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Haldenwang

12.07.2019

Rund 800 Unterschriften gegen die geplante Lehmgrube

Am Mittwoch übergaben Bürger an Bürgermeister Georg Holzinger rund 800 Unterschriften gegen eine geplante Lehmgrube bei Hafenhofen.
Bild: Peter Wieser

Der Gemeinderat Haldenwang beschließt den Teilflächennutzungsplan für den Rohstoffabbau. Damit stellen sich die Kommunalpolitiker ebenfalls gegen das Vorhaben bei Hafenhofen.

Der Haldenwanger Gemeinderat hat den gemeinsamen sachlichen Teilflächennutzungsplan für den Rohstoffabbau östlich des Mindeltals beschlossen. Das Ziel ist es, mit festgelegten Konzentrationsflächen darzustellen, wo ein Rohstoffabbau möglich ist und wo nicht. Wenn seitens der Gemeinden Dürrlauingen und Röfingen eine gleichlautende Beschlussfassung erfolgt und der Plan in Kraft tritt, darf zwischen Konzenberg und Hafenhofen kein Lehmabbau erfolgen. Ein Grundstückeigentümer hatte gegen den Entwurf Einwände erhoben, nachdem sein Grundstück, auf dem dieser rund 400.000 Kubikmeter Lehm und gut 200.000 Kubikmeter Sand abbauen möchte, wie aus der Stellungnahme hervorgeht, nicht in einer der Konzentrationsflächen berücksichtigt wurde.

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Gewollt ist die Lehmgrube von den Bewohnern Haldenwangs, Hafenhofens und Eichenhofens jedenfalls nicht, da diese sich durch Lärmbelästigung und zunehmenden Lkw-Verkehr beeinträchtigt fühlen, sollte diese kommen (wir berichteten). Rund 800 Unterschriften haben Vertreter der Interessengemeinschaften, die sich mittlerweile gebildet haben, vor der Sitzung am Mittwoch, bei der noch knapp weitere 20 Zuhörer anwesend waren, an Haldenwangs Bürgermeister Georg Holzinger übergeben.

Der Rohstoffabbau soll künftig klar geregelt sein

Die eingegangenen Stellungnahmen der Behörden waren im Wesentlichen dieselben wie die zum Vorentwurf. Peter Wolpert vom Krumbacher Ingenieurbüro Kling Consult hatte diese zügig abgehandelt. „Da wo Konzentrationsfläche ist, kann künftig noch abgebaut werden, wo keine ist, kann eben nicht mehr abgebaut werden,“ erklärte Wolpert. Hinsichtlich des Einwands des Grundstückseigentümers bezog er sich ein weiteres Mal auf die erarbeitete Raumanalyse, die der Planung zugrunde liegt.

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Diese untersuche und bewerte den gesamten Planungsraum flächendeckend, unter anderem, in welchen Bereichen die Gemeinde keinen Rohstoffabbau zulassen wolle, beispielsweise zum Erhalt des Landschaftsbilds in offener, freier Landschaft oder wenn andere Möglichkeiten bestünden. Mit dem aktuell laufenden Abbau innerhalb der bestehenden Konzentrationsflächen seien diese gegeben. Die Raumanalyse bewerte die Flächen zunächst nach Ausschluss- und Beeinträchtigungsfaktoren und darauf aufbauend nach Gunstfaktoren. Aufgrund des Bewertungsschemas sei das genannte Grundstück des Einwenders nicht für die Ausweisung einer Konzentrationsfläche geeignet, zumal es sich weder um eine direkte Erweiterung einer bestehenden Abbaustelle handle und auch keine entsprechend günstigen Erschließungsmöglichkeiten gegeben seien.

Die Gemeinde habe alles unternommen

Letztlich habe die Gemeinde die Planungshoheit und entscheide, was und wie man abbaue, erklärte Bürgermeister Georg Holzinger. Sie habe alles unternommen, man habe zudem einen Rechtsanwalt eingeschaltet. Auch seitens des Ingenieurbüros sei alles juristisch geprüft worden, fügte Peter Wolpert an. Wird der sachliche gemeinsame Teilflächennutzungsplan durch das Landratsamt genehmigt, kann der Einwender Klage einreichen. Dann allerdings könne man zunächst nur abwarten, was weiter geschehe, sagte Holzinger.

Wie bereits in Dürrlauingen und in Winterbach wurde am Mittwoch auch in Haldenwang ein Neuerlass der Friedhofs- und Friedhofsgebührensatzung beschlossen. Damit passt sich die Gemeinde ebenfalls der Regelung im Bereich der Verwaltungsgemeinschaft (VG) an. Künftig sind in Haldenwang alle Bestatter zugelassen, neu ist eine nun fällige Verwaltungsgebühr, da nun die Gemeinde für die Abwicklung zuständig ist. Auch kürzere Verlängerungsfristen für fünf oder für zehn Jahre werden in Zukunft bei den Gräbern möglich sein.

Schon vorher wurden Verwaltungsgebühren erhoben

Wie Frank Rupprecht, Geschäftsleiter der VG, auf Anfrage unserer Zeitung erklärt, habe das bisher beauftragte Bestattungsunternehmen Fritz bereits eine Verwaltungsgebühr erhoben, da es sich im Auftrag der Gemeinden um die Organisation kümmerte. Weil das nun die VG übernommen hat, erhebt sie diese Gebühr. Sie beträgt einheitlich 100 Euro, vorher sei die Höhe in jedem Ort unterschiedlich gewesen. Die Leichenhausgebühr bleibe unverändert.

Weiter informierte Bürgermeister Holzinger über den Sachstand im Baugebiet Am Friedhof in Konzenberg, nachdem man auf eine möglicherweise dort vorhandene Römerstraße gestoßen war. Bisher seien lediglich Scherben gefunden worden, die auf eine 4000 Jahre alte Keltenlagerstätte hinwiesen. Wenn es wirklich etwas Bedeutsames gegeben hätte, hätte es auch seine Berechtigung gehabt, es zu Tage zu bringen, sagte Rupprecht. Wenn man nichts finde, würden die Grabungen bald beendet sein, fügte Holzinger an und meinte scherzend: „Vielleicht wäre es ja auch ein Goldschatz gewesen.“ (mit cki)

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