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Kreis Günzburg

31.07.2020

Mordversuch auf A8: Entflohener BKH-Patient ist tot

Dieser Unfall soll vom 29-jährigen Fahrer absichtlich verursacht worden sein. Damit wollte er, so der Vorwurf, seine Ehefrau ermorden.
Bild: Mario Obeser

Der Leichnam wurde acht Kilometer vom Günzburger Bezirkskrankenhaus entfernt gefunden. In der Nacht von Sonntag auf Montag war dem Mann dort die Flucht gelungen.

Es ist das traurige Ende einer gespenstischen Geschichte: Der 29-Jährige, der in der Nacht von Sonntag auf Montag aus einer geschlossen Abteilung des Bezirkskrankenhauses (BKH) Günzburg geflohen ist, hat sich selbst das Leben genommen. Die Polizei schließt die Beteiligung eines Anderen aus.

Der Mann wurde im Außenbereich der Gemeinde Kötz am Donnerstagvormittag aufgefunden. Die Mitteilung ging bei der Einsatzzentrale der Polizei um 10.10 Uhr ein. Der Verantwortliche eines Heustadels hatte den Leichenfund gemeldet. In dem Stadel hatte sich der 29-Jährige erhängt.

Entflohener BKH-Patient: Das mit Erding gilt als unwahrscheinlich

Damit gilt als unwahrscheinlich, dass sich der Flüchtige im Raum Erding, wie von der Polizei angenommen, aufgehalten hat. "Das passt vermutlich nicht zusammen", sagte am Freitag ein Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West auf Nachfrage unserer Redaktion. "Es hat damals eine leicht abweichende Beschreibung von dem Flüchtigen gegeben. Wir hatten uns neue Hinweise erhofft, deshalb haben wir das öffentlich gemacht", erläuterte der Sprecher weiter.

Mordversuch auf A8: Entflohener BKH-Patient ist tot

Der Fundort der Leiche liegt etwa acht Kilometer vom BKH entfernt, in das der Mann nach einem spektakulären Unfall auf der A8 am Sonntagabend wegen einer "akuten Psychose", so die Polizei, eingewiesen worden war. Zwischen der Anschlussstelle Leipheim und dem Autobahnkreuz Ulm/Elchingen ist der Fahrer wohl bewusst mit hoher Geschwindigkeit von der Fahrbahn abgekommen. Dabei wurde seine neben ihm sitzende Ehefrau mittelschwer verletzt. Sie musste stationär behandelt werden, konnte das Krankenhaus nach Informationen unserer Redaktion am Dienstag wieder verlassen.

Entflohener BKH-Patient: Leichnam wurde in Ulm obduziert

Das Amtsgericht Memmingen hatte wegen versuchten Mordes an der Ehefrau am Montagmorgen Haftbefehl erlassen. Zu diesem Zeitpunkt war der Unfallverursacher bereits aus dem Bezirkskrankenhaus getürmt. Wie das geschehen konnte, ist Gegenstand polizeilicher Ermittlungen.

Nach dem Fund des Leichnams hat die Kriminalpolizei Neu-Ulm direkt die Ermittlungen übernommen. Ein Ermittlungsrichter am Amtsgericht Memmingen ordnete die Obduktion des Leichnams an, die in der Ulmer Rechtsmedizin vorgenommen worden ist. Ein DNA-Abgleich hat ergeben, dass es sich eindeutig um den Gesuchten handelt. Zudem bestätigten die Rechtsmediziner, dass keine Fremdeinwirkung vorgelegen hat. Der genaue Todeszeitpunkt war bis Freitagnachmittag noch nicht bekannt. Der Zustand des Leichnams lasse aber darauf schließen, dass der Mann sich nicht erst wenige Stunden vor dem Auffinden das Leben genommen habe, hieß es aus Polizeikreisen. Sein Tod stand vermutlich "im zeitlichen Zusammenhang mit der Flucht", meldete das Polizeipräsidium.

Hinweis: Normalerweise berichten wir nicht über (mutmaßliche) Suizide oder Suizidversuche. Es gibt aber Ausnahmen, nämlich dann, wenn der Fall durch die Umstände eine besondere öffentliche Aufmerksamkeit erfährt. Sollten Sie sich gerade selbst in einer ähnlichen Lage befinden oder sollte dieser Text bei Ihnen ähnliche Gefühle wachgerufen haben, wenden Sie sich bitte umgehend an die Telefonseelsorge. Die geschulten Berater dort können Sie unterstützen. Hilfe finden Sie bei kostenlosen Hotlines, zum Beispiel unter den Telefonnummern 0800/1110111 und 0800/3344533.

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