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Stadtrat

29.01.2016

Munk gibt den Fraktionsvorsitz ab

Der Günzburger Unternehmer behält sein Mandat, die Führung des UWB überlässt er jedoch einem anderen

Bereits in der Stadtratssitzung am kommenden Montag wird die UWB-Fraktion einen neuen Fraktionsvorsitzenden haben: Ferdinand Munk gibt 26 Jahre nach seinem Einzug in den Günzburger Stadtrat den Vorsitz ab. Wie die Gruppierung mitteilt, wird mit sofortiger Wirkung Hans Kaltenecker die Position übernehmen, Monika Küchle rückt als Stellvertreterin nach. Sein Stadtratsmandat will der Unternehmer jedoch behalten.

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Wie der Unabhängige Wählerblock gegenüber unserer Zeitung mitteilt, übergibt Munk den Posten auf eigenen Wunsch. Er freue sich jetzt schon darauf, als Mitglied der vierköpfigen UWB-Stadtratsfraktion das kommunalpolitische Geschehen dann zwar mit etwas Distanz, aber weiterhin mit vollem Elan verfolgen und mitgestalten zu können. Munk: „Jetzt ist dafür genau der richtige Zeitpunkt! Ich habe beruflich und privat so viele neue Herausforderungen, da ist diese Entscheidung nur konsequent.“

Der Chef der Günzburger Steigtechnik war bei der Kommunalwahl im März 1990 erstmals für den Unabhängigen Wählerblock in den Günzburger Stadtrat eingezogen und hatte damals auf Anhieb knapp 2000 Wählerstimmen erreicht. Als „Einzelkämpfer“ habe er damals jedoch kaum Chancen gesehen, seine kommunalpolitischen Ideen erfolgreich umzusetzen, und sich deshalb zunächst der CSU/WGU-Fraktion angeschlossen. Dadurch sei der UWB wieder in allen relevanten Ausschüssen des Stadtrats vertreten gewesen.

Munk gibt den Fraktionsvorsitz ab

Bei der Wahl sechs Jahre später erreichte die Gruppierung dann drei Sitze im Stadtrat und entwickelte sich so zur politischen Kraft hinter CSU, SPD und FWG. Bei dieser Wahl sicherte sich Ferdinand Munk erstmals den Titel als „Stimmenkönig“ mit 5406 Stimmen. Bei der nächsten Kommunalwahl im Jahr 2002 blieb Munk als UWB-Spitzenkandidat in Günzburg seiner Linie treu, im Kreistag kandidierte er dann zusätzlich auf einem der hinteren Plätze der Kreistagsliste der CSU – und sorgte mit seinem Ergebnis von mehr als 3500 Stimmen für Furore. Seit 2008 war die Fraktion dann mit vier Räten im Gremium vertreten.

2014 verließ Munk den Kreistag, dem er für die CSU angehört hatte. Er trat nicht mehr an. Bei den Kommunalwahlen musste er in Günzburg Stimmenverluste hinnehmen. Seine Gruppierung erhielt zwar erneut vier Sitze, Munk verlor aber seine Stellung als Stimmenkönig an CSU-Stadträtin Stephanie Denzler. Munks Weggefährte Berthold Feil musste seinen Platz im Stadtrat räumen, statt seiner wurde der bisherige Leinheimer Ortssprecher Hans Kaltenecker direkt in den Stadtrat gewählt. Verloren hat bei den Wahlen im März 2014 auch der komplette UWB an Stimmen: 2008 lang die Gruppierung bei 16,9 Prozent, diesmal gab es 14,5 Prozent der Stimmen.

Für Unruhe zwischen Stadtverwaltung und dem UWB-Fraktionsvorsitzenden sorgte in den vergangenen Jahren ein anhaltender Rechtsstreit über Erschließungsbeiträge. Ausgangspunkt war ein Streit über die Kosten für Kanal- und Wasser an zugekauften Grundstücken am Firmengelände der Günzburger Steigtechnik. Erst im vergangenen Dezember fand die jüngste Verhandlung zu diesem Thema vor dem Augsburger Verwaltungsgericht statt, zwei weitere Verfahren laufen aktuell noch. Die Klage gegen die Stadtwerke zog Munks Anwalt zwar zurück, er hatte jedoch in einer Verhandlungspause betont, dass es seinem Mandanten bis zu einem gewissen Grad „bei diesem Verfahren auch um die Ehre geht“. Auch wenn beide Seiten, im Zuge der Verhandlung, Schritte aufeinander zu machen, bleibt das Verhältnis des UWB-Stadtrats zur Stadtverwaltung schwierig.

Das Ferdinand Munk jetzt den Fraktionsvorsitz abgibt, verblüffte auch seine UWB-Freunde, die am Mittwochabend bei der Vorstandssitzung von der Entscheidung überrascht wurden. Entsprechend groß war der Dank an Munk für seine langjährige politische Karriere und seinen unermüdlichen Einsatz für den UWB und die Stadt Günzburg und ihre Stadtteile. Auch UWB-Vorsitzende Miriam Albrecht war überrascht, betonte aber die Verdienste Munks für die Gruppierung: „Diese Entscheidung tut uns zwar leid, hat aber unseren Respekt verdient.“ Munk sagte in der Sitzung, dass er sein „weinendes Auge“ nicht verhehlen wollte: „Ich habe in dieser Zeit so viele schöne und unvergessliche Momente mit den Bürgerinnen und Bürger meiner Stadt und im gesamten Landkreis erlebt.“ Er sei unendlich dankbar und wolle sich bei allen bedanken, die diesen langen Weg bis heute mit ihm gegangen seien. (rjk/zg)

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