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Informationsveranstaltung

30.03.2011

Mit viel Energie über das Kraftwerk diskutiert

Entsteht ein solches Kraftwerk auf dem ehemaligen Fliegerhorst?
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Entsteht ein solches Kraftwerk auf dem ehemaligen Fliegerhorst?
Bild: Foto: Schalk

Das geplante Gas- und Dampfturbinenkraftwerk, das auf dem ehemaligen Fliegerhorst entstehen soll, bereitet den Bubensheimern Sorge. Sie wollen wisen: Was ist in den Dampfwolken und wo gehen sie hin.

„Fragen Sie“, hatte der Bubesheimer Bürgermeister Walter Sauter am Anfang der Informationsveranstaltung gesagt. Die 150 Besucher ließen sich auch nicht lange bitten. Schließlich ging es am Montagabend im Bubesheimer Bürgerhaus darum, von Vertretern der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU) mehr zu erfahren über das geplante Gas- und Dampfturbinenkraftwerk, das vor der Haustür der Bubesheimer auf dem ehemaligen Fliegerhorst entstehen soll.

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Etwa 700 Meter sind es laut Dr. Carl Caspar Jürgens von den SWU vom geplanten Standort des Kraftwerks bis nach Bubesheim. Die Entfernung nach Leipheim betrage einen Kilometer, die nach Günzburg etwa zwei Kilometer. „Wir haben diese Fläche gewählt“, holte der SWU-Vertreter aus, weil hier der Abstand zu den Wohnbauten in Bubesheim, Leipheim und Günzburg besonders günstig sei.

Immer wieder erkundigten sich Besucher im voll besetzten Bürgerhaus, ob denn nicht ein anderer Standort infrage käme. „Ist nie überlegt worden, südlich der Autobahn eine solche Anlage zu errichten?“, fragte einer der Gäste. Oder vielleicht nördlich der Donau? Jürgen Schäffner, Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke-Tochtergesellschaft SWU Energie, erläuterte die Vorteile des Standortes: Die Gasleitung sei bereits da und die Donau und eine schon bestehende Hochspannungstrasse nahe.

Mit viel Energie über das Kraftwerk diskutiert

Hohe Strommasten

Das ehemalige Kasernengelände in Günzburg, kurz PEP genannt, sei zu klein, hieß es von der SWU. 15 Hektar Baufläche sind nach derzeitigem Planungsstand für das Kraftwerk nötig, über 18 Hektar werde gesprochen, weil um den Standort noch Wald stehe, der erhalten bleiben soll. Das wiederum hat Konsequenzen für die Strommasten: Die würden mit etwa 60 bis 70 Metern hoch hinausragen.

Doch all das war es nicht, was die Bubesheimer am meisten beschäftigte. Ihnen ging es vor allem um die Dampfwolken: Wo gehen sie hin und was ist drin? Dr. Carl Caspar Jürgens sagte, dass vor Ort hauptsächlich Südwestwinde gegeben seien, die in Richtung der Start- und Landebahn wehen würden, „deutlich an Bubesheim vorbei“, so Jürgens. Die SWU wolle sich aber die Wetterdaten der vergangenen 20 Jahre von der Bundeswehr besorgen und zudem an mehreren Stellen langfristige Messungen vornehmen. Das Wetter werde sich mit dem Kraftwerk nicht ändern, hieß es von der SWU. Gegenwind gab es von einem Bubesheimer: „Ich bin hier aufgewachsen“, sagte er, „wir haben sehr viel Nordwestwind.“ Jürgens versuchte, zu beschwichtigen: „Der Schornstein steht senkrecht“, erklärte er, er liege nicht am Boden und ziele auf die Bubesheimer. Schadstoffe, über die viel diskutiert wurde, kämen ohnehin in 70 Metern Höhe aus dem Schornstein und würden wegen der Luftverwirbelungen nicht direkt über der Anlage wieder herunterkommen. Es ging hauptsächlich um Stickoxid und Kohlenmonoxid. Teilweise würden noch genaue Werte fehlen, hieß es von der SWU. Mehrere Bürger hatten nach einem vergleichbaren Kraftwerk gefragt. „Es gibt Anlagen dieser Größenordnungen, aber es gibt sie noch nicht viele Jahre“, sagte Jürgens auf die Frage nach Erfahrungswerten. Gasvorräte sollen auf dem Gelände nicht gelagert werden.

Wahrscheinlich werde Siemens die Anlage bauen, so Jürgens, es gebe aber auch Konkurrenten. Entschieden werde das mit den Partnern, die die SWU noch sucht für das Projekt, sollte es tatsächlich realisiert werden. Ein Bürger erklärte: „Wenn Bubesheim und der Landkreis das Grundstück nicht verkaufen, wird es kein Kraftwerk geben.“ Die Bubesheimer selbst seien dafür zuständig, die Gemeinderäte dazu zu bewegen, wenn sie das Kraftwerk nicht wollen. Ein anderer sagte über das Kraftwerk: „Für meine Kinder ist das hier sicher um Einiges besser als ein Atomkraftwerk.“

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