, Stadtrat und langjähriger Kreishandwerksmeister hat sein kommunalpolitisches Wirken in unserer gemeinsamen Heimatstadt Spuren hinterlassen“, so Jauernig. Günter Prasser gehörte während der Wahlperioden unter anderem dem Bauausschuss, der Arbeitsgruppe Wirtschaft, dem Jugend-, Kultur- und Sportausschuss sowie der Arbeitsgruppe Stadtentwicklung an.

Nicht einmal eine Beckenfraktur, die er sich im Jahr 2003 bei einem Arbeitsunfall auf dem Günzburger Marktplatz zugezogen hatte, konnte den umtriebigen Stadtrat lange aufhalten: Zwei Monate später saß Prasser schon wieder am Ratstisch zwischen seinen Ratskollegen. 2014 trat er dann auf eigenen Wunsch nicht mehr bei den Kommunalwahlen an. Seine Verabschiedung aus dem Stadtrat gestaltete er gewohnt humorvoll: Er wolle, dass eine Tradition im Stadtrat weiterleben wird: die des Gesprächs nach der Sitzung. Während der Amtszeit von Alt-Oberbürgermeister Rudolf Köppler habe der Stadtrat ihn einst zum „Bierreferenten“ gewählt. „Und meine Frau war wenig erfreut darüber, als dazu dann in der Günzburger Zeitung stand, was Dr. Köppler nach meiner Wahl gesagt hatte: Ich hoffe, sie sind immer voll da!“, so Prasser mit einem Augenzwinkern.

Er legte überall mit Hand an

Beruflich war Prasser ab 1972 in der damaligen Lackiererei Niemeyer als Meister tätig. 1989 pachtete er die Lackiererei und führte den Betrieb bis Ende 2007. Ende 2010 verkaufte die Familie den bis dahin verpachteten Betrieb. Als 2012 die Kreishandwerkerschaften Neu-Ulm und Günzburg fusionierten – ein Schritt, um den er selbst gewoben hatte – verabschiedete sich Prasser nach zwölf Jahren als Kreishandwerksmeister.

Günter Prasser legte überall in der Stadt mit Hand an, wo er gebraucht wurde – ob beim Bühnenbild-Malen für die Kolpingbühne, bei der Dekoration des ersten Maibaums in der Günzburger Innenstadt, der von ihm gestarteten Begrünungsaktion, als Gründungsvorsitzender des Jahnhallen-Fördervereins oder dem Bau des Spielschiffs „Esperance II“, das auf dem Platz zwischen Jahnhalle und Sparkasse stand.

Seine Ideen prägten das Günzburger Volksfest

Sein Herz gehörte jedoch im besonderen Maße dem Günzburger Volksfest. „Ob es die bunten Herzen sind, die jedes Jahr auf das Volksfest hinweisen oder das inzwischen traditionelle Baumstammklettern an den Festtagen, Günter Prassers Ideen prägten das Fest genauso wie sein Kontakt mit den Schaustellern“, würdigte Oberbürgermeister Gerhard Jauernig in der Stadtratssitzung das Wirken Prassers.

Als Volksfestreferent habe dieser wertvolle und nachhaltige Gedanken entwickelt und von ihm eingebrachte Ideen oft bis zur Umsetzung persönlich begleitet. Dabei erfüllte er seinen Günzburgern natürlich auch wünsche – zum Beispiel 1999, nachdem Besucher im Festzelt die aufgehängten fränkischen Städtewappen kritisiert hatten. Prasser sorgte für die Umrüstung auf Schwaben: Zwölf Wappenschilde – alle mit Bezug auf Günzburg – lieferte der Malermeister.

Die Trauerfeier für Günter Prasser findet am kommenden Freitag, 8. November, um 13 Uhr in der Kirche St. Martin in Günzburg statt, die anschließende Urnenbeisetzung ist auf dem Günzburger Friedhof.

Lesen Sie auch:

Abschied aus dem Stadtrat

Ein Leben für das Volksfest

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren