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07.08.2018

Günzburg bekommt wieder eine Disco

Die lange leer stehenden Räume am Autohof in Günzburg werden bald wieder genutzt. Die Disco „Puls Günzburg“ soll im Herbst eröffnen.
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Die lange leer stehenden Räume am Autohof in Günzburg werden bald wieder genutzt. Die Disco „Puls Günzburg“ soll im Herbst eröffnen.
Bild: Bernhard Weizenegger

Seit Jahren steht der Tanztempel am Autohof nahe der A8 leer. Zwei Freunde wollen das ändern. Auch im früheren Burgerladen in der Nähe soll sich etwas tun.

Lange Erfolg hatte die Diskothek am Autohof in der Nähe von Paketzentrum und der A8-Anschlussstelle in Günzburg nicht. Anfang 2010 eröffnet, wurde sie bereits im April 2012 geschlossen. Dabei ging es unter anderem auch um ausstehende Mietzahlungen. Im Oktober desselben Jahres machte sie unter neuer Leitung wieder auf, 2015 war, nach Angaben der Stadtverwaltung, aber erneut Schluss. Volker Meyer-Hertäg und Andreas Sichermann wollen es jetzt besser machen.

Die beiden Freunde und nun auch Geschäftspartner haben die Räume seit dem 1. April dieses Jahres gepachtet und investieren eine höhere sechsstellige Summe, wie der 31-jährige Meyer-Hertäg aus dem Landkreis Dillingen beim Besuch unserer Zeitung sagt. Seit sie 18 waren, seien sie bereits in der Branche tätig. „Sie ist unsere Leidenschaft“, auch wenn sie hauptberuflich andere Jobs haben, er selbst als Abteilungsleiter einer großen Baustofffirma. Mit einem auf Gäste und Standort zugeschnittenen Konzept sollen die Discolichter hier bald wieder dauerhaft angehen.

Allzu viel verraten will er noch nicht vor der Eröffnung, die für Oktober geplant ist. Wie es im Innern aussieht, soll für die Besucher eine Überraschung werden. So wie früher jedenfalls nicht, sondern edler. Zwei Floors, also zwei Bereiche, werden es sein. Einer zielt auf das Massenpublikum, im ehemaligen Stadl wird ein anderes Konzept verfolgt. Fünf Lounges werden eingerichtet, die etwa auch von Firmen gebucht werden können. Bei einer gibt es einen direkten, exklusiven Zugang zur Cocktailbar.

Die Fläche soll im Großen und Ganzen beibehalten werden, im ehemaligen Stadl wird sie allerdings etwas kleiner. Die maximale Gesamtkapazität von gut 2000 Gästen im „Puls Günzburg“, wie die Disco heißen wird, soll aber möglichst bleiben. Ein professionelles Umbauteam, die Pächter selbst, Familienmitglieder und einige künftige Mitarbeiter sind derzeit noch dabei, alles umzugestalten. Dafür verwenden die neuen Chefs auch ihren Sommerurlaub. Gerade das Entfernen des Stadls sei ziemlich viel Arbeit. Zudem werde neben einer neuen Licht- und Tonanlage auch ein neues Brandmeldesystem installiert, das vorherige habe viele Fehlalarme verursacht.

Darum glauben die „Puls“-Betreiber an den Erfolg

Doch warum sind sie sich sicher, dass der Betrieb unter ihrer Leitung besser laufen wird als früher? „Wir konzentrieren uns auf den Samstag und Sonderöffnungstage“, erklärt Meyer-Hertäg. Denn auf je mehr Tage sich der Betrieb verteilt, desto leerer könne es an den einzelnen aussehen. Mindestens 1000 Leute brauche es, damit der Laden nicht leer wirkt. Wenn jemand dann einmal kommt und nicht allzu viel los ist, spreche sich das negativ herum, auch wenn am nächsten Tag alles ausverkauft ist. Die Lage zwischen Ulm und Augsburg mit dem großen Einzugsgebiet sei ein großer Vorteil, außerdem sollen die Gäste stärker eingebunden werden. Weil sie selbst noch relativ jung seien – sein Kompagnon aus Hermaringen ist 30 –, hätten sie auch eher einen Draht zum Publikum und sie wollen immer selbst präsent sein. Zudem sollen die Gäste dem Discjockey nicht nur zusehen, es werde Gewinnspiele, Events und alle paar Wochen „einen größeren Act, zum Beispiel einen bekannten DJ“, geben. Wer nicht ständig Neues biete und werbe, sei heutzutage schnell weg vom Fenster.

Weil die Jüngeren – Einlass ist mit Erlaubnis der Eltern ab 16 – die vorherigen Diskotheken „Arena“ und „Club Palace“ hier nicht mehr kenn würden, sei es auch kein Problem, dass sie innerhalb weniger Jahre die dritten Pächter sind. Eine Disco mit dem Konzept gebe es in der Region auch nicht. Auf Kartenbezahlsysteme wollen sie übrigens verzichten, sie setzen auf Barzahlung, „dann haben die Gäste auch den besseren Überblick“. Die Preise sollen im Rahmen sein; es wird nur Getränke geben, kein Essen. Beim Personal legen die Chefs Wert auf Erfahrung, 40 bis 50 Mitarbeiter auf 450-Euro-Basis sollen es werden, hinzu kommt ein Sicherheitsdienst.

Das soll aus dem früheren Burgerladen werden

Meyer-Hertäg betont, dass alles auf einem ausführlichen Konzept beruhe und mehrfach durchgerechnet worden sei. Auf der „Puls“-Facebook-Seite sei die Vorfreude bei den Nutzern jedenfalls bereits groß, „ich bin der festen Überzeugung, dass es läuft“. Mit dem Objekt geliebäugelt hatten sie bereits länger. Zuvor hatte sich Meyer-Hertäg auch den früheren, seit Jahren leer stehenden Burgerladen am anderen Ende des Autohof-Geländes angesehen, um dort eine Cocktail- oder Shishabar einzurichten. Doch die damaligen Vermieter hätten eine unbezahlbare Pachtvorstellung gehabt. Erst als Disco und Restaurant den Besitzer wechselten, sei Bewegung in die Sache gekommen.

Martin Hallama vom Truck-Center am Autohof hat die Gebäude gekauft. Aus dem Tanzlokal wollte er eigentlich eine Industriehalle machen, ließ sich aber vom Disco-Konzept überzeugen. Das Restaurant hat er auf Vordermann bringen lassen und ist „zu 99,9 Prozent“ überzeugt, wieder Gastronomie reinholen zu können. Sei es ein Steakrestaurant – „dann könnte ich dort immer zum Mittagessen gehen“, sagt er lachend –, oder vielleicht eine Filiale des Hähnchenfrittierers Kentucky Fried Chicken. Noch dieses Jahr will er die Räume vermieten. Die Lage an der A8 sei ideal. Die Fotos des Ex-Fußball-Profis Martin Max, dessen Restaurant es einst war und die dort noch hängen, sollen aber rauskommen.

Bundesverband sieht gute Zukunft für Discos

Meyer-Hertäg will die Räume nun erst einmal aber nicht haben. Zunächst müsse die Diskothek gut anlaufen. Obwohl in den vergangenen Jahren viele in der Branche schlossen, sieht übrigens auch der Bundesverband deutscher Diskotheken und Tanzbetriebe weiter eine gute Zukunft für die Discos, betont dessen Präsident in einer Analyse. Die Wiederinbetriebnahme in Günzburg ist, so erklärt die Stadtverwaltung, grundsätzlich unproblematisch, da sich die Nutzung nicht ändert.

Eine Anmeldung des Betriebs liege allerdings noch nicht vor, wenn sie kommt, seien natürlich gewisse Prüfungen nötig. Die Wirtschaftsbeauftragte der Stadt, Beate Agemar, begrüßt jedenfalls, „dass eine klassische Disco in Günzburg wieder angeboten wird“.

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