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31.07.2010

Teuer und unbezahlbar

Teuer und unbezahlbar

Immer wenn es um das Thema Feuerwehr geht, wird es für Kommunalpolitiker brenzlig. Stimmen Bürgermeister und Gemeinderäte dem Kauf eines neuen Löschfahrzeugs zu, dann müssen sie in der Regel tief in den Gemeindesäckel greifen. Es ist Geld, das für andere Vorhaben fehlt. Lehnen sie jedoch eine Forderung ab, haben sie den ganzen Feuerwehrverein und damit das halbe Dorf gegen sich. Wertvolle Wählerstimmen!

Diesen schmalen Grat als eine Entscheidung zwischen Pest und Cholera zu bezeichnen, wäre arg hart und würde der Sache nicht gerecht werden. Dennoch haben die Ereignisse in dieser Woche in Günzburg, wo der Stadtrat zähneknirschend beschloss, dass die örtliche Stützpunktfeuerwehr ein Einsatzfahrzeug für 440 000 Euro bekommen soll, und Leipheim, wo der Feuerwehrverein ohne Rücksprache einfach ein Auto für 7500 Euro kaufte und die Rechnung der Stadtverwaltung schickte, gezeigt, wie schwierig es für die Verantwortlichen in den Rathäusern ist, das richtige Maß zu finden.

Sicherlich gibt es Feuerwehrleute, die in ihrer eigenen Welt leben und nur an sich denken. Sie müssen immer das neueste und größte Fahrzeug haben sowie die meisten und spektakulärsten Einsätze fahren. Das ist aber die Minderheit. Auch Rivalitäten zwischen den einzelnen Wehren sind bekannt.

Dennoch bleibt festzuhalten, dass die Männer (und inzwischen auch viele Frauen) der Feuerwehr unersetzlichen Dienst für die Allgemeinheit leisten. Tag und Nacht, Sommer wie Winter, stehen sie bereit, wenn die Sirene heult oder der Piepser geht. Sie lassen im Notfall alles stehen und liegen und helfen - manchmal nur 30 Minuten, manchmal viele Stunden.

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Dazu brauchen sie modernes Gerät - zum Eigenschutz sowie für zielgerichtete, schnelle Hilfe. Verordnungen wurden erlassen, Normen verschärft. Sie umzusetzen, kostet Geld. Dafür können die Helfer nichts. Sie müssen die Vorgaben einhalten. Kommandanten und Gerätewarte, die fahrlässig handeln und die Gerätschaften nicht in Schuss halten, stehen mit einem Bein im Gefängnis, wenn einem aus ihrer Mannschaft etwas zustößt.

Die Zeiten, in denen die Feuerwehr meist Brände gelöscht hat, sind längst vorbei. Hinter der Bezeichnung "technische Hilfeleistung" verbergen sich Unfälle mit schwer verletzten Personen, Unglücke mit Chemikalien oder Gefahrgut. Die ehrenamtlichen Helfer begeben sich nicht selten in Lebensgefahr. Gemeinden, die für Brandschutz und Löschwesen verantwortlich sind, können froh sein, dass es Menschen gibt, die sich dafür noch engagieren. Die Bevölkerung auch: Würden Berufsfeuerwehren freiwillige Feuerwehren ersetzen, wäre die Sache noch viel, viel teurer.

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