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Günzburg

06.03.2018

Schulen wollen mehr Zeit, mehr Geld, mehr Stellen

Bei der Schulkonferenz der SPD haben zur Abwechslung nicht die Schüler, sondern Eltern, Lehrer, Schulleiter und Vertreter von Verbänden gesagt, wie sie die Situation beurteilen. (Symbolfoto)
Bild: Bernhard Weizenegger

Die SPD hört sich in Günzburg bei Eltern, Lehrern und Rektoren um. Die Wunschlisten ähneln sich.

Das Ziel ist für alle dasselbe, deswegen ähneln sich auch die Wünsche von Eltern, Schulleitern und Lehrern: Sie möchten guten Unterricht für Kinder und Jugendliche anbieten können. Was ihnen dazu fehlt, ist vor allem Zeit und Geld. Die beiden SPD-Landtagsabgeordneten Simone Strohmayr und Martin Güll, stellvertretende Vorsitzende und Vorsitzender des Bildungsausschusses im Bayerischen Landtag, haben sich bei ihrer regionalen Schulkonferenz in Günzburg bei den Betroffenen umgehört, wie die Situation an den Schulen in der Region ist. Es ist die 14. Station von insgesamt 20 in Bayern, erklärt Martin Güll. „Wir wollen die Realität hören, nicht die Statistiken betrachten.“

Die Themen ähneln sich dabei quer durch den Freistaat, so der Politiker, der aus Rücksicht auf die Teilnehmer keine Namen von konkreten Schulen nennen möchte. Dabei wird deutlich: Zeitmangel ist für alle das größte Problem. „Es reicht zwar für die Inklusion an den Schulen, aber für Arbeitsgemeinschaften bleibt keine Zeit.“ Die wachsenden Aufgaben bringen die Lehrkräfte an ihre Grenzen: Quer durch alle Schularten wird der Wunsch nach sozialpädagogischer Unterstützung laut, um besser mit Inklusion und Integration an den Schulen umgehen zu können.

Auch die digitale Bildung, deren Mangel in ihrer eigenen Ausbildung Lehrkräfte ebenfalls beklagen, kostet Zeit, beispielsweise für die Wartung. „Hier ist der Wunsch nach Fachpersonal, also nach Systemadministratoren, die diese Zusatzaufgabe übernehmen. Roland Grimm, Vertreter des Bayerischer Lehrerinnen- und Lehrerverbandes (BLLV) sieht die Kernaufgabe seiner Kollegen durch die vielen Zusatzaufgaben eingeschränkt: „Unser Wunsch wär, mehr Zeit für die Bildung zu haben.“

Attraktiver macht dies alles den Beruf des Lehrers und vor allem den des Schulleiters nicht, gibt Robert Kaifer, ebenfalls vom BLLV, zu Bedenken. Er ist selbst Rektor an der Grundschule Ichenhausen und stellt klar: Für viele Lehrer ist der finanzielle Unterschied zum Schulleiter-Gehalt nicht so groß, als dass er einen besonderen Anreiz für den Wunsch nach einer Leitungsstelle bilden könnte. „Es wird zunehmend schwer, für den Bereich der Grund- und Mittelschulen Bewerber als Rektoren zu finden.“ Dass – nicht nur an seiner eigenen Schule – trotz widriger Umstände und erhöhtem Arbeitsaufkommen durch Kinder mit Integrationsbedarf oder aus Flüchtlingsfamilien der Schulalltag funktioniere, gehe im Augenblick nur über das erhöhte Engagement aller Kollegen.

„Wir haben gutes Feedback bekommen und intensive Fachdiskussionen mit den Vertretern der Schulfamilien geführt“, zieht Simone Strohmayr Bilanz der 14. Schulkonferenz. Bis zum Ende der Legislaturperiode sollen die gewonnenen Erkenntnisse nun in Anträge der SPD-Fraktion im Landtag münden, kündigte sie an.

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