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Landkreis Günzburg
20.04.2020

Abschied von 19 Günzburger Kreisräten

Im Landratsamt ist an einer Wand das Gebiet aufgemalt, für das die zwei Frauen und 17 Männer als Kreisräte zuständig waren. Sie verlassen den Kreistag mit dem Ablauf der Legislaturperiode und werden am Mittwoch verabschiedet.
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Im Landratsamt ist an einer Wand das Gebiet aufgemalt, für das die zwei Frauen und 17 Männer als Kreisräte zuständig waren. Sie verlassen den Kreistag mit dem Ablauf der Legislaturperiode und werden am Mittwoch verabschiedet.
Foto: Bernhard Weizenegger

Fast ein Drittel der Kommunalpolitiker scheidet aus dem Günzburger Kreistag aus. Wer nach 48 Jahren geht. Und warum allen eine seltsame Sitzung bevorsteht.

Ein großes Stühlerücken vollzieht sich beinahe im Stillen. Am Mittwoch kommt der Kreistag zu seiner letzten Sitzung in dieser Legislaturperiode zusammen. Es wird nicht nur eine relativ kurze, sondern auch eine recht distanzierte Sitzung an ungewöhnlichem Ort: In der Sporthalle des Günzburger Dossenberger-Gymnasiums trifft sich das Landkreis-Parlament. Jeder Kreisrat hat dabei seinen separaten Tisch, an dem er sitzt – der Abstand zu den Nachbarn beträgt, der Corona-Pandemie geschuldet, mindestens 1,50 Meter. Für 19 der 60 Kreisräte wird es die letzte Sitzung sein. Denn sie gehören dem neuen Kreistag nicht mehr an.

Der Methusalem unter den Kommunalpolitikern ist dabei der frühere Günzburger Oberbürgermeister Rudolf Köppler. Nach 48 Jahren oder acht Legislaturperioden ist der SPD-Mann nicht mehr angetreten. Damit dürfte Köppler zu den Kreisräten in Bayern mit der längsten Dienstzeit gehören. Eine entsprechende Liste, aus der dies abzulesen wäre, führt weder der Bayerische Landkreistag noch das Bayerische Landesamt für Statistik.

90 Jahre - das ist selbst Köppler ein "sehr fortgeschrittenes Alter"

Man habe es ihm zwar angeboten, weiterzumachen. Aber Köppler hat abgelehnt. „Am Ende der kommenden Legislaturperiode wäre ich 90 Jahre alt gewesen. Das ist dann doch ein sehr fortgeschrittenes Alter.“

Wichtig sei es ihm schon gewesen, 1972 in das Kreisgremium gewählt zu werden. Denn Günzburg habe zu den 23 von insgesamt 48 Städten gehört, die im Zuge der Gebietsreform ihre Kreisfreiheit verloren hätten. Trotz des Erhalts bestimmter Zuständigkeiten habe fortan die Musik auch für Günzburg verstärkt in den Ausschüssen des Landkreises und im Kreistag gespielt. Und da müsse man mit am Tisch sitzen.

Die Arbeit im Kreistag hat ihm Spaß bereitet, sagt Köppler rückblickend. „Ich habe immer ein gutes sachliches Verhältnis mit dem Landrat gehabt, ob mit Georg Simnacher oder jetzt mit Hubert Hafner.“

Ursberger Bürgermeister hätte gerne weitergemacht

Gerne weitergemacht hätte Peter Walburger. Der Sozialausschuss, in dem er sechs Jahre lang Mitglied war, liege ihm am Herzen – was wohl kaum verwunderlich sei, als Bürgermeister von Ursberg mit der größten Einrichtung für benachteiligte Menschen im Landkreis Günzburg. Dass er dann nur auf Listenplatz 24 bei der CSU gesetzt wurde – und das bei acht Parteien und Wählergruppen (2014 waren es fünf) hat er, wie er einräumt, mit Zähneknirschen akzeptiert. Klar war ihm ab diesem Zeitpunkt freilich: „Es wird schwer, wieder reinzukommen.“

Insgesamt scheiden sieben Bürgermeister aus dem Kreistag aus. Die Mehrzahl davon ist auch als Rathauschef nicht mehr angetreten. Neben Walburger, der Gemeindechef bleibt, hat es auch Offingens Bürgermeister Thomas Wörz (SPD) erwischt. Und Matthias Kiermasz (CSU) hat es nicht nur in das Kreisgremium nicht mehr geschafft. Er ist auch als Bürgermeister in der Gemeinde Kameltal mit bemerkenswerter Deutlichkeit abgewählt worden.

Das tat Achim Fißl "in der Seele weh"

Wie Kiermasz wäre auch gerne Achim Fißl (Krumbach) im Kreistag vertreten gewesen. Doch das schlechte Abschneiden der Sozialdemokraten hat den Kreisvorsitzenden mit in den Orkus gerissen. Vor sechs Jahren ist er von Platz drei gestartet und nach der Wahl auf Rang zehn gelandet. Als „Südstaatler“ (Fißl meint damit die Bewohner des südlichen Landkreises Günzburg) habe er von Haus aus ein geringeres Stimmenreservoir. Zudem sei der Süden absolut kein klassisches SPD-Gebiet. Bei zehn „roten“ Kreisräten hat das damals gerade noch gereicht. Diesmal ging es von Rang vier auf der SPD-Liste auf Platz neun nach unten. Bei nurmehr sechs SPD-Kreisräten war Fißl chancenlos. Das, räumt er ein, „hat mir in der Seele wehgetan“.

Und es schwäche auch seine Position als Kreischef, wie er auf eine entsprechende Nachfrage antwortet. Die Wahl des Vorstands steht in diesem Jahr an. Fißl wird sich zur Verfügung stellen. „Ich bin keiner, der das Schiff verlässt, wenn es eng wird“, sagt er. Natürlich müssten die Delegierten der Ortsvereine darüber befinden, ob sie seine Kandidatur wieder unterstützten. Fakt sei jedenfalls, dass das schlechte Ergebnis der SPD nichts mit deren guter Arbeit im Kreistag zu tun habe.

Mit Werner Gloning geht ein Urgestein der SPD

Mit Fißl sagt auch Werner Gloning Servus. Der DGB-Kreisvorsitzende saß für die Sozialdemokraten insgesamt 36 Jahre im Günzburger Kreistag von 1984 bis 2020. Gerne wäre er noch etwas länger geblieben, wie es dem Vernehmen nach heißt. Immerhin: Seine Ehefrau Helga Springer-Gloning (seit 2008) wird weiterhin dabei sein.

Freiwillig zurückgezogen hat sich Ichenhausens Zweiter Bürgermeister Franz Zenker. „Ich habe mich aus Altersgründen nicht mehr aufstellen lassen“, sagt der Omnibusunternehmer, der beispielsweise im Werkausschuss die Arbeit an gemeinsamen Projekten über Parteigrenzen hinweg als „sehr angenehm“ empfunden habe. „Wir haben sehr viel erreicht“, meint Zenker und nennt etwa die Einführung der Gelben Tonne und den Ausbau des Wertstoffhofes Leipheim. Er glaubt, dass trotz Junger Union, der AfD und der Linken, die dazukommen, im Kreistag die Arbeit nicht schwieriger werden wird. Schließlich habe dort weniger die Parteiideologie etwas zu suchen als die Orientierung an einer Sachpolitik für die Region. „Neue Köpfe, neues Denken, das passt. Die künftige Zusammensetzung ist passabel.“

Platz für die jüngere Garde der Grünen

Jüngeren eine Chance einräumen wollte Brigitte Mendle ebenfalls. Weiterhin ist sie Stadträtin in Leipheim. In das städtische Gremium kam sie vor 20 Jahren als Nachrückerin. Sie ist die einzige der Grünen, die künftig nicht mehr dem Kreistag angehören wird. Das habe sie mit der Entscheidung, auf Platz 17 der Liste zu gehen, aber auch nicht anders erwartet, so die 63-Jährige, die als Marktmeisterin für die Wochenmärkte der Stadt Ulm tätig ist und über Arbeit nicht zu klagen braucht.

Von der FDP sind zwei Kreisräte nicht mehr vertreten. Einer davon ist der Günzburger Arzt Georg Kithil. „Mit 69 habe ich ein gewisses Alter erreicht, da sind mal andere an der Reihe.“ Die Kommunalpolitik auf Kreisebene habe ihm durchaus Spaß gemacht – beispielsweise im Sozialausschuss. „Da bin ich an vielen Sachen nah dran gewesen.“ Anders war das im Jugendhilfeausschuss. „Ich will gerne zugeben, dass ich da meine Schwierigkeiten hatte. Die Terminologie, die da benutzt wird, ist mir fremd geblieben.“

Der Fraktionsvorsitzende wird zum Landrat

Einer der Jüngsten, die aus dem Kreistag ausgeschieden sind – und das als Fraktionsvorsitzender der CSU – ist der ehemalige Bauminister Hans Reichhart. Da steckte natürlich Absicht dahinter: Reichhart wird sich in Zukunft wohl eher an die Stirnseite der aufgebauten Tische für den Günzburger Kreistag setzen: Er holte am 15. März gegen vier weitere Kandidaten, die wie er Günzburger Landrat werden wollten, die absolute Mehrheit der Wählerstimmen. Sie wollten – und Reichhart wird die Nachfolge von Hubert Hafner antreten.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Till Hofmann:

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