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Offingen

24.02.2021

Offinger Feldkreuz: Der Korpus ist gefunden

Vor einigen Wochen wurde die Christusfigur an diesem Feldkreuz nahe Offingen beschädigt.
Foto: Bernhard Weizenegger

Plus Vor einem Monat wurde die Christusfigur des Offinger Feldkreuzes stark beschädigt. Die Stifterinnen und der Pfarrer haben schon Pläne für die Neueinweihung.

Nur die Hände blieben am Kreuz zurück: Dieser Anblick bot sich der Streife der Polizeiinspektion Burgau vor ziemlich genau vier Wochen. Ein Spaziergänger hatte die fehlende Figur entdeckt (wir berichteten). Nun ist sie wieder aufgetaucht. Wie reagieren die Betroffenen auf den Vorfall? Und wie geht es weiter?

Ernst Süß ist ratlos. Auf seinem Grundstück steht das Feldkreuz. Er war an der Organisation beteiligt, als es am 30. April 2012 eingeweiht wurde. Und nun, knapp neun Jahre später, wurde der Korpus vermutlich abgerissen. „Eine besondere Verbindung hab’ ich als Landwirt schon zu einem Feldkreuz. Von früher her war es ja immer so, dass Gottes Segen für die Felder gewünscht war und das eine gewisse Bedeutung hat. Dass es dann Menschen gibt, die das kaputtmachen, versteht man dann nicht“, sagt er aus einer Mischung aus Nachdenklichkeit und Verärgerung.

Feldkreuz bei Offingen: So fand Ernst Süß die Christus-Figur

Zwei bis drei Tage nach dem Vorfall war der Schnee verschwunden, der eine Suche zunächst erschwerte. Ernst Süß lief die Stelle rund um das Kreuz ab, und tatsächlich: Der Christus-Korpus lag unweit des Feldkreuzes im Schilf. Süß verständigte die Polizei, die den Korpus mitnahm.

Süß kennt die Stifterinnen des Feldkreuzes, sie sind die Nachkommen einer Offinger Landwirtsfamilie. „Die sind genauso entsetzt gewesen wie ich“, berichtet er. Mit der Zeitung wollen die beiden aber nicht sprechen.

Beschädigtes Feldkreuz: Das sagt Offingens Bürgermeister Thomas Wörz dazu

Das Feldkreuz liegt bei Offingen, allerdings schon auf der Gemarkung Gundelfingen. Offingens Bürgermeister Thomas Wörz sagt, einige Bürger hätten ihn bereits auf den Fall angesprochen und ihren Unmut geäußert. Privat gehe er zwar in dem Gebiet mit dem Hund spazieren. Aber als Gemeinde auf Verbrecherjagd gehen? Das überlässt er dann doch lieber der Polizei.

Im benachbarten Gundelfingen stimmt ihm der Geschäftsstellenleiter der Verwaltungsgemeinschaft, Heinz Gerhards, zu: „Wir können da gar nicht aktiv werden“, schließlich stehe das Kreuz auf einem Privatgrundstück. Die Polizeiinspektion Burgau hat unterdessen den Korpus wieder zurückgegeben. Weitere Erkenntnisse hat die Polizei derzeit keine.

So geht es mit dem Offinger Feldkreuz weiter

„Wie kann man so etwas machen? Warum? Das hat ja niemanden an diesem Ort gestört“, wundert sich der Diakon der Pfarreiengemeinschaft Offingen, Fernando Upali. Der Offinger Pfarrer Thomas Schmid betont, besitztechnisch habe er nichts mit der Sache zu tun. Trotzdem findet er es „schon traurig, wenn so was passiert“.

Der 52-jährige Upali Fernando ist Diakon der Pfarreiengemeinschaft Offingen.
Foto: Philipp Wehrmann

Am Montag nach der Tat schaute er selbst nach dem Rechten, weil das Kreuz „der Kern unseres Glaubens“ sei. Schmid erzählt, er habe auch bemerkt, dass die Menschen in seiner Pfarrgemeinde schockiert waren, einige hätten ihn auf das Kreuz angesprochen.

Es sei ein gemeinsames Anliegen der Menschen, sich in diesem Fall zu engagieren, auch wenn das Kreuz auf einem Privatgrundstück stehe. Deshalb soll um Ostern herum das reparierte Kreuz noch einmal eingeweiht werden. Ein konkreter Termin steht hierfür aber noch nicht fest.

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