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Landkreis Günzburg
18.04.2020

Autohändler in der Corona-Krise: „Wir überleben das“

Unverkaufte Ware, so weit das Auge reicht: Auf der Ausstellungsfläche des Autohauses Scheel in Leipheim stehen 30, 40 Wagen, die derzeit noch nicht übergeben werden können. Firmenchef Christian Scheel ist dennoch zuversichtlich, dass sein Unternehmen unbeschadet durch die Krise kommt.
Foto: Ernst Mayer

Die Autohändler im Landkreis beklagen ein gewaltiges Absatz-Minus. Manch einer kritisiert mangelnde Unterstützung aus dem Landratsamt. Aber es gibt Hoffnung.

Immerhin ist die elende Ungewissheit weg. Am 27. April dürfen die bayerischen Autohäuser wieder öffnen. Damit stehen sie schlechter da als ihre Kollegen in den anderen Bundesländern, aber immer noch besser als Unternehmer diverser anderer Branchen.

Doch natürlich sind es miserable Zeiten für den Automobilsektor, an dem auch im Landkreis Günzburg einige Existenzen und noch mehr Arbeitsplätze hängen. Die Chefs der heimischen Autohäuser beklagen unisono Absatz-Einbußen bis zu 90 Prozent. Nachvollziehbar ist das, denn angesichts der verheerenden Corona-Pandemie ist den meisten potenziellen Kunden die sonst übliche Frühjahrs-Lust zum Autokauf gründlich vergangen.

Zudem waren die allermeisten bayerischen Zulassungsstellen nun über Wochen für den üblichen Publikumsverkehr geschlossen – und welchen Sinn sollte es machen, ein Auto zu erwerben, das nicht auf die Straße darf? Eine dritte Komponente kommt demnächst hinzu: Die Bänder bei Herstellern wie Zulieferern in der Automobilbranche stehen seit geraumer Zeit still und daraus wird sich in einigen Monaten höchstwahrscheinlich das nachgelagerte Problem ergeben, dass wichtige Teile fehlen und deshalb die Produktionszahlen erheblich schrumpfen.

Weniger als 50 Kundenkontakte in der Woche

Aber der Autohandel besitzt gegenüber vielen anderen Branchen auch einen unschätzbaren Vorteil, wie Josef Landherr, Inhaber und Geschäftsführer des gleichnamigen Autohauses in Thannhausen, sagt: „Wir haben keine verderbliche Ware.“ Entsprechend groß ist seine Hoffnung, dass möglichst viele Käufer mit der nun absehbaren Lockerung der Auflagen zurückkommen.

Dennoch: Der tiefe Konjunkturgraben ist schmerzhaft spürbar. Von wöchentlich bis zu 1500 Kundenkontakten sind beim Autohaus Scheel in Leipheim zuletzt weniger als 50 übrig geblieben, schildert Inhaber Christian Scheel die Situation. Im Privatkundengeschäft bewegen sich die Einbußen seinen Angaben zufolge entlang der 80-Prozent-Marke. „Und keiner kann ahnen, welche Wellen das noch schlägt“, bemerkt er.

Der Chef verzichtet gerade auf sein Gehalt

Wie andere mittelständische Unternehmer geht Scheel mit gutem Beispiel voran, verzichtet derzeit auf die Hälfte seines Gehalts. Die Verkäufer befinden sich in Kurzarbeit, Werkstatt-Aufträge werden mit einer Notbesetzung bearbeitet. Um seine Anstellung muss aber niemand fürchten, betont der Chef. „Das Autohaus Scheel hat in den vergangenen Jahren gut gewirtschaftet. Wir haben uns ein gewisses Polster angelegt“, führt er aus. Auch für Mitbewerber, mit denen er sich austauscht, glaubt Scheel, sagen zu können: „Jeder gute Unternehmer kommt aus dieser Krise raus.“ Damit verbindet er die Hoffnung, dass sich die Corona-Pandemie als marktregulierend erweisen wird.

Im Vertrieb „mehr oder weniger null“ geht momentan auch bei Landherr. Er selbst verzichtet deshalb im Augenblick auf sein Gehalt, die Werkstatt läuft unter Kurzarbeit-Bedingungen, Überstunden werden konsequent abgebaut.

Kleine positive Entwicklung bei Jungwagen?

Ernsthafte Zukunftssorgen formuliert Landherr trotzdem nicht. Neben der Hoffnung, dass die Corona-Krise die Auto-Nachfrage lediglich für eine gewisse Zeit hemmt und die Käufer anschließend zurückkommen, nennt er einen Vorzug seines speziellen Geschäftsmodells: Falls die Hersteller in der Zeit „danach“ die Neuwagen-Produktion tatsächlich nicht sofort in vollem Umfang aufnehmen können, „dürfte es eine kleine positive Entwicklung bei Jungwagen geben.“

Deutlich formuliert Landherr unterdessen die Ansicht, das Landratsamt mache ihm das Überleben in schweren Zeiten nicht eben leichter. Konkret beklagt er fehlende Kooperationsbereitschaft. Seiner Problembeschreibung nach hat Landherr in „normalen“ Zeiten einen Bestand von 600 Autos, aktuell stehen ungefähr 900 auf dem Hof und weitere 100 kommen noch hinzu. Das Platzproblem könnte er mühelos lösen. Wenn er denn dürfte. „Wir haben beim Landratsamt angerufen und gesagt, wir wüssten einen Platz, auf dem wir die Autos für die Corona-Zeit abstellen könnten. Die Antwort war Nein. Ich hätte mir erwartet, dass die erste Frage lautet: Wo können wir helfen als Landkreis?“

Landratsamt soll flexibler handeln

Mit dieser Meinung steht Landherr nicht allein da. Die Basis für die kritischen Bemerkungen mehrerer Autohändler bildet natürlich die Vorgabe, dass auch Zulassungsstellen bislang unter das staatlich verhängte Kontaktverbot fallen. Noch ist es im Landkreis Günzburg nur sehr eingeschränkt sowie laut Landratsamt „nach Einzelfallprüfung“ möglich, ein Auto zur privaten Nutzung anzumelden. Daran können und wollen die Unternehmer auch gar nicht rütteln. Als unmittelbare Folge stapeln sich nun aber die Fahrzeuge bei ihnen – und hier könnte die Behörde ein bisschen flexibler handeln, heißt es.

Die Zahl der Fahrzeugverkäufe an Privatkunden ist unterdessen auch beim Autohaus Zanker in Günzburg eingebrochen. Darüber hinaus haben laut Inhaber Jürgen Zanker treue Leasingkunden ihre Investitionen im Neuwagenbereich auf Eis gelegt. Auf die Einbußen müsse natürlich auch sein Unternehmen in Sachen Arbeitszeitgestaltung reagieren, erläutert Zanker. Der Werkstattbetrieb läuft jedoch auch in der Krise und so fällt es dem Firmenchef leichter, die Corona-Krise als zwar einschneidende Momentaufnahme, vor allem aber als zeitlich begrenzten Ausnahmezustand zu deklarieren. Für die Zukunft bleibt Zanker zuversichtlich und betont: „Wenn man 30 Jahre lang ein Autohaus vernünftig geführt hat, sollte man durch diese Zeit kommen. Wir überleben das.“

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