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Rettenbach

10.12.2020

Suche nach Funkmast-Standort zwischen Rettenbach und Harthausen soll neu beginnen

Der Blick auf die Kirche soll nicht beeinträchtigt werden.
Bild: Peter Wieser

Plus Die favorisierte Stelle zwischen Rettenbach und Harthausen wollen viele Bürger nicht. Sie haben viele Unterschriften gegen das Projekt gesammelt - und bekommen nun Unterstützung.

Ein 40 Meter hoher Stahlgittermast für Funkdienste soll im Rettenbacher Ortsteil Harthausen eine bessere Mobilfunkversorgung gewährleisten. Im Juli hatte der Gemeinderat, wenn auch mit zwei Gegenstimmen, dem Bauantrag der Deutschen Funkturm GmbH, Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom, zugestimmt. Dass sich der Standort ausgerechnet auf der Kuppe zwischen Rettenbach und Harthausen befinden soll, das war nicht bei jedem gut angekommen (wir berichteten). Inzwischen gab es eine Unterschriftenaktion.

Man habe sich in einem Schreiben an die Gemeinde Rettenbach, an die Verwaltungsgemeinschaft Offingen an das Landratsamt Günzburg sowie an die Telekom gewandt, erklärt Marianne Ertle aus Harthausen. 128 Bürger aus Harthausen und 173 aus Rettenbach hätten sich darin mit ihrer Unterschrift gegen das Vorhaben an dieser Stelle ausgesprochen. Man könne so etwas nicht über die Köpfe der Bürger hinweg entscheiden und man sei lediglich durch die Günzburger Zeitung informiert gewesen, so die Harthauserin.

Der Gemeinderat Rettenbach dachte, endlich den besten Standort gefunden zu haben

In dem Schreiben heißt es unter anderem: Der Standort befinde sich an der höchsten und markantesten Stelle zwischen den beiden Teilorten, das Landschaftsbild sowie dessen Erlebbarkeit würde dadurch massiv beeinträchtigt. Visuelle Blickbezüge zwischen dem nördlichen Ortsteil von Harthausen sowie der südlichen Ortskulisse von Rettenbach würden gravierend gestört. Vonseiten der Gemeinde sei ein höherer öffentlicher Belang in Bezug auf den Schutz des Orts- und Landschaftsbilds nicht wahrgenommen worden. Man stelle sich nicht gegen eine Verbesserung des Mobilfunknetzes, vielmehr bitte man, alternative und für das Landschaftsbild verträglichere Lösungen zu prüfen.

Rettenbachs Bürgermeisterin Sandra Dietrich-Kast dagegen verweist auf eine Aussage der Deutschen Funkturm GmbH: Es handle sich um den höchsten Punkt in der Gemeinde, mit dem eine größtmögliche Verbesserung zu erzielen sei. Man habe in diesem Bereich alle Grundstückseigentümer angefragt, der geplante Standort sei der einzige, der anzumieten gewesen sei. „Der Gemeinderat war schon aufgrund des Abstimmungsergebnisses von 10:2 Stimmen überzeugt, nach vielen Jahren der Suche die richtige Entscheidung im Hinblick auf die Interessen der Bürger getroffen zu haben“, betont die Bürgermeisterin.

Bürgermeisterin: "Die Standortsuche wird von Neuem beginnen"

Der Gemeinderat und auch sie selbst seien überrascht, dass der beantragte Standort nun so kritisch gesehen werde. Nach ihrer Information habe das Landratsamt den Bauherrn zur beabsichtigten Ablehnung des Bauantrags angehört, nachdem auch das bayerische Landesamt für Denkmalpflege eine Beeinträchtigung für das Erscheinungsbild gesehen hatte – vor allem hinsichtlich der Wirkung auf die beiden Baudenkmäler Schloss Harthausen und die Rettenbacher Kirche St. Ulrich. „Auch ohne die Unterschriftenaktion wäre die Entscheidung gegen diesen Standort gefallen. Die Standortsuche wird von Neuem beginnen“, erklärt Dietrich-Kast.

Die Gemeinde Rettenbach könne leider keine eigene technisch umsetzbare Stelle anbieten. Vorschläge für Grundstücke, die auch angepachtet werden könnten, nehme die Gemeinde gerne auf und werde diese zur Prüfung an die Deutsche Funkturm GmbH weiterleiten.

Das sagt ein geprüfter Amateurfunker zur Strahlung

Auch wenn es bei dem geplanten Stahlgittermast um das Landschaftsbild und weniger um eine mögliche gesundheitsschädliche Strahlung geht: „Funktechnisch gesehen wäre der geplante Standort geradezu ideal für die Versorgung von Rettenbach und Harthausen – auch wenn der Mast keine optische Schönheit darstellt“, sieht es Georg Kaltwasser, geprüfter Amateurfunker, aus Rettenbach. In einem entsprechenden Abstand zu einem Funkmast entfernt, belaste ein solcher gar nicht – ganz anders als ein Mobiltelefon direkt am Ohr.

Je weiter entfernt oder je ungünstiger gelegen man zu einem solchen telefoniere, umso stärker müsse ein Mobiltelefon senden. Mit dem Errichten des geplanten Mastes wäre in Harthausen eine Belastung durch Handystrahlen um ein Vielfaches geringer, als diese derzeit sei, so Kaltwasser. Nachzulesen ist dies auch auf der Internetseite des Bundesamtes für Strahlenschutz. Dort heißt es unter anderem: „Nutzt man ein Mobiltelefon, ist man wesentlich stärker elektromagnetischen Feldern ausgesetzt als durch eine benachbarte Mobilfunkanlage.“

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