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Landkreis Günzburg

19.02.2020

SPD warnt im Kreistag vor der Alternative für Deutschland

Das ist der Hauptraum der früheren Synagoge Ichenhausen. Der Kreistag hat sich in einer Resolution gegen Antisemitismus ausgesprochen.
Bild: Bernhard Weizenegger

Plus Die Resolution gegen Antisemitismus nutzt der sozialdemokratische Fraktionschef Gerd Olbrich für einen deutlichen Appell.

Das Lob des Antisemitismusbeauftragten der Staatsregierung, Ludwig Spaenle, ist bei den Günzburger Kreisräten angekommen. Der Kreis Günzburg ist der erste in Bayern, der mit einer Resolution Flagge zeigt gegen antisemtische Umtriebe und damit deutlich ausdrückt, dass so etwas im Landkreis nicht geduldet wird.

Bei Worten wollen es die Kreispolitiker nicht belassen, wie im Kreistag nun deutlich wurde. CSU-Fraktionsvorsitzender Hans Reichhart schlug vor, mit Stelen oder sogenannten Stolpersteinen an jüdische Mitbürger zu erinnern, die vor der Zeit des Nazi-Regimes ein angesehener Teil der Gesellschaft waren. Dann wurden sie verhöhnt, verfolgt, ermordet. Die einst blühende jüdische Landgemeinde Ichenhausen war plötzlich im Jargon der Nationalsozialisten „judenrein“.

Lenz: Es gibt noch spannende Geschichten zu entdecken

Harald Lenz, Fraktionschef der Grünen im Kreistag, schlug vor, alle jüdischen Kulturgüter im Kreisgebiet erst einmal zu benennen. „Da gibt es noch spannende Geschichten zu entdecken“, ist er sich sicher.

SPD warnt im Kreistag vor der Alternative für Deutschland

Und der SPD-Fraktionsvorsitzende Gerd Olbrich hatte für seine Kreistagskollegen eine Buchempfehlung: „Lauf, Ludwig, lauf!“ von Rafael Seligmann. Darin beschreibt der Berliner Autor die Jugendjahre seines Vaters in Ichenhausen und die Bedrohung durch die sich anbahnende Diktatur.

Seligmann hatte vor wenigen Monaten die erste öffentliche Lesung in Ichenhausen gehalten (wir berichteten).

Unter Kollegen, am Stammtisch, im Chatroom

Olbrich nahm die Kreistags-Resolution auch zum Anlass, um auf antisemtische Taten in unserem Land aufmerksam zu machen. Man dürfe als Politiker, aber auch als Bürger nicht müde werden, unter Kollegen, am Stamnmtisch oder im Chatroom sein Wort zu erheben, wenn sich Judenhass breit mache, „auch wenn man manchmal dazu keine Lust hat“.

Er rief außerdem zu einem „politischen Kampf gegen die AfD“ auf. Die Partei „führt sich so auf wie der gute Nachbar von nebenan“. Für den Sozialdemokraten ist das eine Mogelpackung, was an dem nationalistisch-völkischen Flügel dieser Partei erkennbar sei.

Im neuen Kreistag wird vermutlich auch die AfD vertreten sein. Den Sitzungssaal hat sich der Landtagsabgeordnete Gerd Mannes (Leipheim) dem Vernehmen nach schon einmal angesehen.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Till Hofmann:

Antisemitismus-Resolution: Wir brauchen mehr als Worte

Lesen Sie außerdem:

Spaenle: Landkreis ist „Vorreiter in Bayern“

Landkreis Günzburg will gegen Antisemitismus kämpfen

Warum Rafael Seligmann in Ichenhausen gelesen hat

Die Vertreibung aus dem Paradies Ichenhausen

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