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Ichenhausen

24.11.2019

Sportgericht entscheidet: Rekordsperre für Ichenhauser Sturm

SCI-Keeper Rrecaj (links) wird sich auf dem Feld einen anderen Gesprächspartner suchen müssen. Benjamin Sturm ist lange gesperrt.
Foto: Ernst Mayer

Benjamin Sturm wird für seine Tätlichkeit mit acht Spielen Sperre bestraft. Nun denkt der SC Ichenhausen über eine Berufung nach. Was genau im Urteil steht.

Es kam, wie bereits befürchtet: Landesligist SC Ichenhausen muss für acht Spiele auf seinen Linksverteidiger Benjamin Sturm verzichten. Eine höhere Strafe hat es in dieser Saison in den drei obersten bayerischen Ligen (Landesliga, Bayernliga, Regionalliga) noch nicht gegeben. Das Urteil des Sportgerichts Bayern erreichte die Ichenhauser Sonntagfrüh. „Ich war wirklich schockiert“, erzählt Abteilungsleiter Henning Tatje. „Wir müssen nun überlegen, wie wir darauf reagieren.“

Wie berichtet, war Sturm im Derby gegen den FC Gundelfingen in der 78. Minute wegen einer Tätlichkeit vom Platz gestellt worden. Er hatte nach einem Zweikampf, in dem sowohl als auch der Gundelfinger Jonas Schneider zu Boden gegangen waren, seinem Gegenspieler im Liegen mit beiden Beinen vor den Brustkorb getreten. Der Darstellung der Ichenhauser, dass die Bewegung unabsichtlich gewesen sei, folgte das Sportgericht nicht.

In dem Urteil, das unserer Redaktion vorliegt, heißt es: „Den Videobildern ist klar zu entnehmen, dass es dem Spieler bewusst auf einen Tritt ankommt.“ Zu dem Schluss kommt Sportrichter Heiko Loder auch, weil Sturm anschließend vom am Boden liegenden Spieler weggeht und sich nicht um Schneider kümmert. Das ist auf Videobildern klar zu sehen.

Noch höhere Strafe für Sturm ist denkbar

Das Urteil zeigt auch klar: Sturm ist mit dieser Strafe offenbar noch gut bedient. So heißt es in der Begründung: „Alleine der Umstand, dass der Gegenspieler unverletzt blieb, eröffnet die Möglichkeit, die seitens des Verbandsanwalts beantragte moderate Strafe zu verhängen; anderenfalls wäre eine noch deutlich höhere Strafe im Raum gestanden. Ein derartiges rücksichtsloses Verhalten gehört nicht auf einen Sportplatz.“

Beim SC Ichenhausen hat man nun drei Tage Zeit, auf das Urteil zu reagieren. Abteilungsleiter Tatje will sich nun rechtlich beraten lassen und noch einmal mit allen Beteiligten sprechen. Unverhältnismäßig findet er die Strafe nach wie vor. „David Abraham hat in der Bundesliga für ein, aus meiner Sicht, wesentlich schlimmeres Vergehen nur sechs Spiele bekommen.“ Dennoch ist der Weg in die nächste Instanz tückisch. Legt der SCI Berufung ein, kann das Verbands-Sportgericht theoretisch auch eine noch höhere Strafe verhängen.

Sollte es bei dem Urteil bleiben, müsste der Landesligist bis Mitte April auf einen seiner Schlüsselspieler verzichten. Im Kampf um den Klassenerhalt wäre das ein gehöriger Dämpfer.

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