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Günzburg

08.06.2016

Starkregen setzt Teile Günzburgs unter Wasser

Der Mühlwegtunnel in Günzburg stand am Mittwoch einen halben Meter hoch unter Wasser. Die Sperrung führte zu langen Staus in der Innenstadt.
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Der Mühlwegtunnel in Günzburg stand am Mittwoch einen halben Meter hoch unter Wasser. Die Sperrung führte zu langen Staus in der Innenstadt.
Bild: Bernhard Weizenegger

Der Riemgraben läuft über und der Mühlwegtunnel ist gesperrt: Die Helfer sind in der Stadt im Dauereinsatz. Häuser müssen mit Sandsäcken geschützt werden.

Starke Regenfälle haben am Mittwoch zu mehr als 50 Einsätzen der Feuerwehr im Bereich Günzburg geführt. Das Wasser lief am Nachmittag wie in einem Bach vom Polizeiohr zum Mühlwegtunnel. Das Nadelöhr der Günzburger Umgehung stand zeitweise bis zu einem halben Meter voll. „Ich bin seit 20 Jahren hier, und so lange gibt es schon den Tunnel, aber so was habe ich noch nicht erlebt“, sagte Franz Schnatterer, der Chef der Straßenmeisterei.

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Das Problem: Die Abwasserschächte wurden dort mit Schlamm überdeckt, sodass die braune Brühe zunächst nicht ablaufen konnte. Seine Mitarbeiter mussten sie per Hand öffnen – „keine ungefährliche Aufgabe, in Niederbayern ist dabei ja schon jemand in den Strudel gesogen worden“. Der Tunnel musste anschließend gereinigt werden. Wegen der stundenlangen Sperrung staute sich der Verkehr in der gesamten Innenstadt. Erst am Abend konnte die Verbindung wieder freigegeben werden.

Die Feuerwehr hatte währenddessen mit dem Riemgraben zu kämpfen. „Wir haben die Mitteilung bekommen, dass er überläuft. Fünf Minuten später waren wir da – und da war schon alles überflutet“, erklärte Christian Eisele, Kommandant der Günzburger Feuerwehr. Alle Einheiten aus der Stadt und den Stadtteilen waren mit 30 Fahrzeugen und knapp 120 Kräften im Einsatz, unterstützt von Wehren aus der Nachbarschaft, der Werksfeuerwehr des Bezirkskrankenhauses und dem Technischen Hilfswerk. So wurden etwa im Bereich der Amselstraße Sandsäcke gelegt, um zu verhindern, dass die Keller volllaufen.

Starkregen setzt Teile Günzburgs unter Wasser
Die starken Regenfälle am Mittwochnachmittag haben im Raum Günzburg innerhalb kürzester Zeit zu Überschwemmungen geführt.
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Überflutungen im Raum Günzburg
Bild: Bernhard Weizenegger

Häuser wurden mit Sandsäcken vor Wasser geschützt

In vielen Fällen funktionierte es, in anderen nicht. Dort mussten die teils mannshoch unter Wasser stehenden Räume wieder ausgepumpt werden. „Der Boden ist so gesättigt, dass jeder Tropfen Regen direkt in die Kanalisation geht“, sagte Oberbürgermeister Gerhard Jauernig. „Wir hatten jetzt einen Niederschlag von 45 Litern in 30 Minuten. Da geht es erst einmal darum, zu helfen. In den nächsten Wochen und Monaten müssen wir aber nicht nur in Günzburg überprüfen, inwieweit die Kanalisationen aus der Vergangenheit überhaupt für die Zukunft ausgelegt sind und optimiert werden können. Aber für jeden Starkregen kann man keine technischen Vorkehrungen treffen.“

Auch Häuser an der Riemgrabenallee und umliegenden Straßen wurden mit Sandsäcken geschützt – mit Erfolg. „Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen“, meinte Anwohner Kurt Ixmeier. „Unsere Keller sind trocken geblieben.“ Er wohnt seit 13 Jahren in Günzburg und erlebte zum ersten Mal eine solche Überflutung – auch wenn es solche Ereignisse in der Kreisstadt bereits gegeben hat, wie Jauernig sagte.

Der Rest des Kreises war kaum tangiert

In der Unterstadt erwischte es dieselben Bewohner wie vergangene Woche – wieder standen mehr als 20 Keller an der Wetzlerstraße und an der Enderlestraße bis zur Decke unter Wasser. Nach Auskunft der Polizei Günzburg hielt zudem ein Kanaldeckel an der Augsburger Straße den Wassermassen nicht stand und wurde angehoben. Außerdem gab es Überflutungen im Stadtteil Nornheim: Die Verbindungsstraße zwischen Burgau und Günzburg war in Höhe des Ortes gesperrt, der Verkehr wurde umgeleitet.

In Burgau führte auch ein Kanaldeckel zu einem Unfall. Genau in dem Moment, in dem der Deckel nach oben gedrückt wurde, fuhr ein Mann mit seinem Transporter darüber, kam ins Schleudern und drehte sich. Dabei wurde das Fahrzeug an der Hinterachse beschädigt. Ansonsten wurde der Kreis vom Starkregen laut Feuerwehr weitgehend verschont. Der Schwerpunkt lag in Günzburg. Und dort schauen Bürger und Einsatzkräfte mit Sorge auf den Wetterbericht, der mehr starken Regen vorhersagt. Wie hoch der allein am Mittwochnachmittag entstandene Schaden ist, wurde noch nicht beziffert. mit wpet

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