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Burgau

01.12.2019

Luftpistole-Bundesliga: Waldkirch macht in Burgau das Finale klar

Frühzeitig haben sich die Luftpistole-Schützen des SV Waldkirch beim Heimkampf für das Finale um die deutsche Meisterschaft qualifiziert. Die Zuschauer in Burgau feierten gerne mit.

Ein klarer Sieg genügt dem SV Waldkirch zum Einzug in die Endrunde. Doch das wird in Burgau fast zur Nebensache – angesichts eines mitreißenden Spitzenduells.

Wer gerne Cocktails trinkt, kennt ihn vielleicht: den Ladykiller. Gin, Apricot Brandy und Cointreau, dazu Ananas- und Maracujasaft. Einen solchen Drink hätte sich auch Sebastian Kugelmann am Sonntag gerne gegönnt. Denn bei seinem Team, der Bundesliga-Mannschaft des SV Waldkirch, gibt es folgende Tradition: Wer im Duell mit der Luftpistole eine Frau besiegt, trinkt einen Ladykiller. Am Sonntag in Burgau durfte sich Kugelmanns Gegnerin Carina Wimmer aber einen „Gentleman’s Killer“ gönnen. Kugelmann verlor sein Duell knapp mit 372:373 – und der SV Waldkirch unterlag im Spitzenwettkampf der Bundesliga Süd gegen den SV Kelheim-Gmünd mit 2:3.

Bis zum letzten Schuss eines extrem spannenden Wettkampfs durfte Kugelmann hoffen, dass seine für ihn enttäuschenden 372 Ringe doch zum Sieg reichen. Seine Gegnerin hatte sichtlich mit dem Druck zu kämpfen. „Ich habe mir für diese Saison antrainiert, schneller zu schießen“, erzählt Kugelmann nach dem Wettkampf. „Das setzt den Gegner massiv unter Druck.“ Dass es am Ende nicht reichte, lag auch an Kugelmann selbst. Am Samstag hatte er beim 5:0-Sieg über Hambrücken mit seinen 384 Ringen noch das beste Waldkircher Ergebnis erzielt. „Ich weiß auch nicht, vom Feeling her war es eigentlich kein Unterschied. Aber die Zehner kamen irgendwie nicht so, wie ich dachte.“

Leistungsträger beim SV Kelheim-Gmünd: Monika Karsch und Tomoyuki Matsuda.

Alexander Kindig steigert sich gegen Kelheim um neun Ringe

Umgekehrt erging es in Burgau Waldkirchs Nummer eins, Alexander Kindig. Gegen Hambrücken blieb der Burgauer mit 376 Ringen hinter den eigenen Erwartungen zurück, auch, wenn es trotzdem zum lockeren Sieg gegen Teresa Groß reichte. Im Spitzenduell zeigte der 24-Jährige dann seine ganze Klasse und holte den einzigen deutlichen Sieg für Waldkirch. Dabei stand Kindig mit dem Japaner Tomoyuki Matsuda ein international erfahrener Schütze gegenüber, der bereits Goldmedaillen bei Weltmeisterschaften und im Weltcup geholt hat. „Normalerweise verliere ich das. Aber er hat sich schwergetan. Ich stelle es mir auch schwierig vor, wenn du aus Japan zum Wettkampf kommst, mit Zeitumstellung und so weiter.“

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Sie tragen ihre Trainerin auf Händen: (von links) Dimitrije Grgic, Alexander Kindig, Matthias Holderried, Lea Kleesattel und Sebastian Kugelmann.

Das Aufeinandertreffen der bisher besten Teams der Liga war in mehrfacher Hinsicht besonders. Mehrere Athleten aus beiden Mannschaften kennen sich aus dem deutschen Nationalkader, sind teilweise befreundet. Der Waldkircher Matthias Holderried traf im Duell ausgerechnet auf Monika Karsch, mit der er im Mixed-Wettbewerb bei den deutschen Meisterschaften vor einigen Wochen Gold geholt hatte. Ein emotionaler Wettkampf – auch weil beim Heimkampf Familie und Freunde in der Halle dabei sind und die Schützen anfeuern. „Da werden nicht direkt Erwartungen formuliert“, sagt Alexander Kindig. „Aber der Druck ist trotzdem da. Man kennt einfach viele. Und Schießen ist nun mal ein Sport, in dem du dem Druck nicht mit Adrenalin begegnen kannst. Du musst ja immer ruhig bleiben.“

Nun will der SV Waldkirch "Südmeister" werden

Da half auch die Tatsache nicht, dass schon vor dem Duell beide Teams durch ihre Siege vom Samstag bei der gleichzeitigen Pleite von Konkurrent Waldenburg fürs Finale qualifiziert waren. „Der Ansporn ist in so einem Duell einfach noch mal ein anderer“, erklärte Trainerin Elfriede Weigelt. „Gegen Hambrücken habe ich der Mannschaft vorher nur gesagt: ,Nehmt den Gegner ernst.’ Das haben sie getan und der Sieg war eigentlich nie in Gefahr. Gegen Kelheim war absolut auf Augenhöhe und am Ende einfach Pech für uns. Aber das tut uns nicht weh. Im Finale rechnen wir ab.“

Luftpistole-Bundesliga: Waldkirch macht in Burgau das Finale klar
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Luftpistole-Bundesliga: Die Heimkämpfe des SV Waldkirch in Burgau
Bild: Ernst Mayer

Die Endrunde um den Titel steigt Anfang Februar. Zuvor stehen im Januar noch zwei Wettkämpfe an, in denen sich die Waldkircher den inoffiziellen Titel des „Südmeisters“ sichern wollen. Ans Finale denken die Schützen erst danach.

Ganz anders Peter Weigelt. Der Teammanager der Waldkircher war in Burgau vorbereitet und hatte Dutzende Schilder mit der Aufschrift „Finale“ ans Publikum verteilt. Weit über 500 Zuschauer waren an den beiden Wettkampftagen in die Grundschul-Turnhalle gekommen, darunter viele Schützen aus der Region. „Es waren nicht ganz so viele wie im Vorjahr, weil wir damals auch den Einzug aller Schützenkönige aus dem Landkreis im Programm hatten. Aber wir sind trotzdem zufrieden“, so Weigelt. Der lautstarken Unterstützung des Publikums konnten sich die Schützen trotzdem sicher sein.

Schützen loben die familiäre Stimmung beim SV Waldkirch

Auch innerhalb des Teams stimmt die Chemie. Neuzugang Lea Kleesattel hat sich problemlos eingefunden. Teamkollege Sebastian Kugelmann sagt sogar: „Es ist, als würde sie schon seit fünf Jahren bei uns schießen.“ Der 30-Jährige macht in dieser Saison eine „spezielle Stimmung“ in der Mannschaft aus. „Noch familiärer. Es fühlt sich einfach super an diese Saison.“

Peter und Elfriede Weigelt sind die Seele des Teams.

Beste Voraussetzungen also, um nach dem zweiten Titel nach dem Überraschungssieg 2016 zu greifen. Zum Finale in Rotenburg an der Fulda sollten die Waldkircher in jedem Fall die Zutaten für den Ladykiller mitnehmen.

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