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Leipheim

11.04.2014

Planänderung: Gaskraftwerk statt GuD

So ähnlich wie das Kraftwerk in Hamm könnte das GuD auf dem Leipheimer Fliegerhorst einmal aussehen.
Bild: Hans Blossey (Archiv)

Die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm wollen das Kraftwerk auf dem Leipheimer Fliegerhorst nun in zwei Schritten realisieren. Erst einmal soll nur eine Gasturbine gebaut werden – und zwar schon bald.

Die Pläne für ein Gas- und Dampfturbinenkraftwerk (GuD) auf dem Leipheimer Fliegerhorst gibt es seit Jahren. Jetzt kommt wieder Bewegung in die Sache: Die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU) haben ihre Pläne geändert. Sie wollen das Kraftwerk nun in zwei Schritten bauen – dafür aber schneller. Der erste Teil, die Gasturbine, soll schon in drei Jahren in Betrieb gehen.

Der Grund für die Planänderung: Die SWU erwarten, dass im kommenden Jahr in Süddeutschland ein Markt für Strom-Reserveleistung eingeführt wird. Diese würde vom Betreiber des Übertragungsnetzes, in diesem Fall Amprion, abgerufen und vergütet. Der könnte so Stromlücken schließen, die zum Beispiel entstehen, wenn keine Sonne scheint oder kein Wind weht. SWU-Sprecher Bernd Jünke erklärt: „Statt die Stromreserven jedes Mal einzeln zu akquirieren, ist es besser, man gründet einen Markt.“ Und da wollen die SWU dabei sein. Die Gasturbine in Leipheim könne binnen der nächsten drei Jahre für die Stromreserve in Süddeutschland zur Verfügung stehen, teilten die Stadtwerke gestern mit. Sie geht immer dann ans oder vom Netz, wenn das Stromnetz ins Ungleichgewicht zu geraten droht. So könne auch Block B des Kernkraftwerks Gundremmingen planmäßig 2017 abgeschaltet werden.

Deshalb wollen die SWU nun in einem ersten Schritt die Gasturbine bauen – mit etwa der Hälfte der vollen Kraftwerksleistung von 1200 Megawatt. Die Kosten dafür hingen von der Leistungsklasse ab, die der Übertragungsnetzbetreiber festlegt, sagt Jünke: zwischen 250 und 400 Millionen Euro.

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Dafür wird die SWU Energie noch in diesem Jahr eine Projektierungsgesellschaft gründen. Sie soll aus maximal fünf Gesellschaftern bestehen, die SWU werden zehn Prozent der Anteile halten. Es hätten schon mehr Unternehmen Interesse bekundet als Anteile zur Verfügung stehen. Laut Jünke sind das mittelständische Unternehmen in öffentlicher Hand aus dem süddeutschen Raum, auch ein Anlagenhersteller soll mit ins Boot. So seien die Risiken besser verteilt, sagt der Sprecher. Die Ausschreibung für die Gesellschaft soll in Kürze starten.

Auch bei der technischen Kraftwerksplanung sei die SWU schon gut vorangekommen: Die Unterlagen für die Bauleitplanung würden zurzeit vervollständigt, das Genehmigungsverfahren für die Betriebserlaubnis vorbereitet. Die Gasturbine sei das simplere Aggregat, erklärt Jünke. Technisch komplizierter werde dann der zweite Teil, die Dampfturbine.

An den Plänen, in Leipheim einmal ein Gas- und Dampfturbinenkraftwerk zu bauen, halten die SWU nämlich weiterhin fest. Die Dampfturbine könne aber erst dann dazugebaut werden, wenn die Politik es schaffe, den Markt neu zu ordnen, sagt Jünke. Der Bundestagsabgeordnete Dr. Georg Nüßlein hatteim Februar gegenüber unserer Zeitung versprochen, dass dafür noch in diesem Jahr die politischen und damit finanziellen Voraussetzungen für solche Anlagen geschaffen würden. Das Problem ist nämlich: Solange es noch Atomstrom gibt, würde ein Gaskraftwerk zu wenig laufen und ist damit nicht rentabel.

Mit dem Zweckverband Interkommunales Gewerbegebiet haben die Stadtwerke einen Optionsvertrag geschlossen, mit dem sie sich das Grundstück im Südwesten des Fliegerhorsts sichern. Für sie ist Leipheim der „ideale Standort“: Für den Anschluss an das 380-Kilovolt-Stromnetz müssten nur vier Kilometer Leitungen verlegt werden, das Ferngasnetz sei fünf Kilometer entfernt. Das Kühlwasser für den Dampfteil des Kraftwerks käme aus der Donau. Und 2011 hätten sich die Bubesheimer im Bürgerentscheid ja auch schon klar für das GuD ausgesprochen.

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