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Offingen

14.01.2020

Mit Parkverboten gegen den Verkehrsinfarkt in Offingen

Auf Parkverbote vor der Grundschule Offingen und im Bereich des Kapellenwegs sowie Hinter den Gärten müssen sich die Offinger bald einstellen.
Bild: Symbolfoto: Daniel Weber

Mit Parkverboten und Vorfahrtsänderungen will der Gemeinderat die Straßen in Offingen freihalten. Was die Sicherheit der Grundschüler damit zu tun hat.

Jeden Tag dasselbe: Eltern, die ihre Kinder von der Grundschule abholen, parken direkt davor auf dem Gehweg. Andere Kinder müssen deshalb zwischen den parkenden Autos hindurch laufen und werden von vorbeifahrenden Autofahrern kaum gesehen. Außerdem kommen die Schulbusse fast nicht mehr durch.

So hat es Bürgermeister Thomas Wörz bei der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderats Offingen am Montag geschildert. Der Elternbeirat der Grundschule Offingen hatte bei einer Bürgerversammlung am 14. November vergangenen Jahres in einem Antrag damit auf die mangelhafte Schulwegsicherheit vor der Grundschule an der Schulstraße hingewiesen.

Parkverbot an der Grundschule Offingen

Um die Situation zu entspannen, entschieden die Gemeinderäte jetzt einstimmig, dass am Beginn der bereits bestehenden Tempo 20-Zone jeweils ein zusätzliches Schild sowie eine quer über die Straße verlaufende, gelbe Markierung angebracht werden sollen, um den Schulbereich deutlich zu kennzeichnen. Im Bereich zwischen der Einmündung Schulstraße/Pfarrer-Portenlänger-Platz bis zum Beginn der Grünfläche im Bereich der Hauptstraße 58 soll zudem ein absolutes Halteverbot auf der zur Schule zugewandten Straßenseite errichtet werden.

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Und damit die Eltern beim Abholen der Kinder eine Parkmöglichkeit haben, sollen die öffentlichen Stellplätze auf dem Pfarrer-Portenlänger-Platz werktags von 7 bis 14 Uhr als Kurzzeitparkplätze ausgewiesen werden, auf denen Autos höchstens 30 Minuten stehen bleiben dürfen.

Parkverbot im Bereich Kapellenweg und Hinter den Gärten

Daneben war auch ein Parkverbot im Bereich Kapellenweg und Hinter den Gärten in Offingen Thema im Gemeinderat. Dort bestehe seit Längerem ein vermehrtes Problem mit parkenden Autos, erklärte Wörz und fügte hinzu: „Das ging lange so, aber jetzt ist ein Punkt erreicht, an dem es nicht mehr geht und es sich nicht vermeiden lässt, dass die Gemeinde handelt.“

Das aktuelle Parkverhalten mache das Durchkommen von landwirtschaftlichem und Lieferverkehr an manchen Tagen unmöglich. Im Notfall wären auch Feuerwehr- und Rettungsfahrzeuge erheblich behindert. Daher plädierte Wörz dafür, ein Parkverbot im Bereich des nördlichen Kapellenweges sowie im westlichen Bereich Hinter den Gärten bis zur Einmündung in die Königsberger Straße einzurichten. „Eine Fahrspur bleibt damit immer frei und ein Durchkommen wäre wieder möglich“, erklärte Wörz.

Sorge: Parkverbot könnte Geschwindigkeit der Autofahrer erhöhen

Zusätzlich soll eine sogenannte Fußgängerfurt in Form von zwei gestrichelten, weißen Linien und einer entsprechenden Beschilderung dafür sorgen, dass Fußgänger den Kapellenweg auf Höhe der Arztpraxis vor der Kreuzung mit dem Haldenweg und Hinter den Gärten sicherer überqueren können. „Das ist eine sehr unübersichtliche Stelle“, sagte der Rathauschef. Die Fußgänger haben dabei aber – anders als bei Zebrastreifen – keinen Vorrang.

Rüdiger Zischak gab zu bedenken, dass das bessere Durchkommen der Fahrzeuge durch das Parkverbot eine erhöhte Geschwindigkeit der Autofahrer mit sich bringen könnte. Er fragte, ob die Fußgängerfurt daher nicht auch auf die drei weiteren Übergangsbereiche der Kreuzung ausgeweitet werden könne, „zusätzlich als optische Bremse“. Wörz versprach, diesbezüglich bei der Polizei Burgau nachzufragen, die dafür zuständig sei. Die Räte nahmen den Vorschlag einstimmig an.

Freie Wähler Offingen wollen weniger Verkehr durch den Ort haben

Anschließend stellte Michael Süß von den Freien Wählern Offingen auf deren Antrag hin ein geändertes Verkehrskonzept im Bereich der Kreisstraße GZ28 und Staatsstraße 2025 im Gemeinderat vor. Konkret ging es dabei um eine Änderung der Vorfahrt an der Einmündung Bahnhofstraße/Grabenäcker, Grabenäcker/Schnuttenbacher Straße und der Kreisstraße GZ28 bei der Mindelbrücke sowie um den Umbau der Einmündung der GZ28/St2025 (Gundremminger Einmündung). Damit solle verhindert werden, dass Fahrzeuge, besonders Lastwagen, weiter den kürzeren Weg durch Offingen fahren, sagte Süß. Hierdurch würden Straßen und Anwohner unnötig leiden.

Um die Fahrt durch den Ort unattraktiver zu machen, wäre die Lösung, eine abknickende Vorfahrt im Bereich der drei genannten Einmündungen einzuführen. Um die Situation möglichst rasch zu entspannen, forderte Süß, die Ortsdurchfahrt für Lastwagen, die derzeit ab der Einmündung Bahnhofstraße/Grabenäcker erfolgt, bereits direkt an der Mindelbrücke bei der GZ28 und an der Einmündung Schnuttenbacher Straße/St2025 einzurichten.

Erweitertes Ortsdurchfahrts-Verbot für Lastwagen

Gerade an der Einmündung der GZ28 bei der Mindelbrücke sahen die Räte ebenfalls Verbesserungsbedarf. „Allerdings müssen dahingehend zunächst Gespräche mit dem Landkreis Günzburg, dem staatlichen Bauamt Krumbach und der Gemeinde Gundremmingen geführt werden“, sagte der Bürgermeister.

Und da für die Bahnhofstraße sowieso eine grundlegende Neugestaltung angedacht sei, würde eine verkehrsrechtliche Änderung an der Einmündung zum Grabenäcker erst in diesem Zuge geschehen, führte Wörz weiter aus. Einstimmig beschlossen wurde aber, dass das Schild mit dem Ortsdurchfahrtsverbot für Lastwagen von der Einmündung Bahnhofstraße/Grabenäcker vor die Mindelbrücke bei der GZ28 gesetzt werden soll.

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