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Günzburg

03.01.2021

Sternsingen in Günzburg auf ungewohnte Art und Weise

Neue Wege haben heuer die Sternsinger gesucht (von links): Josefine, Katharina und Magdalena Bschor aus der Pfarrei Sankt Martin in Günzburg können nicht wie gewohnt mit ihrer Mutter Julia als Begleiterin von Tür zu Tür gehen. Stattdessen werden die Ministranten Spendentüten und Segensaufkleber mit guten Wünschen in alle Briefkästen werden.
Bild: Gabriele Pohl/Pfarrei

Plus Ein persönlicher Besuch ist wegen Corona nicht möglich. Aber die Ministranten der Pfarrei Sankt Martin Günzburg bringen die Segenswünsche auf andere Weise zu den Menschen.

Heiligdreikönig ohne Sternsinger, das konnten und wollten sich viele Ministranten nicht vorstellen. Schon im September wurde Dominica Pohl, Oberministrantin der Pfarrei Sankt Martin in Günzburg, von jüngeren Minis gefragt, ob man denn gehen könne und falls ja, dass man nicht vergessen werden wollte. Sie findet: „Das Sternsingen gehört für uns Ministranten einfach dazu. Wir gehen von Haus zu Haus, um die Weihnachtsbotschaft weiterzugeben, die Häuser zu segnen und Geld zu sammeln. Das sind drei ehrenvolle Aufgaben, die einen aber auch fordern an drei aufeinanderfolgenden Tagen bei Wind und Wetter.“ Doch Corona macht das so nicht möglich.

Ehe das endgültige Aus für das Sternsingen mit dem harten Lockdown kam, wurde noch an Sternsinger-Gruppen aus einer Familie getüftelt, doch dann mussten endgültig neue und vor allem kontaktlose Sternsinger-Möglichkeiten gefunden werden. In der ganzen Pfarreiengemeinschaft Günzburg, zu der Sankt Martin gehört, werden die Ministranten deshalb die Segenswünsche in den Briefkasten einwerfen. Die Sternsinger-Post mit dem Aufdruck „Wir bringen eine frohe Botschaft“ besteht aus einem Flyer, der das Sternsingen kurz erklärt, einem gesegneten Segensaufkleber „20 * C + M + B + 21“ und einer Spendentüte mit Überweisungsträger. Dazu die guten Wünsche von den Sternsingern persönlich.

Sternsinger tragen Post in Günzburg aus

Singen sei zwar heuer nicht möglich, dennoch kämen die guten Wünsche für ein friedvolles und gesundes Jahr von Herzen. Für das Foto wählte Gemeindereferentin Gabriele Pohl die Geschwister Josefine, Katharina und Magdalena Bschor aus. Pohl erzählt: „Die Mädels sind sehr traurig, dass es heuer mit dem Sternsingen nichts wird, aber sie haben fest vor, die Sternsinger-Post als Sternsinger verkleidet auszutragen, damit wenigstens ein bisschen Sternsinger-Feeling aufkommt.“ Die Spenden können nicht nur per Überweisung aufgegeben werden. Die Opferstöcke in allen Kirchen der Pfarreiengemeinschaft Günzburg sind für die Sternsinger-Spenden vorbereitet worden und zusätzliche Spendendosen stehen in Günzburg in der Bäckerei Reiter am Marktplatz, in der Bäckerei Morlock am Kötzer Weg und in der Bäckerei Kieble am Bürgermeister-Landmann-Platz.

Trotz der ungewohnten Form des Sternsingens hoffen die Ministranten, die 2021 nicht als Sternsinger gehört und gesehen werden können, auf Unterstützung, denn gerade heuer sei es wichtig, den Kindern der Welt zu helfen. Im Mittelpunkt der Sternsingeraktion 2021 steht die Arbeitsmigration. Es geht um die Kinder in der Ukraine, die lange von Mutter, Vater oder beiden Eltern getrennt leben müssen, weil diese im Ausland arbeiten. Dominica Pohl findet es schön, dass die Sternsinger in Günzburg trotz der Pandemie den Segen in jedes Haus bringen. Sie sagt: „Wir wollen zu allen kommen, nicht nur nach Anmeldung zu bestimmten Familien. Auf uns warten auch viele, ganz unabhängig von Alter, Religion oder Einkommen. Das Singen ist unser Türöffner. Und Süßigkeiten oder Spenden gibt es oft auch von Andersgläubigen.“

Corona-Regeln können bei der Postwurfaktion in Günzburg eingehalten werden

Das Austragen der Sternsinger-Post wird nach den gewohnten und bewährten Sternsingergebieten erfolgen. Gemeindereferentin Gabriele Pohl ist sich sicher, dass das klappt: „Im Frühjahr während dem ersten Lockdown haben die Ministranten schon eine Postwurfaktion des Freiwilligenhilfswerks Stellwerk ausgetragen. Sie haben also schon Erfahrung.“ Und mit der Pfarrkirche Sankt Martin haben die Ministranten eine Anlaufstelle zum Abholen der Sternsinger-Post, die groß genug ist, dass alle Corona-Regeln eingehalten werden können. Oberministrantin Dominica Pohl mit Sternsinger-Erfahrung seit 2009: „Wer mit dem Sternsinger-Virus infiziert ist, mit diesem tollen Gefühl, am Ende gemeinsam etwas geschafft zu haben, kann auch in der Pandemie nicht zu Hause bleiben, sondern findet eine Lösung.“

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