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Gundremmingen

25.09.2014

Kernkraftwerk: Die erste Mauer am Zwischenlager steht schon

Die erste Mauer an der Südseite des Zwischenlagers in Gundremmingen ist bereits fertig (rechts). Jetzt haben die Arbeiten auf der Nordseite des Atommüll-Lagers begonnen (links). Insgesamt hat der Wall, der das Lager vor Terrorakten schützen soll, eine Länge von 210 Metern.
Bild: Marcus Merk

Ein 210 Meter langes Bauwerk soll den Atommüll-Bunker in Gundremmingen vor Terrorakten schützen. Weitgehend unbemerkt läuft der Bau auf Hochtouren.

Einen Spatenstich gab es nicht. Und auch über die Details hüllt sich die Leitung der Kernkraftwerk Gundremmingen GmbH (KGG) in Schweigen. Eine Mauer soll ab 2015 das Zwischenlager beim Kernkraftwerk vor Terrorakten schützen. Die Bauarbeiten laufen auf dem Kraftwerksgelände auf Hochtouren. Und dies weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit.

Nur ein Kran deutet auf den Mauerbau hin

Denn von der Gundremminger Umgehungsstraße aus ist das Atommüll-Lager nicht zu sehen. Lediglich ein Kran deutet auf den Mauerbau hin. „Wir sind im Zeitplan, die Bauarbeiten verlaufen termingerecht“, sagt Kraftwerkssprecher Tobias Schmidt. Weil die Mauer nur um die Längsseiten gezogen wird und die Stirnseiten frei bleiben, handelt es sich im Grunde um zwei getrennte Bauwerke. Die Mauer auf der Südseite ist bereits fertig. Inzwischen sind auch die Arbeiten an der Nordwand angelaufen. Nächstes Jahr soll der ganze Wall auf einer Länge von 210 Metern stehen.

Im April hatte das Kernkraftwerk den Mauerbau gestartet. Der technische Geschäftsführer Michael Trobitz kündigte damals beim Kraftwerksgespräch an: „Für die bauliche Optimierung des Standort-Zwischenlagers liegen uns jetzt – als erstem Standort in Deutschland – die erforderlichen Genehmigungen des Landratsamts Günzburg und des Bundesamts für Strahlenschutz vor.“

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Viele Diskussionen

Nachdem im Januar 2012 die Pläne für den Bau der zehn Meter hohen Schutzmauer bekannt geworden waren, hatte es viele Diskussionen gegeben. Bürger wunderten sich, warum die Wände nicht ganz um das Atommüll-Lager gezogen werden. Und auch die Räte des Günzburger Kreistags kritisierten, dass es keine Informationen gab, warum dieses 210 Meter lange Bauwerk auf einmal nötig sein sollte. „Mit Geheimniskrämerei macht man die Dinge meistens nur noch schlimmer“, sagte Landrat Hubert Hafner. Er schrieb an die KGG und die zuständigen Behörden mit der Bitte um Information.

Eine Antwort gab es von der Gundremminger Kraftwerksleitung. Aus „Geheimschutzgründen“ könnten Einzelheiten nicht dargelegt werden, hieß es. Sonst könnten möglicherweise Rückschlüsse auf die Wirkungsweise der Sicherungsmaßnahmen gezogen werden. Sprecher Schmidt nannte deshalb auch gestern keine Details. Die Sicherungsmaßnahmen für Kernkraftwerke würden immer wieder überprüft. In der Folge dieser Überprüfungen werden an beiden Längsseiten des Zwischenlagers zusätzliche Wände errichtet. „Die Stirnseiten des Gebäudes sind ausreichend geschützt“, teilt Schmidt mit: „Weitergehende Angaben zu der Maßnahme können wird aus Gründen der Geheimhaltung nicht machen. Damit kommen wir einer Vereinbarung zwischen den beteiligten Behörden und den Betreibern der Zwischenlager nach.“

Atomkraftwerk: Dach gegen Terroranschläge gesichert

Im Brief an Landrat Hafner hatte das Kraftwerk mitgeteilt, dass das Dach und die Stirnseiten nach Meinung der Betreiber und der beteiligten Experten des Umweltministeriums bereits ausreichend gegen Terroranschläge gesichert seien. Das Gebäude des Zwischenlagers werde durch die neuen Wände auch nicht gegen einen Flugzeugabsturz ausgelegt: „Die Schutzwirkungen gegen Auswirkungen eines Flugzeugabsturzes übernimmt der Transport- und Lagerbehälter (Castor)“, hieß es in dem Schreiben.

In der Atomgemeinde Gundremmingen selbst ist der Mauerbau „kein großes Thema“ mehr, sagt Bürgermeister Tobias Bühler auf Anfrage. Er sei von der Kraftwerksleitung informiert worden, dass der erste Abschnitt fertig ist. Zum Sinn des Bauwerks äußert sich Bühler nicht: „Wenn der Gesetzgeber diese Schutzmauer fordert, muss sie der Betreiber bauen.“

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