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18.05.2019

Paula Print stellt ihr eigenes Papier her

Paula Print stellt ihr eigenes Papier her
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Die Zeitungsente lernt bei den Grundschülern in Dürrlauingen, wie Papierschöpfen funktioniert

Behutsam nahm Paula Print eine Stufe nach der anderen. Schließlich wollte sie die Kinder der Dürrlauinger Grundschule und der St. Nikolaus Förderschule mit ihrem Besuch überraschen und sich ja nicht durch ihr Watscheln verraten. Als sie so die breite, kalte Steintreppe nach oben schlich, fiel ihr Blick auf farbenfrohe Malereien und allerlei selbst gebastelte Kunstwerke, welche die Wände der Schule schmückten. „Beeindruckend“, dachte sie bei sich und hielt einen Moment inne. Bis ihr einfiel, dass sie vor Pausenende noch das richtige Klassenzimmer finden musste. Denn, so war ihr Plan, wollte sich die Zeitungsente unter einer Schulbank verstecken und bei Eintreten der Kinder unter dem Tisch hervorhüpfen und diese mit einem kräftigen „Überraschung“ begrüßen.

Freudig aufgeregt legte Paula ihren Gang durch das Schulhaus fort, als sie am Ende des Flurs eine geöffnete Tür entdeckte. Auf einem der Tische stand, so weit sie das aus der Entfernung erkennen konnte, ein Eimer, der ihr Interesse weckte. „Interessant, für was das wohl gut sein mag?“, sprach sie zu sich selbst. Als Paula Print sich dem Behälter näherte, sah sie, dass dieser mit einer beerenfarbigen, dicken Flüssigkeit gefüllt war. „Was mag das wohl sein?“, stirnrunzelnd überlegte die Ente in Gedanken vertieft, bis ihr knurrender Magen sie unterbrach. Und da kam ihr eine Idee: „Himbeermatsche!“, rief sie aus. „Jawohl, das musste Himbeermatsche sein – ich liebe Himbeermatsche!“

Und gerade in dem Moment, als Paula den Eimer an ihren Schnabel ansetzte, um einen kräftigen Schluck der rosaroten Masse zu nehmen, ertönte die Pausenglocke. Eine Frau mit halblangen, braunen Haaren betrat den Raum: „Stopp! Was tust du denn da?“ Verlegen stellte Paula den Eimer zurück auf den Tisch: „Es tut mir leid, aber ich hatte solchen Hunger!“ „Aber Paula, das ist doch nichts zu essen, das ist Pulpe“, entgegnete die Frau freundlich. Nun war die Verwirrung komplett. „Was ist das, eine Pulpe?“, fragte die Ente. Da meldete sich ein Kind zu Wort, das zwischenzeitlich das Klassenzimmer betreten hatte und erklärte der Ente eifrig: „Die Pulpe haben wir vorbereitet, um daraus Papier zu machen. Dafür haben wir Papierreste farblich sortiert und diese ganz klein gerissen. Frau Schulz hat die Schnipsel dann mit Wasser vermischt und im Mixer fein püriert.“ „Genau“, erklärte Bettina Schulz, die Projektleiterin, weiter, „und dann wird die Pulpe in einem großen Behältnis, der Bütte, mit viel Wasser und etwas Kartoffelmehl vermischt, damit daraus mithilfe des Schöpfrahmens Papier geschöpft werden kann“. Paula schnattert plötzlich ganz aufgeregt: „Aber wie genau wird daraus Papier?“ Eine Erstklässlerin beschloss kurzerhand, der neugierigen Zeitungsente ganz einfach zu zeigen, was zu machen war. Also hob sie den Schöpfrahmen, der als Sieb diente, senkrecht in das mit Wasser und Pulpe befüllte Gefäß, senkte ihn langsam ab und hob ihn in dieser Position vorsichtig aus der Bütte. Die so aufgefangenen Zellfasern bildeten eine Art Papierstück, nur war dieses noch viel zu nass. Deshalb stürzte das Mädchen den Rahmen auf ein Gautschfilz. Mit einem Tuch und etwas Druck entfernte sie das restliche Wasser, bis sich der Rahmen vom Papierstück lösen lies.

Paula Print stellt ihr eigenes Papier her

„Das war’s auch schon fast, jetzt hängen wir das Papier noch zum Trocknen auf die Wäscheleine und dann sind wir fertig“, sagte Bettina Schulz mit einem Lächeln. Die Zeitungsente sah den Schülerinnen und Schülern noch eine ganze Weile gespannt zu, wie diese Papierstücke in den unterschiedlichsten Farben schöpften, als sie sich an Bettina Schulz wandte: „Können das alle Lehrkräfte hier an der Schule?“. „Also eigentlich bin ich gar keine Lehrerin an dieser Schule. Ich besuche verschiedene Schulen und bringe den Kindern etwas über Naturkreisläufe bei. Das ist ein Teil eines Umweltprojekts des Landschaftspflegeverbandes Günzburg. Heute ging es um den Kreislauf ’Vom Holz zum Papier’.“ Zum einen konnten die Kinder während des Papierschöpfens ein Gefühl dafür entwickeln, wie aufwendig die Herstellung von Papier ist und zum anderen haben sie im ersten Teil der Veranstaltung viele spannende Fakten über das Papier gelernt. „Zum Beispiel, dass dieses aus Holz gewonnen wird“, entgegnete Bettina Schulz. „Tatsächlich? Das wusste ich nicht!“, rief die Ente erstaunt aus. „Ja, und stell dir vor, für die Herstellung von einem Kilogramm Papier werden über zwei Kilogramm Holz benötigt.“ „Oh“, entgegnete Paula und erkannte, dass sie noch viel zu lernen hatte, „dann möchte ich in Zukunft etwas sparsamer mit dem Papier umgehen, schließlich liebe ich unsere Wälder!“

Mit dieser Erkenntnis ging für Paula ein langer, aufregender Tag zu Ende und glücklich über all die spannenden Dinge, die sie gelernt hatte, trat sie ihren Rückweg in die Redaktion an.

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