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Günzburg

17.08.2019

Vereint unter der Flagge Europas in Günzburg

Sie teilen die Begeisterung für den europäischen Gedanken: Besucher aus der Günzburger Partnerstadt Lannion und ihre Gastgeber haben eine spannende Woche in Schwaben verbracht. Die beiden Bürgermeister Gerhard Jauernig und Paul Le Bihan (vorne Mitte) sowie die beiden Vorsitzenden der Partnerschaftskomitees, Annick Le Page und Lydia Wagner (mit der Europafahne) leben die Freundschaft vor.
Bild: Rebekka Jakob

Gäste aus dem französischen Lannion erleben ein umfangreiches Programm in Günzburg. Die beiden Bürgermeister betonen die Bedeutung ihrer Zusammenarbeit.

Günzburg So voll ist es im Münzkabinett des Günzburger Schlosses selten: Die zahlreich angereisten Besucher aus der Partnerstadt Lannion haben zu Beginn ihres Aufenthalts in Günzburg den historischen Raum nicht nur mit vielen Besuchern, sondern auch mit viel Freude erfüllt. Eine Besonderheit war der diesjährige Komiteebesuch auch für die beiden Stadtoberhäupter der befreundeten Städte, Günzburgs Oberbürgermeister Gerhard Jauernig und den Lannioner Rathauschef Paul Le Bihan, der mit seiner Frau Martine angereist war und wie seine bretonischen Mitbürger eine ganze Woche in Schwaben verbracht hat.

„Das Schöne an unserer Freundschaft ist, dass sie immer wieder neu gelebt wird“, freute sich Oberbürgermeister Jauernig bei der offiziellen Begrüßung der Gäste. Er verriet, dass sich die beiden Rathauschefs regelmäßig per WhatsApp austauschen – bei freudigen Ereignissen wie großen Fußballturnieren, aber auch bei schlimmen Anlässen wie Anschlägen, die in beiden Ländern stattfinden. „Wir alle kennen die schlimmen Folgen des Krieges nur aus Erzählungen“, so Jauernig über das Leben in Friedenszeiten in Europa. „Aber mit dem Frieden ist es wie mit der Partnerschaft: Man muss immer wieder daran arbeiten.“

Die Entwicklungen in Europa sehen sie mit Sorge

Mit Sorge sehen die beiden Bürgermeister die derzeitigen Entwicklungen in Europa, wo Populisten mit ihren Botschaften gegen die Gemeinschaft Erfolge feiern. „Es wird entscheidend sein, dass die Menschen hier in den kommenden Monaten und Jahren die Stimme für ein geeintes Europa erheben“, sagte der Oberbürgermeister. Sein bretonischer Amtskollege Paul Le Bihan schloss sich seinen Worten an: „Die beste Lösung, um gegen die Dramen dieser Zeit zu kämpfen, ist die Freundschaft: zwischen den Politikern, den Städten und besonders den Menschen.“

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Wie ernst den beiden Partnerstädten diese Freundschaft ist, zeigte sich beim Volksfestauftakt, zu dem die beiden Bürgermeister gemeinsam mit ihren Ehefrauen in der Kutsche von Monika Riß fuhren und die Lannioner Besucher geschmückt mit bretonischen Fähnchen beim Umzug mitmarschierten. In den Tagen danach wartete ein umfangreiches Programm auf die Gäste, unter anderem mit Besuchen des Münsters in Ulm und der Befreiungshalle in Kelheim. Gemeinsam mit den Gastgebern aus Günzburg schauten sich die Lannioner auch den Archäopark Vogelherd Niederstotzingen an und wetteiferten bei prähistorischen Aufgaben miteinander.

Es gab auch ein logistisches Problem

Nicht alles ging nach Plan beim diesjährigen Partnerschaftsbesuch – neben dem kühlen und nebligen Wetter, das die Bretonen auf der Zugspitze erlebten, gab es auch ein logistisches Problem. Denn die Gäste aus der Bretagne hatten den Befürchtungen zum Trotz auch mitten in den französischen Sommerferien ihren Bus sehr schnell voll bekommen. Auf Günzburger Seite allerdings erschwerten die bayerischen Sommerferien die Suche nach Gastfamilien (wir berichteten).

Einige wenige Gästen mussten deshalb stattdessen in einer Leipheimer Pension untergebracht werden, zwei Gäste nutzten als Selbstversorger eine Wohnung in der Stadt. Lydia Wagner nahm den Abschiedsabend im Kulturgewächshaus Birkenried zum Anlass, um sich für diese Unannehmlichkeiten bei den bretonischen Gästen zu entschuldigen und sie zugleich für den nächsten Besuch in zwei Jahren in Günzburg einzuladen. „Nächstes Mal finden wir dann eine Familie für Sie, versprochen.“

Zuvor steht aber erst einmal wieder ein Besuch aus Günzburg in Lannion an: Im kommenden Jahr wird gegen Ende der Sommerferien wieder eine schwäbische Gruppe in die Bretagne fahren. „Egal, ob ihr mit 50 oder mit 70 Leuten kommt: Wir freuen uns auf euch und ihr seid herzlich willkommen“, so die Lannioner Komitee-Präsidentin Annick Le Page.

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