Pflege

22.08.2015

Gute Arbeit kostet

Der DGB hat sich mit dem „grauen Markt“ beschäftigt

Mit dem Thema „Pflege“ hat sich der DGB-Kreisverband bei seinem Sommerworkshop in Ichenhausen beschäftigt und dabei den „grauen Pflegemarkt“ mit fachlich ungenügend qualifizierten und schlecht bezahlten Kräften kritisiert.

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Gute Pflege, so sagte Stefan Jagel von der Fachgewerkschaft Verdi, müsse so organisiert sein, „dass Pflegebedürftige im Rahmen ihrer Möglichkeiten selbst bestimmen können, wie und wo sie im Alter leben und wohnen wollen.“ Dies setze gute Arbeitsbedingungen und angemessene Bezahlung für das Pflegepersonal voraus.

Frauen, meistens aus Osteuropa, die in Privathaushalten oft rund um die Uhr alle anfallenden Arbeiten von der Pflege über die Betreuung bis hin zur Haushaltführung übernehmen, rückte die Günzburger DGB- und Verdi-Vorsitzende Helga Springer-Gloning in die Nähe einer „Dienstmagd-Kultur“. Diese Art der Pflege und deren Arbeitsbedingungen haben laut Springer-Gloning in einer sozialen Marktwirtschaft nichts zu suchen.

Beim Workshop hat der Kreis-DGB eine Reihe von Fragen aufgeworfen, die laut Pressemitteilung im Landkreis diskutiert werden sollten, zumal unqualifizierte und schlecht bezahlte Pflege als Konkurrenz für seriös arbeitende Altenheime und Sozialstationen unterbunden werden müsse. Der DGB will verhindern, dass durch solche Haushaltskräfte der in der Pflege geltende Mindestlohn umgangen wird und fordert gesicherte Pflegequalität und akzeptable Arbeitsbedingungen auch im häuslichen Bereich. Gute Pflege habe ihren Preis, sagte Gloning. Die Frage sei, ob dieser Preis gerecht über eine solidarische Sozialversicherung finanziert werden soll, oder ob Betroffene und deren Angehörige selbst zahlen müssen und damit finanziell oft überfordert werden. (zg)

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