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Fußball-Landesliga

21.07.2019

Verpatzter Gipfel bietet Gesprächsstoff in Ichenhausen

Ungehalten war SCI-Trainer Oliver Unsöld nach dem 0:2 im Landesliga-Gipfeltreffen mit Gundelfingen. Wort- und inhaltsreich kritisierte er seine eigene Mannschaft (hier Waldemar Schaab) und Schiedsrichter Kevin Kassel.
Bild: Ernst Mayer

Ausgerechnet im Landesliga-Derby gegen Gundelfingen leistet sich der SC Ichenhausen Schwächen. Auch das Matchglück fehlt. Trainer Oliver Unsöld kritisiert nach dem 0:2 die eigene Mannschaft und den Schiedsrichter.

Als Benedikt Ost den Ball in der vierten Minute der Nachspielzeit zum 2:0 ins verwaiste Tor schoss und damit den etwas glücklichen Derby-Sieg seines FC Gundelfingen beim SC Ichenhausen sicherte, entfuhr einem Fan der Gäste Bemerkenswertes. „Jetzt haben wir neun Punkte gegen den Abstieg“, sagte der Mann, ehe er sich aus dem Hindenburgpark verabschiedete. Nun, so schwarz muss man gewiss nicht sehen für den neuen Tabellenführer. Sie und noch mehr die unterlegenen Gastgeber sollten aus diesen Worten aber mindestens die Erkenntnis mitnehmen, dass noch viel Arbeit vor ihnen liegt, wenn sie in der aktuellen Runde an der Spitze der Fußball-Landesliga mitmischen wollen.

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Erste dicke Chance nach 20 Sekunden

Womöglich hätte der Nachmittag in Ichenhausen eine andere Richtung eingeschlagen, wenn SCI-Neuzugang Alexander Sigl nach gerade mal 20 Sekunden seinen ersten Saisontreffer erzielt hätte. Die Chance war da. Unmittelbar nach dem Anpfiff überrumpelten die Königsblauen ihre Gäste mit einem schönen Angriff, letztlich fehlten Zentimeter zum Torerfolg. Auch danach sah vieles gut aus im taktischen Gerüst der Einheimischen. SCI-Trainer Oliver Unsöld sprach im Rückspiegel auf diesen 20. Juli sogar von einer „überragenden ersten halben Stunde“, was vielleicht etwas übertrieben war und angesichts der weiteren Ereignisse auch ein wenig unterging.

Gundelfingen stand tief. Trainer Martin Weng baut in dieser ersten Saisonphase auf eine Fünfer-Abwehrkette, die sich bei eigenem Ballbesitz schnell in eine 3-5-2-Ausrichtung wandelt. Dieses schnelle Umschalten stellte die Gastgeber vor Probleme. Den ersten Gundelfinger Konter überstanden die Ichenhauser noch unbeschadet, dann aber spielte der sehr starke Jonas Schneider klug auf Philipp Schmid und der Neuzugang vom FV Sontheim schoss den Ball knackig ins lange Eck (24.).

Verpatzter Gipfel bietet Gesprächsstoff in Ichenhausen

Andreas Beckmann scheitert knapp

Das war’s mit offensiven Akzenten der Grün-Weißen; bis Ende der ersten Halbzeit glich Ichenhausen das Chancenverhältnis locker aus. Dem an sich verdienten Ausgleich am nächsten kam Andreas Beckmann, der den Ball aus 20 Metern satt an die Unterkante des Querbalkens beförderte.

Spielerisch hatte bereits die erste Halbzeit wenig Konstruktives geboten. Besser wurde es auch nicht mehr. Insgesamt fiel schon auf, wie viel in diesem ersten Gipfeltreffen der Saison nicht funktionierte. Von den Topteams der vergangenen Landesliga-Runde trennten beide Mannschaften jedenfalls Welten. Das mag zahlreiche Ursachen haben, zu denen der noch frühe Termin in der Saison und die Sommerhitze gehören. Aber dass simple Ballannahmen und Allerweltszuspiele serienweise misslingen, zeugt zumindest nicht von überragender Tagesform.

Oliver Unsöld: Schiedsrichter-Leistung eine "Katastrophe"

Die hatte Schiedsrichter Kevin Kassel (SpVgg Unterhaching) ohne Zweifel in seiner oberbayerischen Heimat vergessen. Unsöld stand nicht allein mit seiner Kritik, der Mann aus München sei „der schlechteste Mann auf dem Platz gewesen“. Kassel zählte zumindest an diesem Tag zu jenen Vertretern seiner Zunft, die ihre Rolle als Spielleiter mit der des Hauptdarstellers verwechseln. Seine Pfiffe gingen insgesamt schon in Ordnung, aber seine Kartenspielerei wurde der an sich fairen Auseinandersetzung in der Summe und in der Verteilung nicht gerecht. Am Ende standen auf Ichenhauser Seite acht Verwarnungen (davon zweimal gelb-rot), Gundelfingen sammelte ganze zwei. Unsöld fasste seine umfassende Kritik am Mann in Gelb in dem Wort „Katastrophe“ zusammen.

Der frühere Profi des SSV Ulm 1846 betonte allerdings umgehend, dass er die Ursachen für die schwache Gesamtdarbietung der Seinen nicht dem Referee anlasten könne und wolle. „Meine Spieler waren auch schlecht, keine Frage. Und wir fangen bei uns mit der Kritik an“, sagte er, was vermutlich einige ernste Gespräche in den kommenden Tagen ankündigt. So dürfte er klar ansprechen, dass diese Spielklasse Unkonzentriertheiten wie unmittelbar vor dem 0:1 (Maximilian Ocker leistete sich ein derbes Zuspiel auf Simon Fischäß, der es zusätzlich unterließ, den Ball in die Botanik zu befördern) nicht verzeiht. Und er wird gestandene Spieler wie Benjamin Sturm und Stefan Strohhofer, aber auch Youngster wie Yannick Maurer fragen, warum sie sich zu Undiszipliniertheiten hinreißen lassen, wenn doch so eindeutig erkennbar ist, dass der Schiedsrichter gerne Farbe ins Spiel bringt.

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