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Freizeit

27.03.2020

Tipps für den Familienfrieden

Spieleabende können jetzt eine schöne Abwechslung sein.
Bild: Hildenbrand/dpa

Ausgangsbeschränkungen können die Beziehung zwischen Kindern und Eltern belasten

Das erste Wochenende mit Ausgangsbeschränkungen hat gezeigt, wie das Familienleben in den nächsten Wochen vermutlich aussehen wird: Kinder und Jugendliche bleiben zu Hause, Sport und Vereinsleben stehen still, Mütter und Väter arbeiten weniger oder ebenfalls von zu Hause aus. Im ersten Moment könnte man meinen, dass viele Familien angesichts weniger Termine aufatmen. Doch genau das Gegenteil ist oft der Fall. „Der Wegfall von Routinen wirkt meist belastend und nicht entlastend“, sind sich Artur Geis und Burkhard Flosdorf von der Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung der Katholischen Jugendfürsorge (KJF) in Günzburg beziehungsweise in Krumbach einig.

Der Grund: Gewohnte Abläufe geben Menschen Sicherheit und sind zugleich Energiequellen im Alltag. „Soziale Begegnungen und Hobbys verleihen Bestätigung und Kraft, die wir zur Bewältigung von Anforderungen und Aufgaben benötigen“, sagt Flosdorf. Dazu kommen aktuell Gefühle von Hilflosigkeit und Angst – bei Jugendlichen, deren Freiheitsverlangen gerade massiv eingeschränkt wird, und bei Eltern, die sich Sorgen um Gesundheit und Existenz machen.

Für Rat suchende Eltern und Kinder haben die KJF Kinder- und Jugendhilfe Günzburg und Krumbach ihre Telefon- und Online-Beratung ausgeweitet. Mit diesen Tipps soll der Familienfrieden zu Hause unterstützt werden:

Tipps für den Familienfrieden

Familien sollen bestehende Routinen wie zum Beispiel feste gemeinsame Essenszeiten beibehalten, denn Gewohntes stärkt das Gefühl von Sicherheit. Zudem können neue Routinen durch eine klare Tagesstruktur mit Zeiten für die Beschäftigung mit digitalisiertem Lernstoff, für eine Kissenschlacht oder den Bau eines Möbelparcours geschaffen werden.

Zeit teilen Jetzt ist die Chance, größere Zeitressourcen fürs familiäre Zusammensein zu nutzen: Spieleabende, Heimkino oder gemeinsame Projekte im Garten.

Nachrichten und Fake News erhöhen die Gefahr, dass wir hektisch und negativistisch reagieren. Man soll sich bewusst machen, was alles gut funktioniert: Die Familie hält zusammen, die Kinder machen zuverlässig ihre Dienste.

Wenn bei einem selbst und bei den anderen Familienmitgliedern die Nerven blank liegen, den inneren Pausenknopf drücken und lieber für zehn Minuten in ein anderes Zimmer gehen.

Jetzt besteht die Möglichkeit, Kindern und Jugendlichen die Bedeutung von Hilfsverhalten zu vermitteln. Der Nachwuchs kann beispielsweise Großeltern oder älteren, allein lebenden Nachbarn den Einkauf vorbeibringen. Die Kids erfahren dadurch Selbstwirksamkeit und wachsen durch die Übernahme von Verantwortung.

Wird oft vergessen, ist aber in Zeiten von Belastung besonders wichtig: Familienmitglieder loben und Anerkennung für konkrete Dinge aussprechen.

Die Affinität der Kinder und Jugendlichen zu sozialen Medien sollte gerade jetzt Anerkennung und Zulassung finden, insbesondere wenn sie zur Aufrechterhaltung der Kommunikation und der Unterstützung in und außerhalb der Familie dient.

Die Familie könnte anstatt eines „Adventskalenders“ einen Kalender machen und darin festlegen, wer an welchem Tag bis Ostern jemanden aus dem weiteren Familien- oder Freundeskreis anruft. Jeden Tag ist ein anderer an der Reihe.

Kleine, aber sichere Rückzugsmöglichkeiten sind während der Ausgangsbeschränkungen besonders wichtig. Kinder müssen sicher sein können, dass Eltern sie auch über mehrere Stunden im Zimmer in Ruhe lassen.

Blicken Sie als Familie immer wieder mal in die Zukunft, in der sich die Dinge wieder normalisiert haben. Sie können besprechen, was Sie schon immer mal zusammen unternehmen wollten oder wohin die nächste Urlaubsreise hingehen soll. (zg)

Eltern erreichen die Experten in Krumbach von Montag bis Donnerstag jeweils zwischen 8.30 und 16.30 Uhr und am Freitag zwischen 8.30 und 12.30 Uhr unter der Telefonnummer 08282/3936 und E-Mail eb.krumbach@kjf-kjh.de sowie in Günzburg von Montag bis Freitag jeweils zwischen 9 und 12 Uhr sowie zwischen 14 und 15 Uhr unter der Telefonnummer 08221/95401 und E-Mail eb.guenzburg@kjf-kjh.de.

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