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Jubiläum

16.11.2017

Sieben Jahrzehnte Entscheidungen mitgetragen

CSU-Ortsvorsitzender Alfred Hermann zeigt ein Album mit Bildern von den Höhepunkten. Es enthält auch ein Foto von Franz Josef Strauß, als er 1984 zur Einweihung der Kraftwerksblöcke die Gemeinde besuchte.
Bild: Peter Wieser

Der CSU-Ortsverband Gundremmingen feiert sein 70-jähriges Bestehen. Ein Rück- und Ausblick

Die Probleme waren in Gundremmingen damals ganz andere als heute: Es gab keine sichere Trinkwasserversorgung, die Ortsstraße wurde als eine der letzten Staatsstraßen im Landkreis überhaupt erst im Jahr 1960 asphaltiert. Kurzum: Gundremmingen war ein Bauerndorf, für das sich letztendlich niemand interessierte. Obwohl kurz nach dem Krieg von den Besatzungsmächten die Bildung von Parteien noch nicht erlaubt war, entwickelten sich die ersten parteipolitischen Bewegungen. Im Frühjahr 1947, inzwischen hatte die amerikanische Militärregierung ihre Erlaubnis dazu erteilt, fanden mit dem damaligen Bürgermeister Georg Stricker 13 weitere gleichgesinnte Bürger zusammen und riefen einen CSU-Ortsverband ins Leben.

Im Landkreis gab es damals schon weitere 17 Ortsverbände der Partei, unter anderem in Günzburg, Burgau und Leipheim, aber auch in kleineren Orten wie in Oxenbronn oder in Rieden. Bei der Gemeinderatswahl in Gundremmingen im Jahr 1948 brachte es die CSU mit einem mehrheitlichen Stimmenanteil von 39,1 Prozent immerhin auf vier von zehn Sitzen. Seitdem ist sie ununterbrochen mit im Rat vertreten.

Die Zeiten haben sich gewandelt: Mit der Ansiedlung des Kernkraftwerks hat sich das einstige Bauerndorf zum modernen Industriestandort entwickelt, dabei aber dennoch seinen dörflichen Charakter beibehalten. Das Ziel sei stets die Mitarbeit an der Gemeindeentwicklung zusammen mit den anderen Parteien gewesen, aber auch die Vereine zu unterstützen, betont Alfred Hermann. Er ist seit 1983 Mitglied und seit 1993 an der Spitze des heute 36 Mitglieder zählenden Ortsverbands. Außerdem ist er seit 39 Jahren Mitglied im Gemeinderat.

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Ob bei der Ausweisung von Bau- und Gewerbegebieten, dem Erwerb der Immobilien in München, dem Bau des Rathauses und der Umgehungsstraße bis hin zum Bau des Auwald-Sportzentrums: Die CSU war an allen wichtigen Entscheidungen mit beteiligt. So auch im kulturellen Bereich, unter anderem bei der Mithilfe durch die Gemeinde zur Gründung der Blaskapelle, des Akkordeonorchesters oder der Musikschule. Wie bereits die Junge Union, habe sich auch die CSU seinerzeit gegen die Pläne gestellt, im Dorfzentrum ein Erlebnisbad zu bauen, so Herrmann. Stattdessen befinden sich an dieser Stelle nun die Grundschule und das Kulturzentrum. Auch wenn die Gewerbesteuer immer fleißig sprudelte: „Wir haben auch die andere Seite gekannt“, erklärt der Ortvorsitzende. Von Armut geprägt zu sein, bedeute ein sparsames Umgehen mit den Haushaltsmitteln. Auch später habe man stets entsprechend der Möglichkeiten des Haushalts gearbeitet.

Die wohl größte Schlappe bedeutete für den Ortsverband die von seinem Mitglied Erwin Haug 1996 verlorene Bürgermeisterwahl gegen den FWG/UWG-Kandidaten Wolfgang Mayer. Gleichzeitig verlor die CSU im Gemeinderat drei Sitze an die FWG/UWG. Heute ist sie mit Tobias Bühler als Bürgermeister und mit fünf von zwölf Sitzen im Gemeinderat vertreten.

Der Zukunft des Ortsverbandes sieht Alfred Herrmann zuversichtlich entgegen, nicht zuletzt durch die 1971 entstandene Ortsgruppe der Jungen Union. Man werde weiterhin Vereine und Institutionen unterstützen mit dem Ziel, auch die Jugend für eine politische Mitarbeit zu gewinnen. Denn die sei nun einmal die Grundlage für eine Gemeinde, so Herrmann. Bei der Jahresabschlussversammlung des Ortsverbands am Freitag, 24. November, um 19.30 Uhr im Gasthof Hutter wird er noch einmal auf das 70-jährige Bestehen zurückblicken.

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