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Burgau

08.02.2018

So wird am Rosenmontag ohne Kinderbrotspeisung gefeiert

Trommler-Albert, Stadtsoldatenund Burgavia und Markgrafenpaar möchten, dass am Rosenmontagvormittag auch ohne Kinderbrotspeisung Faschingsgruppen durch die Innenstadt ziehen.
Bild: Peter Wieser

Der Tag soll auch ohne den Umzug etwas Besonderes sein. Derweil hat die Burgavia Unterschriften für die Beibehaltung der Tradition an den Bürgermeister überreicht.

Dass die traditionelle Burgauer Kinderbrotspeisung in diesem Jahr vom Rosenmontag auf den Rußigen Freitag verlegt wird, hat in der Stadt schon für großen Ärger gesorgt – vor allem, weil sich die Bürger von den Verantwortlichen viel zu spät informiert fühlen. Die Faschingsgesellschaft Burgavia hat daraufhin Unterschriften für die Beibehaltung des traditionellen Tags gesammelt. Präsident Mike Tögel übergab die Liste, auf der 915 Bürger unterzeichnet haben, am späten Mittwochnachmittag zusammen mit seinen Stellvertreterinnen Ulrike Schiffelholz und Manuela Jordan an Konrad Barm. Der Bürgermeister ist auch der Vorsitzende des Faschingszugkomitees.

Schiffelholz sagte, es gebe bei den Burgauern den Wunsch, über die Rückverlegung zu sprechen. Viele seien traurig über die Entscheidung gewesen, die Kinderbrotspeisung nun am Rußigen Freitag zu veranstalten. Tögel erklärte, die Burgavia habe reagieren müssen, weil viele in der Stadt gedacht hätten, sie sei für die Änderung verantwortlich. Deshalb hätten sie die Unterschriften gesammelt. Es wäre ein Anfang, sagte er, das künftige Vorgehen mit allen zu besprechen, die bislang an der Kinderbrotspeisung beteiligt gewesen sind. Bürgermeister Konrad Barm zeigte sich dem gegenüber offen. „Wir werden und müssen bewerten“, wie die Verlegung in diesem Jahr angenommen wird. Das werde sich nun am Rußigen Freitag zeigen. Natürlich sei es möglich, über das künftige Vorgehen zu sprechen, aber er könne jetzt noch nicht sagen, wann dies der Fall sein wird.

Was am Rosenmontag nun geboten sein wird

„Burga zua, Burga zua“ – oder auch nicht? Könnte es sein, dass ohne die Kinderbrotspeisung das Faschingstreiben am Rosenmontagvormittag, oder vielmehr am „Fasnachtsmeetig“, in Burgaus Innenstadt einschläft oder gar in Vergessenheit gerät? Kein Trommler-Albert, keine Stadtsoldaten, keine Handschuhmacher und auch keine Burgavia? Eben nicht. Denn genau diese – und das werden am Burgauer Stadtfeiertag immerhin nicht nur gut 70 Personen, sondern auch gut 70 Fasnachter sein – werden dafür sorgen, dass das Gegenteil passiert

„Es ist wichtig, dass der Rosenmontagvormittag als Burgauer Straßenfasnacht erhalten bleibt“, betont Trommler-Albert Bernd Burghardt. Dass er am Rosenmontag durch die Innenstadt ziehen wird, das hatte er nach der Verleihung des Heimatpreises für die Kinderbrotspeisung schon versprochen. Gerüchte, dass ohne den Trommler-Albert und den Schulkindern an diesem Vormittag in Burgau „ja doch nichts mehr los sein wird“, seien schlichtweg falsch, stellt Stadtsoldat Horst Tippel klar. „Die Stadtsoldaten werden, wie alle Jahre, wieder trommelnd in den Straßen der Markgrafenstadt unterwegs sein“, fügt er hinzu. Auch dieses Mal werden sie für Recht und Ordnung sorgen, und auf wen sie aufpassen, das wird sich von selbst ergeben – wenn sie nicht gerade eines der Burgauer Geschäfte überfallen. Auch die Burgauer Handschuhmacherkapelle wird in regelmäßigen Stopps ihre „Stückla“ spielen. Stopps auch deswegen: Man wisse ja genau die Stellen, an denen man „an Krapfa“ oder „a Likörle“ bekommt, bemerkt Handschuhmacher Michael Fritz schmunzelnd. Von den „Faschingssprüchla“ dazu gebe es ja genügend.

Das Präsidium der Burgauer Burgavia übergab an Bürgermeister Barm 915 Unterschriften von Bürgern, die gegen die Verlegung der Kinderbrotspeisung auf den Rußigen Freitag sind.
Bild: Bernhard Weizenegger

Auch die Geschäftsleute wollen mitmachen

Und die Burgavia? „Wir werden uns mit unserem ganzen Hofstaat durch die Innenstadt tanzen“, verspricht Mike Tögel, der Präsident der Burgauer Faschingsgesellschaft. Und eine Überraschung werde es vielleicht auch geben, fügt das Markgrafenpaar, Martina II., von der musikalischen Zunft, und Andi II, der mit den Wolken tanzt, hinzu. Verraten wollen Markgräfin und Markgraf allerdings noch nichts – aber es könnte etwas mit ihren Namen zu tun haben, geben sie augenzwinkernd preis.

Bereits im Vorfeld habe es Gespräche mit den Inhabern der Burgauer Geschäfte gegeben und die Resonanz sei durchweg positiv gewesen. „Bis jetzt haben fast alle zugesagt, dass sie mitmachen“, sagt Bernd Burkhardt. Und was sagen die Geschäftsleute? „Wir werden den Rosenmontag feiern, so wie bisher und werden ihn weiter aufrecht erhalten“, versichert Edgar Bader von Kerzen-Bader. Alle Gruppen, ob Engel, Hexen oder was auch sonst, seien herzlich willkommen und jeder bekomme sein „Schnäpsle“. Genauso sieht es Michael Hackenberg, Inhaber von Männermode Hackenberg direkt neben dem Burgauer Stadttor und zugleich der Zweite Vorsitzende des Handels- und Gewerbevereins (HGV).

Jeder soll mitmachen

Wie aus einem Schreiben an die Mitglieder hervorgeht, hat der Verein diese gebeten, den Vormittag des Rosenmontags so wie bisher mitzugestalten und die Gruppen mit offenen Armen zu empfangen. Für Hackenberg ist klar: „Es ist schön, wenn sie am Rosenmontag durch die Stadt ziehen.“ Sein Geschäft werde er ebenfalls geöffnet haben und Kaffee oder Cappuccino stünden bereit, und für alle Fälle auch genug Süßes. Die Stadt Burgau beteiligt sich ebenfalls, Flyer und Plakate sind schon seit Längerem im Umlauf. „Ab 9.31 Uhr in der Stadtstraße – wir freuen uns auf Euch und sorgen für Musik, Tanz und gute Stimmung“, steht darauf. Und wer schon früher kommen will? Die Stadtstraße wird bereits ab 8 Uhr gesperrt sein. „Es ist toll“, freut sich Burgaus Bürgermeister Konrad Barm (Freie Wähler) über das Engagement der Vereine. Die Tradition des Rosenmontagvormittags müsse erhalten bleiben. Auch Mitglieder des Faschingszugkomitees würden sich unter die Leute mischen, sofern sie nicht mit den Vorbereitungen für den Umzug beschäftigt seien.

Trommler-Albert, Burgavia, Stadtsoldaten, Handschuhmacher und Co. sind gespannt, wie viele Burgauer sich auf „die Socken machen“, wie sie sagen, und möchten, dass sich möglichst viele Gruppen ihnen anschließen. „Jeder ist willkommen, Faschingsgruppen, Familien und natürlich auch Kinder“, betont Stadtsoldat David Sommerfeld. „Es soll ja nicht so sein, dass es in Burgau gerade mal den Umzug gibt, und das wär’s dann gewesen“, fügt Trommler-Albert Bernd Burghardt hinzu. Einen krönenden Abschluss soll es am Vormittag geben. Was das genau sein wird, will noch keiner sagen. Auch Handschuhmacher Michael Fritz nicht. Sein Blick schweift aber zumindest schon einmal in Richtung des Burgauer Rathauses.

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