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Günzburg

08.09.2019

Urin und Asche für Ex-Freundin: Mann vor Gericht

Ein Mann musste sich zu seiner Tat vor Gericht bekennen.
Bild: Bernhard Weizenegger (Archiv)

Ein Mann überschüttet seine frühere Partnerin damit und schlägt sie auch. Deshalb musste er sich jetzt verantworten.

Weil er seine Ex-Partnerin mit Eimern voller ekliger Flüssigkeiten wie Urin und auch Asche überschüttet und ihr zudem mit einer Latte auf den Oberarm geschlagen hatte, stand ein Mittsechziger nun vor dem Richter in Günzburg. Seine Anwältin, Sabine Bieber, setzte alles daran, die auf gefährliche Körperverletzung und Beleidigung lautende Anklage abzuschwächen. Denn egal ob der Angreifer mit einem Eisenrohr oder einem Stöckchen zuschlägt, das Gesetz sieht darin eine Waffe und folglich handelt es sich um eine gefährliche Körperverletzung, wenn nicht Gravierendes dagegenspricht. Gefährliche Körperverletzung aber wird regelmäßig mit Haftstrafen geahndet.

Bei diesem Fall hatte die Frau versucht, nach der Trennung ihre in der Wohnung des Ex-Freundes verbliebenen persönlichen Gegenstände wiederzubekommen und mit einer Mail angekündigt, zu ihm zu kommen. Er möge ihre Sachen in den Carport stellen. Der Ex aber, der vor Gericht keine Angaben zum Tathergang machen wollte, schrieb zurück, dass er ihr Erscheinen nicht wolle, ihre Habseligkeiten bereits im Müll gelandet seien. Als die Frau trotzdem zu ihm fuhr, eskalierte die Situation. Rechtsanwältin Bieber verwies auf einen Hausfriedensbruch und plädierte auf Einstellung des Verfahrens gegen eine Auflage.

Die konnte sich auch Richter Walter Henle vorstellen, der gegen eine Geldauflage von 1000 Euro und eine Schmerzensgeldzahlung von weiteren 1000 Euro den Fall eingestellt hätte. Doch die Staatsanwaltschaft wollte nicht zustimmen. Sie forderte eine Haftstrafe von sechs Monaten, ausgesetzt zur Bewährung, und eine Geldauflage von 1000 Euro. Letztlich lautete das Urteil: 70 Tagessätze á 30 Euro. (adl)

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