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Günzburg

19.01.2020

Peri setzt in seinem Werk in Günzburg auf alte Handwerkskunst

Auch modernste Fabriken wahren alte Handwerkstradition. Mit einer feierlichen ersten Tauchung eines Firmenlogos in Stahl wurde im Peri Werk Günzburg der Zinkofen in Betrieb genommen.
Bild: Sandra Kraus

Mit einer ersten Tauchung nimmt Peri die Verzinkerei in Günzburg in Betrieb. In den Standort hat das Unternehmen in den letzten Jahren 130 Millionen Euro investiert.

Mit einer feierlichen ersten Tauchung wurde die hochmoderne Verzinkerei im Peri Gerüstwerk Günzburg in Betrieb genommen.

Die Produktion von Peri Gerüstsystemen läuft in Deffingen seit September 2017, doch bisher mussten die Gerüstteile mittels Lohn Verzinkerei bei Firmen im ganzen süddeutschen Raum ihren Schutz von Korrosion bekommen. Ab sofort bringt ein fahrerloses Transportsystem die geschweißten Teile von der Fertigungshalle nach nebenan in die Verzinkerei.

350 Tonnen flüssiges Zink

Ein ausgeklügeltes Beförderungssystem im Bereich der Hallendecke hebt die Teile an. Sie werden entfettet, chemisch vorbehandelt und schweben dann in den Zinkofen, wo eine riesige Wanne, gefüllt mit 350 Tonnen flüssigem Zink auf sie wartet.

Peri setzt in seinem Werk in Günzburg auf alte Handwerkskunst

„Vor knapp zwei Jahren standen wir beim Spatenstich der Verzinkerei an einem unfassbar kalten Tag auf einem Erdhügel, heute sind wir in einer wunderbar warmen Produktionshalle und wahren die Tradition“, freut sich Stephan Finkel, Leiter des Peri Werks Günzburg, dessen Ausbau jetzt abgeschlossen ist. (Lesen Sie dazu: Eiskalter Start für die Feuerverzinkerei)

Peri betritt Neuland

Modern, langfristig und hochwirtschaftlich soll der Produktionsprozess im Leitwerk Gerüst in Günzburg sein, fasst Leonhard Braig, Geschäftsführer für Produktion und Supply Chain bei Per, das Ziel zusammen. Mit diesem vielleicht modernsten Gerüstwerk weltweit, fährt Braig fort, betrete Peri Neuland.

Die Lohn Verzinkerei gehört der Vergangenheit an. Auch Christian Schwörer, Beiratsvorsitzender und Vertreter der Inhaberfamilie, freut sich: „Es war eine mutige Entscheidung das Werk Günzburg in dieser Größe zu bauen.“ 130 Millionen Euro seien in Günzburg investiert worden, keine Selbstverständlichkeit im Hochlohnland Deutschland. Für Schwörer zählt Nachhaltigkeit. (Lesen Sie dazu: Peri ist für Günzburg gerüstet)

340.000 Kilometer an LKW-Fahrten fallen weg

Es würden 340.000 Kilometer an LKW-Fahrten zu Lohn Verzinkereien in Süddeutschland wegfallen, es seien höchste Umweltgesichtspunkte erfüllt und die Peri-Gerüst seien im Vergleich zu den Wettbewerbern aus Asien mit Bambusgerüsten oder den in China und Indien gefertigten Gerüsten wesentlich langlebiger und weit mehr als zwanzig Jahre im Einsatz.

Die Verzinkerei ist die wichtigste Einzelanlage im Peri Werk Günzburg. Mit einem Druck auf den Buzzer wurde sie in Betrieb genommen.
Bild: Sandra Kraus

Die Gerüste aus dem Werk in Günzburg gehen künftig in die ganze Welt. An die anwesenden Politiker, Bauminister Hans Reichhart, Landtagsabgeordneter Alfred Sauter und Oberbürgermeister Gerhard Jauernig adressiert Christian Schwörer den Wunsch auch künftig in Deutschland wettbewerbsfähig produzieren zu können.

Zu den aktuell 130 Mitarbeitern sollen weitere 120 dazu kommen

„Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Wir werden alles für den Standort Günzburg tun“, versprach Bauminister Reichhart. Für Oberbürgermeister Jauernig hat das Spiel mit dem Feuer in Günzburg mit Peri und seiner Feuerverzinkerei eine neue Ausrichtung bekommen. Aktuell sind in Günzburg 130 Mitarbeiter beschäftigt, jetzt kommen 120 dazu. Dringend gesucht sind Anlagenführer, Industriemechaniker und Elektriker.

Betriebsleiter Markus Michels hatte während der Reden den Zinkofen und seine Anzeigetafeln im Blick. Eisen und Stahl mit Zink zu überziehen wurde schon 1742 entdeckt und schützt bis heute zuverlässig vor Korrosion und Rost. Ein grünes Lämpchen signalisiert schließlich „Startklar“ zur ersten Tauchung.

Das Logo aus Stahl

Der Druck auf einen Buzzer von Perianern und Ehrengästen startet den historischen Moment. War der Zinkofen bisher hermetisch abgeriegelt, öffnen sich jetzt die Seitenteile. Sorgfältig ziehen zwei Fachkräfte die an der Zink-Oberfläche abgesetzte Schlacke ab, ehe das Peri-Logo aus Stahl heranschwebt und vollautomatisch bei wieder geschlossenen Ofentüren in das 450 Grad heiße Zinkbad eintaucht. Aufmerksam schauen die Gäste, darunter viele Peri-Beschäftigte zu, fotografieren und filmen die erste Tauchung am Standort Günzburg und für Peri weltweit.

Über Herzklopfen und Emotionen pur berichten Jasmin Kurz und Christian Schmid, die in ihrer Hitzeschutzausrüstung die oberste Schicht des flüssigen Zinks abgezogen hatten: „Das war schon etwas ganz besonders, meine Hände zittern noch immer.“

"Eine Badewann mit ziemlich giftiger Brühe"

Beheizt wird der Zinkofen mit Erdgas und er erfüllt modernste Sicherheitsstandards. „Eine Badewanne mit ziemlich giftiger Brühe“, nannte ihn Christian Schwörer. Zentimeter für Zentimeter zog die Anlage das nun mit einem Zinküberzug versehene Schild aus dem silbrig schimmernden Zinkbad.

Lesen Sie dazu auch: Peri wird 50: Gut gerüstet für die weite Welt

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