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Konzert

31.07.2020

Komödianten hinter den Instrumenten

Genuss mit Abstand hieß es auch beim mitreißenden Konzert des Ensembles Hauptstadtblech im Kaisersaal des Klosters Wettenhausen.
Bild: Gertrud Adlassnig

Wie dem Sextett Hauptstadtblech in Wettenhausen der Spagat zwischen Klassik und Moderne gelingt

Rund hundert Musikfreunde genossen im Wettenhauser Kaisersaal, jetzt mit Notausgang brandschutzgerecht nutzbar, das Konzert des Sextetts „Hauptstadtblech“ – das sind fünf Bläser und ein Schlagzeuger aus Berlin. Das exquisite Ensemble schaffte den Spagat zwischen klassischer und moderner Musik, verstand es, seine Gäste auf eine abwechslungsreiche, teils komödiantische Reise durch die Stilepochen der Musik mitzunehmen. Doch hinter der Leichtigkeit und Heiterkeit steht höchste Professionalität, die den Konzertbesuchern perfekten Hörgenuss garantiert. Zum Auftakt hatten die Profimusiker mit Buxtehude und Händel Barock gewählt. Moderator und Tubist Steffen Grasse vermutete in seiner Ankündigung, dass Händel wohl deshalb nicht Buxtehudes Nachfolger in Lübeck geworden war, weil er wohl dessen älteste Tochter hätte heiraten müssen. Einer von vielen Scherzen, mit denen die virtuos gespielten Vorträge heiter entspannt unterbrochen wurden.

Besonderes komödiantisches Talent zeigte das Ensemble in der Interpretation von Stücken aus Bizets Carmen, mit Rossinis Barbier von Sevilla das zweite Opernwerk des 19. Jahrhunderts, das Hauptstadtblech in seinem Konzertprogramm in Wettenhausen servierte.

Mit dem Sprung ins 20. Jahrhundert ließen sich die Musiker erneut eine köstliche Inszenierungsvariante einfallen: Die nachfolgenden Stücke wurden als musikalische Interpretation der „Berliner Stadtmusikanten“ aufgeführt. Die von Steffen Grasse frei nach den Bremer Musik-Märchen-Kollegen erzählte Geschichte vereinte weltbekannte Songs von Duke Ellington, Henry Mancini, Bert Kaempfert und weiteren Komponisten zu einem heiteren Miteinander, das nicht zuletzt „With a Little Help from My Friends“ aufs Beste gelang.

Die Zuhörer waren begeistert, spendeten Szenenapplaus und jubelten anhaltend zum Konzertende, das nicht etwa wie angekündigt nach einer Stunde angezeigt war, sondern stolze 30 Minuten später. Denn die hoch motivierten und gut gelaunten Musiker hatten noch einen musikalisch dargebotenen Männerfilmabend dabei, mit James Bond und dem A-Team, Star Wars und Piraten der Karibik. Und natürlich auch noch Zugaben, drei an der Zahl, die das Publikum dankbar genoss.

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