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Schule

08.11.2017

Ihre Wurzeln hat sie nie vergessen

Offiziell verabschiedet wurde die stellvertretende fachliche Leiterin des Staatlichen Schulamtes durch den rechtlichen Leiter, Landrat Hubert Hafner und Schulamtsdirektor Josef Seibold (rechts).
Bild: Schorer

Evelyn Schier hat auch als Schulrätin nicht vergessen, wie es ist, Lehrerin und Schulleiterin zu sein. Nach 40 Jahren im Dienst hat sie sich nun verabschiedet.

Mehr als 40 Jahre hat Evelyn Schier in unterschiedlichen Funktionen im Schuldienst verbracht – nun ist die stellvertretende fachliche Leiterin des Staatlichen Schulamtes im Landkreis in einer beeindruckenden Feier vor etwa 70 geladenen Gästen an der Grundschule Jettingen-Scheppach in den Ruhestand verabschiedet worden.

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Treu und erfolgreich bis zum letzten Tag im Dienst sei Schier gewesen, beschrieb Schulamtsdirektor Josef Seibold seine ausscheidende Stellvertreterin. In ihrer Tätigkeit als Schulrätin habe sie niemals ihre Wurzeln als Schulleiterin und Lehrerin vergessen. So hatte sie als zuverlässige und faire Teamplayerin immer ein offenes Ohr für die Anliegen der Schüler, Lehrkräfte, Schulleiter und Eltern. Schier sei Mitglied in einem erfolgreichen „Familienbetrieb“, so Seibold, „daher fällt der Abschied umso schwerer“. In den vergangenen Jahren hatte sie sich hauptsächlich um die Lehrplanentwicklung und Fortbildungsmaßnahmen in der Grundschule gekümmert. Geholfen haben dabei neben Innovationsfreude und Qualitätsbewusstsein ihr Humor, ihre Offenheit, aber auch ihre klare Ansage, wenn die Sache es erforderte.

Der gastgebende Schulleiter Andreas Spatz stellte in einer „Sonderausgabe der Tagesschau“ Schiers berufliche Highlights dar: Sie erhielt zahlreiche Preise, unter anderem den BMW-Award für interkulturelles Lernen oder den Bayerischen Verkehrssicherheitspreis. Die Kurse „Mama lernt Deutsch“ starteten erstmals unter ihrer Führung in Ichenhausen und werden nun in ganz Deutschland durchgeführt. Auch das Günzburger Modell der Kooperation zwischen Kindergarten und Grundschule wird mittlerweile bayernweit umgesetzt. Schier richtete im Jahr 2000 den ersten schwäbischen Grundschultag an ihrer Schule aus und eröffnete im Januar 2005 die Ausstellung „Zu Gast bei Pharao“ im Schulmuseum Ichenhausen.

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Immer ein offenes Ohr für die kleinen und großen Nöte

Ursula Fleischmann, Schulleiterin der Grundschule Deisenhausen, bedankte sich im Namen aller Schulleiter für den engen Kontakt und ein offenes Ohr für die kleinen und großen Nöte. Die Zusammenarbeit sei stets geprägt von Kollegialität, Kooperation und einem menschlichen Miteinander. Ihre Dankesworte verband Fleischmann mit dem Ausblick, dass im Ruhestand nun genug Zeit für alles bleibe, was bisher zurückstehen musste.

Roland Grimm, Vorsitzender des Peronalrates, überreichte Evelyn Schier symbolisch eine Flasche Olivenöl. Überall in den Schulen herrsche viel Bewegung – und falls es einmal zum Stocken kam, so war es ihre Aufgabe, nach Lösungen zu suchen. Dank eines offenen Dialoges konnten jedoch kritische Situationen meist im Vorfeld geklärt werden. Dies verdeutlichte Grimm daran, dass die Flasche Öl immer noch verschlossen ist.

Umrahmt wurden die Redebeiträge durch eine Tanzeinlage der AG Tanz und Theater und einem musikalischen Beitrag der AG Musik Spezial der Grundschule Jettingen-Scheppach. Die benachbarte Eberlin-Mittelschule war mit dem Schulchor und der AG Tanz vertreten. Der Lehrerchor der Grundschule Jettingen-Scheppach trug den umgedichteten Titel „Ham kumst“ vor. Den Abschluss stellte ein Medley des Schulleiter-Chores des Landkreises unter dem Titel „Wer wird denn weinen, wenn man auseinander geht“ dar.

Sichtlich berührt trat Evelyn Schier selbst ans Rednerpult. Sie habe einen Beruf ergreifen können, den sie immer gerne ausgeübt habe und dies auf allen Ebenen ihrer Laufbahn, als Lehrerin, Schulleiterin und als Schulrätin. (zg)

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