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Hochwang

14.11.2017

Schäferstündchen im Doppelpack

Beim „Schäferstündchen“, dem neuen Dreiakter der Theaterbühne Hochwang im Schützenheim, sorgen die engagierten Laienspieler wiederholt für reichlich Szenenapplaus bei der Premiere am Samstagabend. Im Publikum saßen auch Gäste aus Veitshöchheim.
Bild: Kahler

Auf dem Hof von Bauer Sebastian überschlagen sich die Ereignisse – auf und vor der Bühne ist die Laune großartig

Immer wieder spendet das Publikum begeistert Szenenapplaus: Kein Wunder, denn auf dem Hof von Witwer Sebastian überschlagen sich die Ereignisse. Die elf Akteure der Theaterbühne Hochwang sind in bester Spiellaune bei der Premiere des neuen Stücks „Schäferstündchen“. Ausgerechnet den 11.11. zum Auftakt der närrischen Saison haben sie herausgesucht: „Das muss ja luschtig wer’n“, lautete der Kommentar eines Premierengastes. Und mit dem Dreiakter haben die 15 Organisatoren und Darsteller plus Helfer vor und hinter der Bühne wieder einen Komödienhit vorbereitet.

Witwer Sebastian (Peter Persch) bereut es mal wieder, dass er seinem einzigen Sohn seinen eigenen Vornamen gegeben hat. Statt dass der sich nach einer ordentlichen Bäuerin für den Hof umschaut, treibt sich Basti junior (Patrick Persch) mehr in der Stadt herum und „verprasst“ das knappe Taschengeld. Wo der Vater ihm doch 20 Euro gegeben hat – damit sollte der Junior allerdings noch tanken und Winterreifen besorgen, statt es in der Disco auszugeben. Zur Strafe soll er nun die Dachziegel am Stadel von rechts wieder nach links räumen – gestern hat er’s umgekehrt gemacht. Nur Hauserin Josefa (Tanja Persch) und Knecht Sepp (Georg Kiehbacher) halten zum Bub und dessen Schpusi Lissy (Luise) Käfer (Yvonne Rotter). Weil er so knapp gehalten wird, will er die Kasse aufbessern und inseriert zwei Feriendomizile: im Altenteil und in seinem Zimmer.

Das ruft Sebastians Nachbarn Kurt (Reinhold Siegner) und Egon (Matthias Rotter) auf den Plan. Sie haben das Inserat gelesen und beschweren sich beim Senior: „Das war nicht ausgemacht, wir brauchen hier keine Fischköpfe, Saupreiß’n. Und aus Günzburg, Bibertal, Bubesheim und Autenried auch keine“, schimpft Kurt – das Publikum johlt, darunter auch Laienspieler aus Autenried. Nicht lange und das erste Paar – Petra Käfer, Lissys Mutter (Claudia Fahrenschon) mit Karl Schädling (Sven Rotter) will die Einsamkeit auf Bauer Bastis Hof genießen, aber völlig anonym, wie sie Knecht Sepp verraten, der als „Empfangschef“ fungiert. Auf dem Anmeldeformular soll Sepp „Schäfer“ eintragen. Was den Sepp natürlich ziemlich wundert: „Habt ihr ein Schäferstündchen?“, fragt er neugierig. Kurz danach taucht das nächste Paar auf: Karoline Schädling (Sabine Marek) und Peter Käfer, Lissys Vater (Markus Eberle). Jetzt ist Sepp völlig irritiert: „Seid ihr sicher, dass ihr so heißt?“.

Die beiden männlichen Feriengäste kommen ins Gespräch. Ob er denn mit seiner Frau da wäre, will Peter wissen. Klar, eine Frau habe er schon dabei, aber das Eheweib sei zu Hause. Und der Mann wisse nichts davon, das „muss ein schöner Trottel sein“, bemerkt Karl. Da staunt der Knecht ein weiteres Mal: „Und ich hab gedacht, es gibt Mord- und Totschlag“, sinniert Sepp. Dann taucht schon Petra auf – sie will sich sonnen und lässt sich von Bauer Sebastian den Rücken eincremen. Hauserin Josefa platzt in die erotische Szene und ist empört über den scheinheiligen Senior.

So nimmt das Verhängnis seinen Lauf, denn die beiden untreuen Ehepaare treffen natürlich aufeinander. Das entwickelt sich in den nächsten zwei Akten zum Lachmuskel strapazierenden Durcheinander. Wie das Beziehungschaos ausgeht – das sollten sich die Besucher der nächsten Vorstellungen selbst ansehen. Zum Schluss gibt’s jedenfalls tosenden Applaus, trotz ein paar Premierenhängern. Witziges Detail, das Schützenmeister Horst Reichle verrät: Auf der Bühne wird mit reichlich Dessous hantiert und geworfen – bis die Requisiten ausgehen und eine Darstellerin kurzerhand ihren eigenen BH opfert.

Als Regisseurin des Stücks fungieren wieder Regina Persch und Anita Rotter (auch Souffleuse), den Bühnenbau besorgten Peter Persch und Reinhold Siegner, zuständig für die Technik sind Peter Schuster und Felix Bär, für die Maske Martina Kiehbacher und Petra Veith.

Apropos 11.11.: Peter Persch bat nach der Vorstellung Gäste aus der Faschingshochburg Veithöchsheim auf die Bühne. Der Kontakt mit den Laienspielern aus Franken kam bei einem Urlaub im württembergischen Kanzach zustande und jetzt besuchen sich die Amateurakteure regelmäßig zu ihren Vorstellungen.

sind am Freitag, 17., Samstag, 18., Sonntag, 19., Freitag, 24. und Samstag, 25. November, jeweils 19.30 Uhr. Außerdem gibt es noch eine Nachmittagsvorstellung am Sonntag, 19. November, 14 Uhr.

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