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Günzburg

18.07.2019

SPD fordert Wechsel in Günzburger Schulleitung

Die Dominikus-Zimmermann-Realschule in Günzburg hat mit Problemen zu kämpfen.
Bild: Bernhard Weizenegger

Nach den bekannt gewordenen Problemen an der Dominikus-Zimmermann-Realschule Günzburg erhebt die SPD Vorwürfe. Die Politiker kritisieren auch das zuständige Ministerium.

Mit deutlichen Worten fordert die Günzburger SPD einen Neustart an der Dominikus-Zimmermann-Realschule in Günzburg. Die Diskussion „um den Niedergang der Günzburger Dominikus-Zimmermann-Realschule, für die der Landkreis der Sachaufwandsträger ist“, habe sehr breiten Raum in der jüngsten Sitzung des Ortsvereinsvorstandes eingenommen, so Vorsitzende Simone Riemenschneider-Blatter. Die Partei fordert die Schulleiterin zum Rückzug auf.

Fraktion fordert neue Schulleitung für die Realschule

Dabei habe der Vorstand einmütig und „ohne Wenn und Aber“ die Feststellung des stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Kreistagsfraktion, Werner Gloning, geteilt: „Das Aus für die Schule kann nur mit einen Neustart zum neuen Schuljahr verhindert werden und der könne glaubwürdig nur mit einer neuen Schulleitung vollzogen werden.“ Auch Glonings Feststellung „die jetzt offen zutage getretene Krise der Schule ist die logische Konsequenz einer jahrelangen Negativentwicklung, der mit dem Namen der derzeitigen Rektorin verbunden ist, sei einhellig geteilt worden, heißt es in einer Pressemitteilung der Partei.

In den vergangenen Wochen hatten zu einen die drastisch gesunkenen Anmeldezahlen für die kommende fünfte Jahrgangsstufe für Unruhe gesorgt – mit nur 20 Kindern kann die Schule lediglich eine einzige Eingangsklasse bilden. Außerdem hatten sich an der vor zwei Jahren auch für Mädchen geöffneten bisherigen Knabenrealschule ausschließlich Buben beworben. Zudem war bekannt geworden, dass an der Schule zwei Aushilfslehrer unterrichten, die erst 2017 beziehungsweise 2018 Abitur gemacht und noch kein Lehramtsstudium absolviert haben. Das Kultusministerium hatte daraufhin den Einsatz der beiden Studenten im Regelunterricht untersagt.

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Schulleiterin soll Versetzungsantrag stellen

Für Werner Gloning ist es ein Rätsel, weshalb die „Kultusministeriumsbürokratie“ dieser Fehlentwicklung trotz mehrmaliger Hinweise nicht energisch genug entgegen gesteuert beziehungsweise offenbar sogar tatenlos zugesehen habe. Die SPD Günzburg sehe daraus folgende Konsequenz: Wenn die noch amtierende Rektorin angesichts der entstandenen Situation selbst einen Versetzungsantrag stelle, könne sie beweisen, dass ihr das Wohl der Schule und das Wohl der dortigen Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer wichtiger sei als ihre Karriere, schreibt der Ortsvorstand in seiner Pressemitteilung. „Dies wäre ein Verhalten, das Respekt verdienen würde.“ Sollte sie dazu aber nicht bereit sein, müsse das Kultusministerium aus Sicht der SPD handeln – „und zwar sofort“. Für Gloning drängt sich sonst der Verdacht auf, dass es dort nicht ungern gesehen werden würde, wenn es im Landkreis Günzburg bald eine Realschule weniger gebe.

Werner Gloning sagt, er gehe davon aus, dass auch die CSU diese Auffassung teile. „Ansonsten würde sie sich dem Verdacht der Parteibuchwirtschaft aussetzen, da die Rektorin immer wieder betont habe, dass sie Rektorin und CSU-Mitglied sei.“ Ein Zusammenhang, den sie selbst und nicht die SPD hergestellt habe.

Weitere Themen in der Diskussion des SPD-Vorstands waren der Mangel an bezahlbarem Wohnraum im Landkreis, der Neubau des Wahl-Linderschen Altenheims in Günzburg (hier wurde die Frage nach der Errichtung einer Demenz-Station aufgeworfen) und die Ablehnung der CSU-Mehrheit im Kreisausschuss, für Landkreisgebäude und -einrichtungen nur noch Ökostrom abzunehmen. Bei Letzterem äußerte Simone Riemenschneider, SPD-Ortvorsitzende und weitere Stellvertreterin des Landrats, die Hoffnung, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen sei. „Wie sollen wir denn von den Bürgerinnen und Bürgern nachhaltiges Verhalten erwarten, wenn sich der Landkreis dem verschließt“, so ihre Frage in Richtung CSU. (zg/rjk)

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