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31.07.2010

Neues Solarfeld bei der Tongrube geplant

Im östlichen Bereich der Tongrube bei Ichenhausen soll auf einer 6,4 Hektar großen Fläche, die zur Rekultivierung vorbereitet ist, ein Solarfeld (rote Fläche) entstehen. Der Stadtrat hat die dafür notwendige Bauleitplanung auf den Weg gebracht. Foto: ilor
Bild: ilor

Ichenhausen Das Solarfeld bei Deubach ist in Betrieb, jetzt bereitet die Stadt Ichenhausen bauleitplanerisch den Grund für eine weitere Freiflächensolaranlage, die im Bereich der ausgebeuteten Tongrube im Nordosten der Stadt entstehen könnte. Notwendig sind dafür die Änderung des Flächennutzungsplans und die Aufstellung eines Bebauungsplans.

Als die Stadt im April 2009 mögliche Standorte für Freiflächensolaranlagen untersuchen ließ, da kam die Tongrube noch nicht in die engere Wahl. Jetzt aber, nachdem dort eine insgesamt 4,63 Hektar große Fläche zur Rekultivierung ansteht, kamen die Betreiber der Tongrube, Stephan und Harald Schmidt, auf die Stadt zu. In nicht öffentlicher Sitzung stimmte der Stadtrat im Juni einem städtebaulichen Vertrag zu, in dem die Antragsteller Kosten und Risiko für die notwendige Bauleitplanung übernehmen.

Außerdem holte die Stadt die Zusage des für die Tongrube zuständigen Bergamts Südbayern ein. Solange nämlich die entsprechenden Flächen nicht aus dem Bergrecht entlassen sind, hat die Stadt wenig Handlungsspielraum. "Das Bergrecht entzieht uns mehr oder weniger die Planungshoheit", erklärte Bürgermeister Hans Klement. Vorläufig könne aber das Verfahren zur Entlassung aus dem Bergrecht und das Bauleitplanverfahren parallel betrieben werden, erst zum Satzungsbeschluss muss die Freigabe des Bergamts vorliegen.

Im östlichen Bereich der Tongrube - weiter vorne wird weiterhin abgebaut und verfüllt - wird eine Fläche von 4,63 Hektar für das Solarfeld ausgewiesen, wovon die reine Solarfläche 3,78 Hektar umfasst. Stadt- und Regionalplaner Matthias Fleischhauer vom TeamBüro Markert stellte im Stadtrat die Planung vor. Die sei, sagte Klement, ebenso wie die vom selben Büro geplante Anlage bei Deubach "beispielhaft". Die Grundfläche für Technikgebäude wie Trafos oder Wechselrichter wird auf insgesamt maximal 200 Quadratmeter beschränkt, die frei stehenden, unbeweglichen Solartische müssen ohne Fundamente im Boden befestigt werden und dürfen nicht höher als drei Meter sein. Blendwirkungen, das versicherte Planer Fleischhauer, seinen hier "kein Problem". Für die Betriebsgebäude sieht der Bebauungsplanvorentwurf eine maximale Höhe von 4,5 Metern vor.

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Ebenfalls wie beim Solarfeld Deubach wird die Nutzung des Sondergebiets Photovoltaik auf 31 Jahre begrenzt, danach müssen Anlagen und Gebäude abgebaut werden. Das Solarfeld soll als extensiv genutztes Grünland bewirtschaftet werden. Der Bebauungsplanvorentwurf sieht im Nordosten eine bis zu 30 Meter breite private Grünfläche vor, im Süden ist eine schmälere Eingrünung geplant. Zäune dürfen über der Geländeoberkante maximal 2,5 Meter hochragen, unten muss ein 15 Zentimeter hoher Spalt bleiben, um kleineren Tieren den Durchschlupf zu ermöglichen.

Niederschlagswasser muss vor Ort über die Oberbodenschicht versickert werden, was den Bürgermeister zum Hinweis auf die "besondere topografische Lage" veranlasste. Details dazu müssen laut Matthias Fleischhauer noch mit dem Bergamt geklärt werden.

Im Stadtrat stieß das Vorhaben auf Zustimmung, jeweils einstimmig wurden die Flächennutzungsplanänderung und die Aufstellung eines Bebauungsplanes "Solarfeld Tongrube" beschlossen. Gleichzeitig billigte das Gremium die Vorentwürfe für die frühzeitige Beteiligung von Öffentlichkeit, Behörden und Trägern öffentlicher Belange. (ilor)

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