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Mission

23.04.2013

Tatkräftige Freundschaft

Helfen macht froh. Zum 30-jährigen Bestehen des Ichenhauser Missionskreises Itamuka trafen sich Menschen, die sich über viele Jahre und viele Kilometer hinweg durch ein gemeinsames Anliegen verbunden sind: der ehemalige Ichenhauser Stadtpfarrer Helmut Enemoser, Missionsschwester Birgit von den Karl-Borromäus-Schwestern in den Niederlanden und die Ichenhauserin Margit Scheppach, die den Missionskreis seit 30 Jahren leitet.
Bild: Lorenz

Seit 30 Jahren helfen Ichenhauser mit dem Projekt „Itamuka“ Menschen in Tansania

Ichenhausen „Wir haben nicht die Welt gerettet. Aber geholfen, dass Tausenden von Menschen geholfen werden konnte.“ So umriss der frühere Ichenhauser Stadtpfarrer Helmut Enemoser in seiner Festpredigt zum 30-jährigen Bestehen die Arbeit des Missionskreises Itamuka, der mehrere Projekte in Tansania unterstützt. Enemoser appellierte an die 250 Besucher des Festgottesdienstes, angesichts der vielfältigen Not auf der Welt nicht abzustumpfen, sondern „ein Herz zu haben für unsere Mitmenschen“, egal, ob nah oder fern.

Auch im Ruhestand ist Enemoser dem seit Anfang an von Margit Scheppach geleiteten Missionskreis in Ichenhausen eng verbunden. „Mission ist nicht ein Hobby für ein paar Interessierte“, sagte er, sie müsse vielmehr Anliegen der ganzen Gemeinde, der ganzen Kirche sein. Enemoser nahm in der Predigt kein Blatt vor den Mund. „Wir sollten den Politikern in den Hintern treten“, forderte er. Der weltweite Hunger, unter dem 870 Millionen Menschen litten, sei wichtiger als die Eurorettung auf Zypern.

Enemoser war Stadtpfarrer in Ichenhausen, als vor drei Jahrzehnten der niederländische Pater Bolle zu Besuch kam und vom Aufbau seiner Pfarrei im Südosten Afrikas berichtete. Schnell war klar, dass man helfen wollte. Geld wurde gesammelt für eine Presse für Sonnenblumensamen. Wenig später die Verladung des ersten, mit vielerlei Hilfsgütern gefüllten Containers: „Das war ein Fest“, erinnerte sich Enemoser. Zum Jubiläum zelebrierte er zusammen mit Stadtpfarrer Pater Jonas den festlichen Gottesdienst, zu dem auch ehemals in Tansania tätige Schwestern der Carolus Borromäus-Kongregation aus den Niederlanden und Afrika-Missionare vom Missionshaus der Weißen Väter in Haigerloch gekommen waren.

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Ausdauer und unerschütterliche Tatkraft zeichnen Pater Bolle aus. Zurzeit baue der mittlerweile 79-Jährige eine Schule mit Internat für 800 Mädchen auf, berichtete Enemoser. Er blendete zurück in die Anfangsjahre, in denen die Borromäerinnen „in der größten Armut und Not“ ihre Missionsarbeit begonnen hätten. Inzwischen zählten auch 86 junge afrikanische Schwestern zur Karl Borromäus-Kongregation.

Von „drei Wundern“ sprach der Festprediger: Alle 95 mit Hilfsgütern gefüllten Container und alle Geldspenden seien tadellos in Tansania angekommen, das Missionskrankenhaus befinde sich jetzt ganz in afrikanischer Hand und funktioniere bestens – und das dritte Wunder: Zu den vielen Stämmen Tansanias gehöre unverbrüchlich fest auch „der Stamm der Itamuka- Frauen“, die 30 Jahre lang „in unglaublicher Treue“ geholfen haben, eher hellhäutig sind und in Ichenhausen leben.

Diese nicht müde werdende Hilfsbereitschaft, deren Formen sich mit der Zeit gewandelt haben (anstelle von Containern mit Hilfsmitteln wird jetzt wegen der hohen Frachtkosten Geld geschickt), würdigte auch Peter Foerg als Vertreter des Kindermissionswerks der Diözese Augsburg, ebenso Ichenhausens Bürgermeister Hans Klement. Mit Hilfe zum Aufbau von Gesundheitsstationen, Wasserversorgung, Schulen und Kindergärten und Ausbildungsmöglichkeiten gebe der Missionskreis Itamuka „ein Stück Hoffnung“, das auch den vielen Aids-Waisen zugutekomme.

Margit Scheppach, mittlerweile 74 Jahre und von der Stadt Ichenhausen vor einiger Zeit für ihr Engagement im Missionskreis mit der Heinrich-Sinz-Medaille ausgezeichnet, fiel es beim anschließenden Festakt schwer, aus 30 Jahren Missionsarbeit einzelne Höhepunkte zu benennen. Den viele Einzelheiten umfassenden Wert der Missionsarbeit in Ichenhausen beschrieb die niederländische Karl-Borromäus-Schwester Birgit beim Festakt in ihrer kurzen, beeindruckenden Rede: Menschen in Ichenhausen haben „aus großer Liebe“ geholfen, dass die Ordensfrauen in Tansania Menschen in größter Armut helfen konnten. Schwester Birgit sprach von einer „fabelhaften Freundschaft“ und dankte den „lieben und sorgsamen“ Ichenhausern für 30 Jahre treue und tatkräftige Freundschaft.

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