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Landkreis Günzburg

18.05.2019

Kreisjugendring: Ideensammlung unterm Luftballon

Da rauchen die Köpfe: Bei der Frühjahrsvollversammlung des Kreisjugendrings Günzburg im Haldenwanger Rathaus wurden an acht Tischen von 29 Delegierten Anregungen für die Jugendarbeit gesammelt.

Wie der Kreisjugendring mit einem besonderen Konzept für Diskussionsfreude bei seiner Frühjahrsversammlung in Haldenwang sorgt.

„Kinder müssen lernen, wie man denkt und nicht was man denkt“, zitierte Monika Wiesmüller-Schwab eine amerikanische Sozialwissenschaftlerin. Die stellvertretende Landrätin verwies zum Auftakt der Frühjahrsvollversammlung des Kreisjugendrings (KJR) im Haldenwanger Rathaus auf die Bedeutung der Jugendarbeit für die Entwicklung der Gesellschaft. Der KJR vertritt 27 Jugendverbände und -initiativen mit 53 Delegierten. Angesichts eines üppigen Freizeitangebots sei ehrenamtliches Engagement nicht selbstverständlich, sagte Wiesmüller-Schwab. Die Jugend befinde sich in einer eigenen Lebensphase und brauche in dieser Zeit Übungsfelder.

Diese Übungsfelder in spezieller Form bekamen die 29 Delegierten der Versammlung von Roland Grimm. Mit zusätzlich 14 Gästen seien es so viele Teilnehmer wie noch nie, freute sich der 42-jährige Lehrer aus Leipheim. Seit drei Jahren ist er Vorsitzender der Organisation. Grimm wartete mit einem besonderen Konzept zum Frühjahrstreff der Organisation unter dem Motto „was uns bewegt“ auf. Es entstand bei einer Klausur im März, als der Vorstand sich darüber Gedanken machte, ob dessen Vorschläge auf positive Resonanz bei den Mitgliedern stoße.

Nach drei Runden wurden die Vorschläge gesammelt

Mit nummerierten Luftballons wurden acht Tische gebildet, an denen verschiedene Themen aus der Jugendarbeit zur Diskussion der Delegierten anregen sollten wie Haushalt, Zuschüsse, Vorstand, Freizeitangebot und Fortbildung, Jugendpolitik, Jugendübernachtungshaus „Hühnerhof“ in Thannhausen, schulbezogene Jugendarbeit sowie kommunale Jugendarbeit.

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Roland Grimm.
Bild: Wolfgang Kahler.

Nach drei Runden mit wechselnden Besetzungen an den Tischen wurden die Vorschläge gesammelt. Da ging es dann um sehr verschiedene Anregungen. Beispielsweise um einen Orga-Workshop, um zu vermitteln, wie Jugend-Freizeiten gestaltet werden, um Fortbildungsfragen, um Fahrten mit politischen Aspekten wie nach Berlin oder Brüssel, die Anregung für einen Pool für den Thannhauser „Hühnerhof“ oder um Jugendarbeit in der Migration. Mehrere Delegierte empfanden diese besondere Art der Meinungsbildung spontan als positiv, weil sie angeregt habe, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Bei mancher Veranstaltung mangelte es an Anmeldungen

In einer 72-seitigen Broschüre informierte der KJR ausführlich über seine Arbeitsschwerpunkte im vergangenen Jahr. Ein geplantes Juleica-Seminar – zur Erlangung des Jugendleiter-Ausweises – konnte 2018 mangels Anmeldungen nicht stattfinden. Stattdessen wurde gemeinsam mit dem KJR Neu-Ulm ein Seminar-Wochenende organisiert. Zum Freizeitangebot gehörten unter anderem ein Selbstverteidigungskurs sowie mehrere Ausflugstouren und eine Game-Night in Leipheim. Mangels Anmeldungen musste eine Diskussionsveranstaltung unter dem beziehungsreichen Titel „Grill den Politiker“ im Vorfeld der Landtagswahl abgesagt werden.

Kreisjugendring-Geschäftsführerin Hedwig Feucht informierte über die Jahresrechnung und über den Nachtragshaushalt in Höhe von 40 000 Euro. Beide Punkte wurden einstimmig verabschiedet. Mangels Kandidaten wurden die regelmäßig angesetzten Nachwahlen für noch offene Vorstandsposten abgesetzt.

"Ohne Jugend und Vereine wären wir arme Dörfer und Gemeinden"

Über die Einweihung einer neuen Turnhalle in der Jugendbildungsstätte in Babenhausen (Landkreis Unterallgäu) informierte Thomas Krepkowski als neu gewählter Vorsitzender des Bezirksjugendrings. Die nächste Herbstvollversammlung des KJR findet am 13. November dieses Jahres statt, kündigte Vorsitzender Grimm an, der Ort ist allerdings noch offen.

„Ohne Jugend und Vereine wären wir arme Dörfer und Gemeinden“, konstatierte Rudi Wolf zu Beginn der Versammlung. Der Zweite Bürgermeister als Hausherr freute sich über die Veranstaltung im Bürgersaal des Haldenwanger Rathaus verbunden mit der Hoffnung, dass der Nachwuchs „in eure und unsere Fußstapfen treten könne“. Danach verabschiedete sich Wolf, da am gleichen Abend einen Stockwerk tiefer der Haldenwanger Gemeinderat tagte.

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