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Einzelhandel

09.08.2017

Ulmer Kaufhaus Abt gehört jetzt Müller

Die Abt-Filiale am Günzburger Markt bleibt erhalten. Das Hauptgeschäft in Ulm wurde an die Drogerie Müller verkauft. Die Verkäuferinnen Dagmar Hartmann (rechts) und Elfi Friegel sind froh, dass das Günzburger Geschäft bleibt.
Bild: Bernhard Weizenegger

Die Drogeriemarktkette übernimmt überraschend das Traditionsgeschäft am Münsterplatz. Was das für die Kunden sowie Mitarbeiter und den Standort Günzburg bedeutet.

Das Haushaltswarengeschäft Abt am Ulmer Münsterplatz hat einen neuen Eigentümer. Die Drogeriemarktkette Müller hat das alteingesessene Kaufhaus übernommen, wie jetzt bekannt wurde. Hermann Hutter, bisheriger geschäftsführender Gesellschafter von Abt, bestätigt den überraschenden Wechsel. Müller übernehme nicht nur die Immobilie mit 5000 Quadratmetern Verkaufsfläche, sondern auch alle 100 Mitarbeiter. „Das war uns ganz wichtig“, sagt Hutter. Der Name Abt, die Marke und das breite Sortiment sollen erhalten bleiben – es reicht von Glas und Porzellan über Werkzeug bis zu Künstlerbedarf und Spielsachen. Die Palette werde um weitere Produkte ergänzt, etwa Parfüm.

Hutter glaubt, dass die Verkaufsfläche in dem Haus am Münsterplatz derzeit etwas zu groß ist. „Da müssen neue Sortimente rein“, sagt er. „Irgendwann kommt man als Geschäftsmann an den Punkt, an dem man entscheiden muss, in welche Richtung man weiter geht“, berichtet Hutter über den Entscheidungsprozess, der dem Verkauf voranging. „Investieren wir in neue Produkte oder nicht?“ Schließlich hätten er und die anderen Gesellschafter sich dazu entschlossen, sich von dem Ulmer Kaufhaus zu trennen. Investor Erwin Müller, den Chef der gleichnamigen Drogeriemarktkette, kenne er seit vielen Jahren und habe immer wieder mit ihm in losem Kontakt gestanden. Jetzt wurden sich Hutter und Müller handelseinig. Der Kaufvertrag wurde vor wenigen Tagen unterzeichnet. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Was die Drogerie Müller im Detail plant, ist derzeit noch nicht bekannt. Firmenchef Erwin Müller wollte sich gestern dazu gegenüber unserer Zeitung nicht äußern.

Hutter glaubt an den Standort

An den Standort Ulm glaubt Hutter auch nach seinem Rückzug: „Abt ist eines der bestaufgestellten, schönsten Häuser in Deutschland.“ Der Region bleibt der Günzburger Geschäftsmann, der unter anderem Präsident des Handelsverbands Baden-Württemberg ist, auch in Zukunft erhalten. Hutter führt weiter die Schreibwarenabteilung im Ulmer Haushaltswarengeschäft, übernimmt Abt am Günzburger Marktplatz und führt die Online-Shops „Nostalgie im Kinderzimmer“ und „Bertine“ weiter. Außerdem hat er noch Schreibwarengeschäfte in Günzburg und Ludwigsburg sowie den Spieleverlag Hutter Trade.

Abt am Münsterplatz hatte Hutter nach der Insolvenz des Traditionsunternehmens im Jahre 2004 mit einer Investorengruppe übernommen, komplett umgebaut und neu aufgestellt. Unter anderem eröffnete er einen Abt-Online-Shop und eine eigene Kochschule. Der Umsatz hat sich mehr als verdoppelt. Umso überraschter waren jetzt auch Kenner des Ulmer Einzelhandels, als sie von dem Abt-Verkauf hörten. „Aus heiterem Himmel“ erreichte etwa Josef Röll von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Ulm die Nachricht. Er hält die Übernahme durch Müller für erfreulich. „Abt ist ein Premiumhaus, ein Flaggschiff. Es ist positiv, dass eine Ulmer Firma Abt übernimmt“, sagte Röll. Doch auch Müller könne profitieren. „Es ist eine Ergänzung nach oben, eher eine Aufwertung“, sagte der Einzelhandelsexperte. In bestimmten Bereichen werde es Synergien geben. „Ich sehe es für beide Seiten positiv.“ Citymanager Henning Krone war genauso baff, als er von Müllers Einstieg hörte. „Absolut überraschend“ sei dies gekommen. Über die Gründe könne er nur spekulieren, aber er glaubt: „Müller als regionales Unternehmen ist die beste Variante, die wir uns wünschen können.“ Erwin Müller wisse, wie Ulm funktioniere, und es sei auch in seinem Interesse, den Standort zu erhalten. „Ich hoffe, dass sich an der Sortimentsbreite bei Abt nichts ändern wird.“

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