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02.07.2010

"Rauchsignale" vor dem Volksentscheid

Am Sonntag entscheiden Raucher und Nichtraucher in den Wahllokalen, wo sie ihr Kreuzchen machen werden. Foto: Felix Hörhager dpa/lby
Bild: Felix Hörhager dpa/lby

Landkreis Sollen Nichtraucher noch besser geschützt werden? Oder sind die geltenden Gesetze ausreichend? Am morgigen Sonntag, 4. Juli, können die Bürgerinnen und Bürger Bayerns beim Volksentscheid darüber abstimmen. Zwischen Gegnern und Befürwortern einer weiteren Verschärfung wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen erwartet. Geteilt sind auch die Meinungen in Günzburg, wie eine kleine GZ-Umfrage ergab.

Nach momentaner Rechtslage ist das Rauchen in allen öffentlichen Gebäuden und Speiselokalen untersagt. Nur in Festzelten und getränkegeprägten Einraum-Gaststätten mit weniger als 75 Quadratmetern darf gequalmt werden. In größeren Wirtschaften muss ein separater Raucherraum eingerichtet werden.

Für Anni Hofmeister ist diese Regelung in Ordnung. "Ich gehe auf jeden Fall wählen. Obwohl ich Nichtraucherin bin, mache ich mein Kreuz bei Nein. Ich finde es nicht gut, wenn das Rauchen in jedem Lokal verboten ist", erklärt sie.

Kein Problem

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Gegenteiliger Ansicht ist Richard Bihle. "Ich war selbst lange Zeit Raucher. Mich hat es aber schon immer gestört, wenn in Lokalen geraucht wurde. Deswegen bin ich auch damals schon zum Rauchen nach draußen gegangen. Es ist doch wirklich kein Problem, für ein paar Minuten vor die Tür zu gehen. Aus diesem Grund werde ich am Sonntag für eine Verschärfung des Gesetzes stimmen", betont er und plädiert dafür, dass das Rauchen in allen gastronomischen Betrieben komplett verboten wird. Auch sollte es keine separaten Raucherräume mehr geben.

Andreas Frey wiederum sagt: "Ja, ich gehe wählen und ich werde gegen eine Verschärfung des Nichtraucherschutzgesetzes stimmen. Die aktuelle Regelung ist doch gut. So haben Raucher wie Nichtraucher die Wahl, ob sie in ein rauchfreies Lokal gehen oder in eins, in dem geraucht wird."

In Günzburgs Straßen sind kaum Raucher anzutreffen, die für eine Verschärfung stimmen werden, einige werden auch gar nicht abstimmen, wie etwa Nikolas Spiegel. Der Raucher: "Ich werde nicht zur Wahl gehen, weil ich keine Zeit habe. Aber ich bin absolut gegen eine strengere Regelung. Ich bin vollkommen damit einverstanden, dass in Lokalen, in denen gegessen wird, das Rauchen untersagt ist. Was Bars und Kneipen betrifft, bin ich der Meinung, dass es welche für Raucher und für Nichtraucher geben sollte. Das ist ja momentan der Fall und das ist auch die beste Lösung."

Einige Raucher befinden sich durchaus in einem Konflikt. Einerseits finden sie es nicht in Ordnung, dass das neue Nichtraucherschutzgesetz "so extrem ausfallen würde". Das wäre für sie ein Eingriff in ihre Persönlichkeitsrechte. Andererseits sehen sie durchaus das Problem, dass Nichtraucher durch das Passivrauchen geschädigt werden.

Andere sind ein wenig unentschieden. Wie zum Beispiel Manuel Nagel: "Wenn ich Zeit habe, gehe ich vielleicht wählen. Aber ich wüsste jetzt nicht, ob ein strengeres Rauchverbot positiv oder negativ ist. Ich denke, wenn das neue Gesetz durchgeht, werden sich die Menschen auch daran gewöhnen. Ich arbeite in einem Günzburger Bistro. Da ist das Rauchen verboten. Anfangs war es ungewohnt, aber mit der Zeit stört es keinen mehr."

Bei uns im Internet

Mehr zum Volksentscheid und die aktuellen Ergebnisse aus der Region am Sonntagabend unter

www.guenzburger-zeitung.de

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