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Gundremmingen

12.06.2020

Kernkraftwerk wird für Revision heruntergefahren

Ein Beispiel eines zusätzlichen Container-Gebäudes mit Büroräumen auf dem Gelände des Kraftwerks in Gundremmingen.
Bild: Dr. Christina Kreibich/KGG

Für die turnusmäßigen Arbeiten in Gundremmingen werden angesichts von Corona neue Vorkehrungen getroffen. Gut vier Wochen sollen sie dauern.

Das Kernkraftwerk Gundremmingen wird planmäßig an diesem Samstag für die diesjährige turnusmäßige Revision mit Brennelemente-Wechsel heruntergefahren. Gut vier Wochen sollen die Arbeiten dauern. Wegen der Corona-Pandemie wurde der bereits seit März im Kraftwerk geltende erweiterte Infektionsschutz durch umfangreiche zusätzliche Hygiene- und Vorsorgemaßnahmen intensiviert, teilt die Betreibergesellschaft mit. Deren Wirksamkeit habe bereits beim Kurzstillstand im März erfolgreich nachgewiesen werden können.

„Die Gesundheit unserer eigenen Mitarbeiter, der Angehörigen unserer Partnerfirmen und der Menschen in der Region sowie die Sicherheit des Anlagenbetriebs haben für uns höchste Priorität“, betont Gerhard Hackel, stellvertretender Kraftwerksleiter. Aus diesem Grund hat das Kraftwerk zusätzliche Hygieneregeln und Vorsorgekonzepte erarbeitet: Diese reichen von Körpertemperaturmessungen vor dem Betreten der Anlage über Selbstauskunftsbögen, Abstandsregelungen für Personen, zusätzliche Belehrungen der Mitarbeiter und Anweisungen zum Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen bis hin zur Verdichtung von Desinfektionsspendern in häufig frequentierten Arbeitsbereichen.

Die Mitarbeiter der Firmen werden auf dem Gelände versorgt

Zusätzliche Containergebäude mit Büros und Umkleiden sowie mehrere Kantinenzelte wurden errichtet, um den Betrieb größtmöglich zu entzerren. Zudem werden die Mitarbeiter der Partnerfirmen zeitlich versetzt ihre Tätigkeiten aufnehmen, damit zeitgleich nicht zu viele Personen in stärker frequentierten Bereichen unterwegs sind. „Durch die Revision kommen auch Menschen von außerhalb in unsere Region. Deswegen endet unsere Verantwortung nicht am Kraftwerkszaun“, unterstreicht Gerhard Hackel. Jeder Mitarbeiter der Partnerfirmen verpflichte sich, die derzeit allgemein geltenden sowie die vom Kraftwerk vorgegebenen Verhaltensregeln einzuhalten.

Kernkraftwerk wird für Revision heruntergefahren
Zusätzliche Kantinenzelte wurden neben dem Sozialgebäude errichtet.
Bild: Dr. Christina Kreibich/KGG

Damit die Mitarbeiter der Partnerfirmen sich möglichst wenig in öffentlichen Räumen aufhalten, stellt das Kraftwerk für alle externen Mitarbeiter während der Revision eine umfangreiche Versorgung am Standort sicher. Die Einhaltung der strengen Regeln zum Gesundheitsschutz werde durch eigens während der Revision tätige Corona-Schutzbeauftragte auf dem gesamten Gelände überwacht. Alle Gesundheitsschutzmaßnahmen seien im Vorfeld mit dem Gesundheitsamt des Landkreises Günzburg abgestimmt worden.

100 neue Brennelemente werden im Kraftwerk eingesetzt

Der Fokus der Revision liegt auf Prüfungen und Nachrüstungen an sicherheitstechnisch relevanten Komponenten der Kühlkreisläufe. „Getreu unserem Motto ‚Sicher bis zum letzten Tag!‘ wird die Anlage, die noch bis Jahresende 2021 in Betrieb sein wird, auf dem neuesten und sichersten Stand der Technik gehalten“, erklärt Hackel. Zu Beginn der Revision werden die im Reaktor befindlichen Brennelemente überprüft. Beim Brennelemente-Wechsel werden 100 neue Elemente eingesetzt. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf gut zwölf Millionen Euro. Unabhängige Sachverständige überwachen die Arbeiten und den Revisionsablauf im Auftrag des Staatsministeriums für Umwelt- und Verbraucherschutz.

Voraussichtlich nach vier Wochen Revisions- und Wartungsarbeiten wird das Kraftwerk wieder mit dem Netz synchronisiert werden. „Stromerzeugung und die Bereitstellung von Netzsystemdienstleistung zur Stabilisierung des Netzbetriebs ist gerade jetzt von höchster Bedeutung. Wir setzen alles daran und kennen unsere hohe Verantwortung, mit dem Kernkraftwerk Gundremmingen sicher und verlässlich zur Energieversorgung beizutragen.“ (zg)

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