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Landkreis Günzburg

07.01.2021

Kreis Günzburg von Impftermin-Nachfrage überrascht: Viele Bürger kommen nicht durch

Das Impfzentrum für Günzburg und die Region ist am 18. Dezember 2020 im leer stehenden Peri-Verwaltungsgebäude an der A8 eingerichtet worden. Ein weiteres gibt es in Krumbach.
Bild: Bernhard Weizenegger (Archiv)

Der Verantwortliche im Kreis Günzburg spricht von einer großen Resonanz – und Bürger berichten von Problemen bei Hotline und Mailadresse. Bald gibt es eine weitere Anmeldemöglichkeit.

Telefonisch und per E-Mail können sich Landkreisbürger zum Impfen gegen das Coronavirus anmelden – theoretisch. Denn unsere Zeitung haben inzwischen mehrere Nachrichten erreicht, dass dies nicht gut funktioniere. Betroffen sind die Hotline der zwei Impfzentren in Krumbach und Günzburg unter der Nummer 08221/9370190 und die Mailadresse IZ.Corona@kliniken-gz-kru.de.

„Keine Sprachansage, nur Musik, nach zwölf Minuten Wartezeit habe ich aufgelegt. Hier besteht dringender Handlungsbedarf – zumindest eine Sprachansage, die auf die Wartezeit hinweist. Ältere Menschen versuchen es sicher nicht ein zweites Mal“, schreibt jemand. Eine Frau erklärt: „Meine Eltern, 88 und 90 Jahre, leben noch in ihrem eigenen Haus und möchten sich durch eine Impfung schützen. Sie versuchten tagelang, telefonisch durchzukommen – ohne Erfolg. Dann habe ich per E-Mail eine Anmeldung gemacht. Da dies anscheinend nicht beantwortet wird, wissen wir im Moment nicht, ob sie irgendwann eine Impfung bekommen! Meine Eltern beunruhigt diese Situation sehr, hinzu kommen die vielen negativen Meldungen in den Medien über die Impfstoffknappheit!“ Und eine weitere Meldung: „Auch meine Schwiegereltern, 82 und 81 Jahre alt, haben diese bittere Erfahrung gemacht. Ein Impftermin? Da ist kein Durchkommen, keine Rückantwort, da kommt einfach nichts aus dem Landratsamt beziehungsweise Gesundheitsamt.“

Das Personal im Callcenter wurde von zwei auf vier Mitarbeiter erhöht

Zuständig für die Vergabe der Termine ist die „Allgemeine Medizin Kreiskliniken Günzburg-Krumbach gGmbH“, eine Tochtergesellschaft der Kreiskliniken. Hermann Keller, Cheforganisator der Impfkampagne im Landkreis, sagt auf Anfrage, dass man über die hohe Resonanz der Bevölkerung überrascht sei – auch von vielen jünger als 80 Jahre. Viele hätten sich per Anruf und Mail doppelt angemeldet. Von Montag bis Donnerstagmorgen sei die Hotline nicht besetzt gewesen, die zuständige Firma sei nun beauftragt worden, eine Bandansage mit dem Hinweis auf weitere Anmeldemöglichkeiten zu schalten. Eine Ansage, der wievielte Anrufer man ist und so die Wartezeit einzuschätzen, sei nicht möglich. Dafür habe man das Personal im Callcenter von zwei auf vier Mitarbeiter aufgestockt, und die eingegangenen Mails würden alle beantwortet. Am Wochenende würden nun die letzten in den Heimen geimpft, jedoch hänge man „am Tropf des Impfstoffs“.

Impfwillige der höchsten Priorität im Landkreis Günzburg können sich ab der kommenden Woche auch über ein neues Portal unter https://www.landkreis-guenzburg.de/covid-19/impfzentrum vormerken lassen. Damit werde es noch einfacher, sich für die Impfungen gegen das Coronavirus im Landkreis zu registrieren, betont das Landratsamt. Im Landkreis seien seit dem Start der bundesweiten Impfkampagne am 27. Dezember knapp 1070 Menschen geimpft worden (Stand Dienstag). Dabei handele es sich um Bewohner der Senioreneinrichtungen, Pflegepersonal und Mitarbeiter der Kreiskliniken. Zudem sind die Impfzentren in Günzburg und Krumbach grundsätzlich in Betrieb. Sämtlicher im Landkreis zur Verfügung stehender Impfstoff sei derzeit verimpft.

Mehr als 1200 Bürger haben sich vormerken lassen

Im Landkreis haben sich demnach, ebenfalls Stand Dienstag, mehr als 1200 Menschen bei den Impfzentren gemeldet, um sich für Termine vormerken zu lassen. Über diese Zahl ist Landrat Hans Reichhart (CSU) froh, wie es in der Pressemitteilung des Landratsamtes heißt, Impfen sei ein großer Schritt Richtung Normalität. Sobald genug Impfstoff zur Verfügung gestellt wird, würden die Impfungen unmittelbar wieder aufgenommen – wie berichtet, wird die nächste Lieferung erst an diesem Freitag im Landkreis erwartet, und auch nicht die 975 Dosen, die man schon am Dienstag hätte verimpfen wollen, sondern nur die Hälfte. Mit der nächsten Lieferung wird laut Keller dann am 12. Januar gerechnet.

Im Bereich der stationären Einrichtungen soll nach den Senioreneinrichtungen die Impfkampagne in Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen und in den Bezirkskliniken fortgesetzt werden.

Weitere Termine können noch nicht genannt werden

Das Landratsamt weist darauf hin, dass der Impfstoff derzeit knapp bemessen sei. Daher werden erst priorisierte Gruppen geimpft, unter anderem Menschen, die 80 Jahre oder älter sind, Intensivkräfte, Mitarbeiter von Covid-Stationen und Rettungsdienste, Bewohner von Alten-und Pflegeheimen, ambulante Pflegedienste und Menschen aus Behinderteneinrichtungen.

Da noch nicht sicher abzuschätzen sei, wie viel Impfstoff der Landkreis in den kommenden Monaten erhält und die Zweitimpfung in den Planungen berücksichtigt werden müsse, könne noch nicht konkret bestimmt werden, ab wann die Impfinteressierten der nächsten Priorisierungskategorie ihre Corona-Schutz-Impfung erhalten können. (mit zg, ioa)

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