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Offingen

07.03.2020

In einer Randsportart fliegen sie zur Europameisterschaft

Anna und David Schütz aus Offingen nehmen in diesem Jahr bei der Europameisterschaft im Modellflug in Ungarn teil. Bei der Sportlerehrung in Offingen am Donnerstag waren sie unter den fast 100 Geehrten.
Bild: Peter Wieser

Anna und David Schütz sind Modellflugpiloten. Mit weiteren Sportlern wurden sie in Offingen für ihre herausragenden Leistungen geehrt.

Für Anna, 14, und David Schütz, zwölf Jahre alt, aus Offingen geht ab April die Saison wieder los. Bis Ende Oktober werden sie an ungefähr 25 Wettbewerben der Klasse F5J in ganz Deutschland sowie den angrenzenden Nachbarländern teilnehmen und dabei fast jedes Wochenende unterwegs sein. Die Bezeichnung F5J steht für Thermik-Segelflugmodelle. Diese sind für den Start mit einem kleinen Elektromotor ausgestattet, der bei einem Wettbewerb nach spätestens 30 Sekunden abgeschaltet werden muss. Modellflug ist übrigens eine offiziell anerkannte Sportart.

Im vergangenen Jahr wurde Anna mit der Deutschen Jugendnationalmannschaft in der Slowakei Weltmeister. 2018 hatte sie bei der Europameisterschaft in Bulgarien mit ihrem Team den dritten Platz erreicht. Für dieses Jahr hat sie sich für die Europameisterschaft in Ungarn qualifiziert, ihr Bruder David wird auch dabei sein. Die Erfolge der Geschwister können sich sehen lassen: Bei einer der Qualifikationsrunden in der vorigen Saison, dem World-Cup-Wettbewerb in Burgau, belegte Anna den ersten Platz, David den zweiten. Bei der Deutschen Meisterschaft in Kulmbach wurde Anna Dritte und David Vierter. Die Summe ihrer Platzierungen ergibt bei Anna auf der Liste für die deutsche Nationalmannschaft Platz zwei, bei David Platz drei.

Was ist der Reiz an diesem Sport?

Wie kommt man zu dieser Randsportart und was ist der Reiz? Anna und David Schütz haben schon mit sechs Jahren mit dem Modellfliegen begonnen. Dazu gekommen seien sie über ihren Papa, erzählen sie. Vater Thomas Schütz fliegt schon lange. Nur sei er „nicht ganz so erfolgreich“, wie er hinzufügt. Die Flugzeuge haben sie selbst gebaut. „Es macht Spaß“, verrät David.

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Bei Wettbewerben aber kommt es auf weit mehr an: Zehn bis 18 Teilnehmer starten parallel zur selben Zeit, um sich in einer Zeitspanne von zehn Minuten untereinander zu messen. „Man muss die Thermik erkennen und zu nutzen wissen, das Flugzeug in der Luft halten und bei der Landung zum richtigen Zeitpunkt exakt an den richtigen Ort steuern“, erklärt Thomas Schütz. Hinzu komme, dass weitere Flugzeuge zur gleichen Zeit in der Luft seien. Da sei höchste Konzentration gefragt, oft gehe es um Bruchteile von Sekunden. „Der Reiz ist, wenn man von unten merkt, dass der Flieger nach oben steigt“, sagt Anna.

In einem Training wird mitunter 50 Mal gestartet und gelandet

Einmal in der Woche trainieren Anna und David im Schnitt. Entweder auf dem Gelände des Modellflug-Clubs Burgau oder zu Hause auf den angrenzenden Wiesen. Wann, das hängt von den Wetter- und Windverhältnissen ab. Dabei kann es durchaus vorkommen, dass in einem Training 50 Mal nur gestartet und gelandet wird.

Vor der Sportlerehrung in Offingen hatte Anna gesagt: „Es ist schon toll, wenn man auf der Bühne steht und die anderen sehen, was man in der Freizeit macht.“ Am Donnerstag fand sich im Offinger Kino dazu zusätzlich die Gelegenheit: Ein Film zeigte Ausschnitte von der Weltmeisterschaft in Tschechien und Anna mit ihrem Team auf dem Siegertreppchen. Die Ziele sind für Anna und David in diesem Jahr die gleichen: so gut wie möglich bei der WM in Ungarn abzuschneiden und sich gleichzeitig für die Weltmeisterschaft 2021 zu qualifizieren.

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