Newsticker

EU sichert sich bis zu 160 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs von Moderna
  1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Hollywood und Broadway in Kissendorf

Jahreskonzert

27.11.2017

Hollywood und Broadway in Kissendorf

Beim Jahreskonzert der Kissendorfer Eintracht gab es nicht nur Ehrungen, auch ein Oscar wurde verliehen. Im Bild von links Vorsitzender Franz Aumer, ASM-Bezirksvorsitzender Robert Strobel, Dirigent Hermann Taubenheim sowie die Geehrten Alexander Käser, Katharina Linzmeier, Steffen Feiertag und Birgit Katzer.
Bild: Peter Wieser

Der Musikverein Eintracht verwandelt die Mehrzweckhalle in einen Musik- und Kinopalast. Und der Dirigent verdient sich einen Oscar

Ein roter Teppich am Eingang, Filmplakate an den Wänden, Tische mit einer Dekoration aus Popcorn und immer wieder die „20th Century Fox“-Fanfare – fehlte nur noch der brüllende MGM-Löwe. Was kommt dabei heraus, wenn in Kissendorf der Broadway auf Hollywood trifft? Klar, ein musikalischer Genuss auf ganz hohem Niveau. Am Samstagabend sowie am Sonntagnachmittag hatte der Musikverein Eintracht Kissendorf zu seinem Jahreskonzert eingeladen. Also: Klappe, die Erste, für das Schülerorchester, das Jugendblasorchester Bibertal sowie für die Musikkapelle Kissendorf.

Fröhlich-munter ließen schon einmal die 19 jungen Musikerinnen und Musiker des Schülerorchesters unter der Leitung von Bettina Burkhart bei „Little Shop of Horrors“, den „Ghostbusters“ und den „Flintstones“ als Zugabe ihren Instrumenten freien Lauf.

Klappe, die Zweite, hieß es gleich im Anschluss. Jetzt war das Jugendblasorchester Bibertal an der Reihe und ließ das Publikum gleich einmal erfahren, was dieses in den folgenden beiden Stunden erwarten sollte: Filmmusik vom feinsten – Meilensteine der Filmgeschichte und interpretiert mit musikalischer Power. Soundtracks aus „Gladiator“, „The Lion King“ oder „Pirates oft the Caribbean“ rissen das Publikum gleichsam mit, wie Ennio Morricone’s „Once upon a Time in the West“. Nicht nur „Das Lied vom Tod“ war es, sondern vielmehr Spielfreude und musikalisches Können, was das 35 Musiker starke Jugendblasorchester den Zuhörern herüberbrachte.

Paulchen Panther schlich sich bei „The Pink Panther“ quasi aus allen Saxofonen gleichzeitig und Moderator Sebastian Kräss verlieh Dirigent Hermann Taubenheim kurzerhand den würdevollen Titel „Herminator“. Kein Wunder: Taubenheim stand mit vollstem Einsatz vor seinen Musikern, verlor jedoch zu keinem Zeitpunkt seine Ruhe. Mit Glenn Millers „Moonlight Serenade“ verabschiedete sich das Jugendblasorchester in die Pause.

„I hoff’, ihr seid jetzt net so erschrocken, wie I“, wandte sich Vorstand Franz Aumer nach dem gewaltigen Auftritt an das Publikum. Der hatte es übrigens eher mit dem Schwäbischen als mit dem Englischen. Filmen mit dem Handy bezeichnete er lieber mit „an Film m’im Handtelefon macha“. Kissendorf, Klappe, die Dritte, hieß es jetzt, nachdem der 53 Musikerinnen und Musiker starke Musikverein „Eintracht“ Kissendorf seinen Platz auf der Bühne eingenommen hatte.

Der führte, ebenfalls unter Dirigent Hermann Taubenheim, nahtlos das fort, was das Jugendblasorchester begonnen hatte. Jetzt ging es um „Star Wars“ (Krieg der Sterne), „Raiders March“ (Indiana Jones) und den im Sherwood Forest für eine gerechte Welt kämpfenden Robin Hood. Die Eintracht präsentierte dies packend und auf brillante Weise. Einfach „supercalifragilisticexpialidocious“ – lediglich Moderator Sebastian Kräss hatte leichte Probleme bei der Aussprache des Begriffes bei „Selections from Mary Poppins“, der Filmmusik zu Walt Disneys gleichnamigen Musical-Fantasyfilms. Dafür hämmerte er umso munterer zu Josef Strauss’ „Feuerfest-Polka“ auf den Amboss ein.

Der Musikverein konnte aber auch anders: Mit dem „Kaiserwalzer“ von Johann Strauss und dem „Kaiserin Sissi Marsch“ von Timo Dellweg zeigte er sich zwar etwas traditioneller, aber nicht weniger modern. Am Ende fanden Musikverein und Jugendblasorchester noch einmal gemeinsam den Weg auf die Bühne: Mehr als 90 Musiker führten die Zuhörer in einer Revue zu den Blues Brothers. Zwei Zugaben genügten nicht, auch eine dritte forderte das begeisterte Publikum.

Ehrungen gab es ebenfalls, und die führte ASM-Bezirksvorsitzender Robert Strobel am Samstagabend durch: Er ehrte Katharina Linzmeier (Tuba), Julia Ott (Klarinette), Steffen Feiertag (Trompete) und Alexander Käser (Saxofon) für zehn Jahre und Birgit Katzer (Flügelhorn) für 25 Jahre aktives Musizieren. Dirigent Hermann Taubenheim wurde übrigens ganz stilecht mit einem Oscar bedacht. Den hatte er sich in jedem Fall verdient.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren